Wie kann ich meiner Psychologin / Therapeutin diese ,, Innere Leere " beschreiben?

9 Antworten

Ich habe in depressiven Phasen sogar erst recht viel gespürt.. ich war verletzt, hilflos, verzweifelt, traurig, wütend, einsam.. Das ist keine Leere ;)

Man fühlt sich auch betäubt und kann keinen klaren Gedanken fassen. Eventuell fühlst du dich dann von der realen Welt etwas abgeschnitten. Vielleicht willst du in dem Zustand bleiben oder auch nicht. Wahrscheinlich fühlst du dich da total kraftlos und weißt nicht was du machen sollst. Wahrscheinlich denkst du sehr viel nach und hast beispielsweise Zukunftsängste, über die du nachdenkst oder du machst dich selbst fertig (Selbsthass) "Ich bin zu doof für alles". Kein Plan, das sind nur Beispiele. Du musst schauen, wie du in einer depressiven Phase bist und über was du da nachdenkst. Wie lange dauert sie an etc.?

Eine gute Therapeutin fragt allerdings nicht nur nach einer Sache.. Meine hat, wenn ich nicht weiter wusste, mir immer mit paar Anwortmöglichkeiten weitergeholfen und ich konnte dann sagen, was eher zutrifft und mir ist dann meistens auch noch eine andere Antwort eingefallen.

Deine Frage ist sehr schön. Klar, traurig, aber dennoch zeigt sie, dass du dich um deine Psyche kümmerst und wirklich Hilfe willst und wirklich willst, dass es besser wird :) Und das ist schön! Kämpfe weiter und gib nie auf :)

Wir können sicherlich nicht beschreiben, wie DU dich fühlst und es hilft dir nicht weiter, wenn wir dir beschreiben, wie WIR uns fühlen.

Gefühle zu beschreiben ist sowieso immer extrem schwierig.

Um zu vermitteln, wie es dir geht, könntest du allerdings versuchen, Alltagssituationen und die Gedanken, die dir dabei durch den Kopf gehen zu beschreiben.

Vielleicht findest du da einen Ansatz, um deiner Psychologin deine Emotionen näher zu bringen. Vielleicht fallen dir Situationen ein, in denen du vor deiner Krankheit anders reagiert und gedacht hast. Diese Unterschiede könntest du ihr dann erzählen.

Sie müsste dann eigentlich in der Lage sein, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Ich wünsche dir gute Besserung!

Es ist nicht hilfreich, eine Beschreibung von jmd anderem abzuliefern.

Insofern... Folge dem Rat von Dahika und versuch es mit alternativen Formen des Ausdrucks wie zb malen... Muss nicht mal schön oder darstellend sein... Nur um ins Gespräch zu kommen.

nicht mal nur um ins Gespräch zu kommen. Eine Therapie ist ja kein Kaffeekränzchen: "gut, dass wir darüber gesprochen haben." Sondern mit Hilfe von anderen Zugangswegen zu seinen nicht wahrgenommenen Gefühlen kann man sich ihnen wieder nähern.

Leere, das Nicht-Wahrnehmen seiner Selbst, ist ja auch ein Schutz. Was wäre, wenn die Leere auf einmal weg wäre. Man schützt sich meist vor imensem Schmerz. Leere ist letztlich nichts anderes als Anästhesie.  Wenn die Leere weg wäre, was wäre dann? Ewiges Weinen? Schreckliche, mörderische Wut?

Im Laufe einer Therapie lernt man, dass man sich diesen Gefühlen stellen darf, sie wahrnehmen darf, und trotzdem nicht stirbt.

Man kann sich diese Leere auch als Vorhang vorstellen. Was ist dahinter verborgen. Aber erst muss der Vorhang selbst betrachtet werden, ehe man ihn vorsichtig !!! beiseite ziehen kann.

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Danke für die ausführliche Beschreibung. Du hast natürlich Recht. Ich meinte, ins Gespräch darüber kommen, was dahinter steht, Zugang bekommen, was darf/soll nicht wahrgenommen werden etc. - hab das nicht laiengerecht genug ausgedrückt und zu viel (vorhandenes Wissen über Therapie) vorausgesetzt. Danke für die Ergänzung! :)

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