Wie kann ich meinen Papa zu einer gesünderen Lebensweise überzeugen?

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6 Antworten

Dein Papa steht vermutlich ziemlich unter Strom. Er will und soll überall Höchstleistungen erbringen. Ich weiß nicht, was von ihm im Job erwartet wird, nehme aber an, dass er da richtig viel leisten muss, womöglich auch noch ständig unter Zeitdruck.

Ich höre aber aus deinen besorgten Worten heraus, dass auch daheim von ihm erwartet wird, dass er ein perfekter Vater ist. Welcher Erwartung er ja auch weitgehend nachkommt.

Nur hat er halt auch leider seine Schwachstelle. Nach einem harten Tag, an dem er die Erwartungen vieler Menschen - auch eure - erfüllt hat, braucht sein Belohnungszentrum einen Kick, den er sich halt durch haltloses Essen verschafft. Auch die Raucherei scheint ein untrügliches Zeichen dafür zu sein.

Dein Papa ist Ende vierzig in einem gefährlichen Alter, in dem er selber merkt, dass nicht mehr alles so leicht geht wie noch zehn Jahre vorher, aber er lässt es sich nicht anmerken, oder nur sehr sporadisch. Natürlich rächt sich sein Körper durch Abhusten des Tabakkondensats und durch Ansetzen von Viszeralfett. Das ist alles ziemlich ungesund, aber immerhin trinkt er nur wenig. Und seine Basisernährung ist nicht so schlimm. Wenn nur der nächtliche Überfluss nicht wäre ....

Irgendwie muss er aber seinen Stress loswerden und ihm stehen derzeit wohl keine anderen Stresslöser zur Verfügung, weil er sich (noch) nicht eingestehen kann, dass er an seinen Grenzen kratzt.

Deinem Papa täte mal eine entsprechende Kur gut. Wahrscheinlich geht er aber auch noch ausgesprochen selten zum Arzt, so dass er kaum "verwertbare" Krankheiten hat. Trotzdem sollte er es probieren und vielleicht auch mal eine Beratung bei seiiner Krankenkasse in Anspruch nehmen.

Schwierig ist es halt für euch, die ihr euch einerseits - berechtigte - Sorgen um ihn macht, ihn aber andererseits nicht mit eurer "Besserwisserei" und euren gut gemeinten Ratschlägen erdrücken dürft.

Versuche vielleicht, ihn ein wenig in Bewegung zu bringen; welcher Papa kann schon der Versuchung widerstehen, mit seiner Tochter (so wie du schreibst, schreibt eigentlich nur eine Tochter) eine Runde wandern zu gehen. Dabei lässt sich auch gut miteinander reden. Erzähle ihm vierlleicht das eine oder andere Geheimnis von dir und dann erzählt er dir vielleicht auch was von sich.
Womöglich weißt du sogar recht wenig von ihm.

Aber bitte mach ihm kein schlechtes Gewissen! Schließlich ist es sein Leben. Und auch wenn ihr immer mit dranhängt, hat er die Freiheit, seinen ersten Herzinfarkt abzuwarten, bevor er sich ernsthaft in Bewegung setzt und das Rauchen und Fressen aufhört. Es ist leider so, dass bei vielen Männern der Spruch zutrifft "wer nicht hören will, muss fühlen".

Ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen und ehemals korpulente Endvierziger, die Mitte 50 dann Marathon gelaufen sind, was auch eine Art Sucht ist. Statt der Lunge ruiniert man sich dabei aber nur die Knie.

Ich wünsche dir noch viele schöne Jahre mit deiner Familie, mit Hochzeiten und allem Drum und Dran!

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Mein Papa ist mittlerweile über 70, er hat seine "magische Grenze" geknackt. Auch sein Vater wurde nicht alt.

Trotzdem ist er nicht einsichtig und kotzt sich lieber die Seele aus dem Leib, als sich mal kurz untersuchen zu lassen.

Dabei müsste er es besser wissen, weil er schon drei Mal dem Tod von der Schippe gesprungen ist.

Neuster Spruch: Ihr müsst euch halt dran gewöhnen, daß ich nicht mehr lange da bin.

Na toll :-(

Du siehst, auch in anderen Familien sind die männlichen Oberhäupter nicht in der Lage, sich selbst etwas Gutes zu tun.

Wir sehen das Elend kommen, können aber nichts dagegen tun. Das ist echt die allerschlimmste Folter! Du weißt genau, daß eine simple Untersuchung Abhilfe schaffen könnte, aber nein, das wird abgelehnt.

Ich schätze, das müssen wir als Angehörige eben aushalten und dürfen das zum Anlass nehmen, selbst anders zu handeln.

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Also ganz ehrlich, wenn eins meiner Kinder an meiner Lebensweise rumkritteln würde, dann würde ich auch auf Stur schalten und "nun grade" tun, was mir gefällt.

Entweder, er ändert seine Lebensweise von sich aus, zeigt Einsicht - oder er lässt es sein. Du kannst niemanden ändern. Es ist der größte Fehler in einer Beziehung (damit meine ich nicht nur zwischen Partnern, sondern auch zwischen erwachsenen Kindern und Eltern), zu glauben, "den /die erziehe ich schon dazu". Damit ist meiner MEinung nach das Ende jeder BEziehung vorprogrammiert.

Vielleicht gelingt es Dir eher, Deinen Vater mal zu einer vorbeugenden Gesundheitsuntersuchung beim Hausarzt zu bewegen. Cholesterin und Blutzucker checken lassen, eine Untersuchung des Körpers, und schon weiß er, ob er was ändern sollte oder nicht.

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Kommentar von Gummibar334
18.10.2016, 21:53

Würde mich ja auch erstmal beruhigen. Ich vergesse es immer, aber denke irgendwie, dass er das sicher auch nicht machen wird. Männer stellen dabei ja meist auf stur. Trotzdem danke für den Tipp, vielleicht hilft es ja.

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ich würde sagen du zeigst ihm diesen text und sagst das du dir nich anderes zu helfen wusstest und dann werdet ihr wahrscheinlich beide weinen und dann wird's hoffentlich besser !

ich wünsch euch ganz viel Glück :)

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Kommentar von Gummibar334
18.10.2016, 20:15

Danke, das ist so einfühlsam geschrieben :)

Nur habe ich eigentlich schon alles, was in dem Text steht, schon am gesagt zu ihm, außer das mit seinen Enkeln und den Hochzeiten von meiner Schwester und mir irgendwann mal. Vielleicht ist das ja mein Ass im Ärmel. Aber du hast recht, vielleicht sollte ich nicht immer nur reden sondern ihm das schreiben. Dankeschön😊😊

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Jeder hat doch seine Laster. Und wenn er halt gerne isst, dann lass ihn das doch. Wenn er jetzt übertrieben stark übergewichtig wäre, dann könnte ich es ja noch nachvollziehen.. Aber so verstehe ich deine Sorgen nicht ganz. Es ist nicht dein Körper und nicht dein Leben. Sei doch froh das er so ein super Vater ist und lass ihn Abends vorm Tv in Ruhe seine Tüte Chips essen. Anstatt an ihm rum zu meckern, könntest du dich da zu setzten und die Zeit mit ihm genießen ;)

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Kommentar von Gummibar334
18.10.2016, 20:21

Natürlich ist es sein Leben, aber ihn früh zu verlieren und ihn bei so vielen wichtigen Ereignissen nicht dabei zu haben, ist eine meiner größten Ängste. Wenn es "nur" das viele Essen wäre...Aber dazu das Rauchen und wie gesagt, mein Opa...und es gibt so viele, die mit 40 einfach umkippen und tot sind. Natürlich sollte man sein Leben genießen, aber Essen aus Langeweile kann man ja nun wirklich nicht als Erfüllung sehen

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Kommentar von Morpheus94
19.10.2016, 01:41

Deine Ängste und Sorgen sind verständlich und logisch und zeigen das du ein gutes Herz hast. Aber mehr als es ihm sagen und ihm von deinen Ängsten erzählen, kannst du nicht. Letztendlich bleibt es seine Entscheidung. Vielleicht würde er seine Lebensweise ändern wenn sein Hausarzt mal ein ernstes Wörtchen mit ihm redet und ihn auf die Folgen hinweist?

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was verstehtst du unter ablösung?

hast du nicht das recht deine leben zu leben wie du es willst und dein vater auch?

brauchst du oder dein vater ein vormund?

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Kommentar von Gummibar334
18.10.2016, 20:22

Ich möchte nicht unhöflich rüberkommen, aber es scheint mir, als hättest du das Problem nicht verstanden.

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