Wie kann ich meiner Oma helfen, den Tod von Opa zu verarbeiten?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn deine Oma das beobachtet hat, wie der Opa erstickt ist, dann spicht das in der Tat dafür, dass sie ein psychisches Trauma erlitten hat. Allerdings sind Menschen diesergeneration oft der Meinung sie müssten diese Eotionen und Symptome aushalten, denn psychisch Krank durfte man in Ihrer Zeit nicht sein, denn dann galt man als verrückt. Dementsprechend wird sie das Angebot einer Psychotherapie wohl kaum annehmen. Und das macht das ganze schwierig.

Trauer ( wenn sie normal verläuft) ist keine Krankheit oder Störung, sondern ist ein Lebensnotwendiger und wichtiger Prozess, bei dem es darum geht, ein Leben TROTZ der Lücke zu leben,und ein "inneres Bild" des Verstorbenen mit ins Leben zu integrieren. Wenn aber deine Oma rückblickend den Eindruck hat, nicht gut für deinen Opa gesorgt zu haben, evt Konflikte mit ins grab gewandert sind, dann ist auch das für sie sehr schwierig, und führt dazu dass sie in der letzten lebensphase resigniert.

Ich glaube du kannst da nicht wirklich was tun, außer ihr deine Wertschätzung zu vermitelln, evt ihr die Erfolge ihres Lebens zu verdeutlichen und ihr zuzuhören, wenn sie dabei ist, über ihr eigenes Leben bilanz zu ziehen, und dabei eben die "Lichtblicke" besonders herauszustellen und ihre Stärken und Fähigkeiten

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Psychologiestudentin,Notfallsanitäterin

Vielen Dank für deine Antwort.

Ja, es wurden auch Konflikte begraben, die meiner Oma heute schlimm zusetzen. Sie kann es ja nicht mehr verändern oder klären oder sich entschuldigen. Das führt dazu, dass sie sich zum Teil selbst bestraft (Wenn Opa jetzt nicht mitessen kann, dann esse ich auch nichts) und der Einstellung, dass sie nicht mehr leben mag bzw. ihr Leben keinen Sinn mehr ergibt. Ich sage ihr dann immer, dass Opa das nicht gewollt hätte und dass wir sie noch brauchen

0
@Katze446

Das ist schon mal ein guter Ansatz. Wenn das so heftig ist, das sie tagelang nichts isst oder so, dann klingt das schon nach eigengefärdung bei ihr

0
@sunnywobgirl

Sie hat auch schon öfter gesagt, sie nimmt eine Handvoll Tabletten, damit sie endlich weg ist... Aber ich glaube nicht, dass sie es wirklich tut, sondern dass sie damit ausdrücken will, dass sie ihr Leben als nicht mehr wertvoll/sinnvoll erachtet.

0
@Katze446

ds klingt so....leider im alter keine seltenheit...evt können deine eltern mal mir dem hausarzt sprechen

1

Sei für sie da, rede mit ihr,m wenn sie es will, hör zu, wenn sie es braucht und gib nur dann deinen Senf dazu, wenn sie ihn hören will. Sag ihr nicht, was sie glauben oder denken oder fühlen soll, sondern hilf ihr, sich mit der neuen Realität abzufinden.

Sie hat 50 oder 60 Jahre mit diesem Mann verbracht, ist jeden Morgen neben ihm aufgewacht und jeden Abend neben ihm eingeschlafen.

Du redest von einem schlechten Gewissen und dem Trauma, ihn ersticken zu sehen, aber für deine Oma ist gerade etwas zu Ende gegagngen, das du dir nicht einmal vorstellen kannst.

So einen Verlust verkraftet man nicht mal eben so, und die verschiedensten Gefühle wollen erst mal durchlebt werden, bevor man wirklich in der "Zeit danach" ankommt.

Da ist auch ein bisschen Demut von deiner Seite angesagt.

Meinst du, ich bin nicht traurig darüber, dass mein Opa gegangen ist? Und ja, ich kann nicht im entferntesten darüber urteilen, wie es ist, einen Menschen zu verlieren mit dem man so lange zusammen war. Aber du weißt nicht, wie sie teilweise zu ihm war. Ich zitiere:

"Wenn du nicht mehr da bist, gibt es endlich kein Geklecker und kein Gekrümel mehr und ich muss nicht mehr jeden Tag kochen"

"Irgendwann stoße ich dich die Treppe runter, damit ich meine Ruhe hab"

"Wenn du weg bist, kann ich endlich mein eigenes Leben leben"

"Du bist genauso schlimm wie das Sa*haus, aus dem du stammst"

So weit muss man halt auch nicht unter die Gürtellinie gehen.

Das alles habe ich selbst X-Male mitbekommen.

0
@Katze446

Und? Willst du sie jetzt dafür hassen, dass sie verzweifelt war und trotzdem versucht hat, ihm das Heim zu ersparen? Oder sie doch (wie in der ursprünglichen Frage) vor dem Wahnsinn retten?

Überleg dir gut, wie du deine Oma hinstellst, denn jedesmal, wenn SIE sowas gesagt hat, hatten DU oder ein anderer aus der Familie eine Chance, ihr und dem Opa zu helfen.

Könnte es sein, dass du auch ein schlechtes Gewissen hast, weil du das zu selten getan hast???

0
@DODOsBACK

Deine Einschätzung ist falsch.

Ich liebe meine Oma und habe meinen Opa geliebt. Meine Mutter, meine Tante und ich haben ihr geholfen, wo es ging bzw. wo sie es zugelassen hat. Sie hat sich strikt gegen Hilfe bei der Pflege gewehrt (z.B. wollte sie kein Krankentaxi, keinen ambulanten Pflegedienst, weder ich noch jemand Anderes durfte ihr beim Putzen oder der Hausarbeit helfen, sie wollte nicht, dass jemand von uns bei Opa bleibt, damit sie mal Zeit für sich hat und was machen will).

Warum sie gegen JEDE HILFE (egal ob innerhalb der Familie oder von außen wie Pflegedienste) war, kann ich dir nicht sagen.

Aber ich war vor ein paar Jahren selbst in ambulanter Psychotherapie und weißt du, was die Psychologin festgestellt hat? Dass ich mich nur um Andere kümmere und mich selbst vernachlässige. Der Streit zwischen Oma und Opa, die Scheidung der Eltern und noch andere Faktoren haben mich fast aufgefressen, ich habe weinend in der Ecke gesessen und konnte nicht mehr schlafen. Die Psychologin hat gesagt, dass meine Großeltern erwachsene Menschen sind, die das unter sich selbst klären müssen und dass ich da keinen Einfluss drauf hab und mich raushalten soll.

Wenn man über Jahre versucht, jemandem zu helfen und sich dieser partout nicht helfen lässt, dann muss man irgendwann aufgeben, sonst geht man selber kaputt dran

0
@Katze446
Wenn man [...] versucht, jemandem zu helfen und sich dieser partout nicht helfen lässt, dann muss man irgendwann aufgeben, sonst geht man selber kaputt dran

Wenn du das weißt, warum versuchst du es trotzdem?

Wie kann ich meiner Oma helfen, den Tod von Opa zu verarbeiten?

PS: Mein Beileid zu deinem/ eurem Verlust.

1
@DODOsBACK

Ich versuche es trotzdem, weil es mir keine Ruhe lässt. Und da ich ja immer noch regelmäßig in Kontakt zu meiner Oma bin und auch bleiben möchte, muss ich wissen, wie ich damit am besten umzugehen habe.

0
@Katze446

Genau da liegt der Unterschied - wie DU damit umgehst, kannst du beeinflussen. Deine Oma "retten" kannst du nicht.

Pass auf, dass du nicht in alte Gewohnheiten zurückfällst und überleg dir nochmal, was du mit deiner Therapeutin damals alles erarbeitet hast.

1
@DODOsBACK

Ich muss wissen, wie ich am besten reagiere, wenn sie am Telefon wieder damit droht, sich das Leben zu nehmen, weil alles sinnlos ist. Und was ich am besten machen oder sagen soll, wenn sie meint, dass sie wieder Opa gesehen hat. Einfach zuhören und bestätigen oder irgendwann auch mal sagen, dass sie sich vielleicht was einbildet. Womit richte ich mehr Schaden an?

0

Die Trauer darf deine Oma zulassen, das ist was völlig Normales, soll auch so sein. Wäre ja schlimm, wenn sie keine Trauer verspüren würde.

Du kannst sie ein wenig unterstützen, indem du sie oft besuchst. Redet über deinen Opa oder lenke sie ab, bringe sie auf andere Gedanken.

Hör ihr einfach zu. Sie gehört zu der Generation, die NIEMALS Hilfe von einem Psychologen in Anspruch nehmen wird

Sie gehört zu der Generation, die NIEMALS Hilfe von einem Psychologen in Anspruch nehmen wird

Verallgemeinerung.

1

Ist es da besser zu lügen? Also wenn sie erzählt, dass Opa wieder da war, sage ich besser, er war da um nach dir zu schauen als ihr zu sagen, dass ich das für Wahnvorstellungen bzw. einen Streich des Unterbewusstseins halte?

0
@Katze446

Genau. So würde ich das auch machen. Sie hat es eh schon schwer. Dann sag ihr lieber, dass er da war, um auf sie aufzupassen und zu schauen das es ihr gut geht.

Zu sagen, dass spinnt (im übertragenen Sinn) bringt ihr nicht viel.

1

Hi,

da hilft nur Beistand. Man sollte sich in der Phase des Trauerns möglichst wenig einmischen. Also vorallem umarmen, zuhören und Hilfe anbieten, aber nicht aufzwingen.

Die Trauer muss man schon selbst bewältigen.

Mein Beileid

Woher ich das weiß:Hobby – Beschäftige mich gerne mit diesen Themen

Was möchtest Du wissen?