Wie kann ich meine Trauer besänftigen oder ein besseres Gewissen über den Tot meines Hamsters kriegen?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hallo Constantijn,

es tut mir sehr Leid, dass du deinen Blacky verloren hast :-(

Ich kann sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst. Ich heule jedes Mal erbärmlich, wenn eines meiner geliebten Haustiere verstirbt - ich habe Rennmäuse, Wellensittiche, eine Ratte und ein Kaninchen begraben müssen und es war jedes Mal schrecklich traurig. Du bist mit deinem Kummer absolut nicht alleine, ich kenne viele Menschen, denen es genauso ergeht. Sie sind schließlich individuelle Familienmitglieder, die unseren Alltag teilen und bereichern, für die wir uns verantwortlich fühlen und zu denen wir eine liebevolle Beziehung aufbauen. Ich finde es ganz normal, um sie zu trauern - ich fände es eher sehr befremdlich, wenn jemand beim Verlust seines Tieres nichts empfinden würde! Du kannst deinen Tränen also ruhig freien Lauf lassen, das ist absolut nichts, wofür man sich schämen müsste.

Aber ich hoffe, ich kann dich ein wenig trösten.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass dein Hamster mit drei Jahren ein geradezu biblisches Alter erreicht hat. Ihre leider nur kurze Lebenserwartung beträgt im Schnitt gerade einmal 20 Monate, also nicht einmal zwei Jahre. Ich bin sicher, er ist ganz einfach an Altersschwäche gestorben.

Ihn einschläfern zu lassen war die richtige Entscheidung und der letzte große Freundschaftsdienst, dem du deinem Kleinen erweisen konntest. Es ist bei Goldhamstern nicht ungewöhnlich, dass sich das Sterben über Tage hinzieht und sie dabei leiden. Dein Tierarzt hat vollkommen recht, dass es für ihn besser war, schnell und schmerzlos aus dem Leben zu gehen. Einschläfern lassen heißt medizinisch "Euthanasie", das kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Guter, leichter, schöner Tod". Und genau ein solcher Tod ist es auch. Dein Blacky hat erst eine Narkose verabreicht bekommen, wodurch er bis auf einen kleinen Pieks keine Schmerzen gespürt hat. Oft genügt das schön, manchmal spritzt der Arzt noch ein Gift zusätzlich. Es ist auf jeden Fall ein sanfter und praktisch schmerzloser Tod, bei dem du ihn begleiten konntest.

Du musst nicht befürchten, dass er wieder aufwacht. Dein Tierarzt weiß, was er tut und ist ganz sicher gegangen, eine tödliche Dosis zu verabreichen.

Niemand weiß, was nach dem Tod geschieht. Ich persönlich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. Aber ich finde den Gedanken schön, dass das, was unseren Körper lebendig hält; die Körperwärme, die Lebensenergie, die elektrischen Impulse, die das Denken ermöglichen, die Seele, wenn du so willst, im Moment des Todes ganz offenbar den Körper verlässt. Genauso wird der Körper, wenn er verrottet, wieder Bestandteil von der Erde, den Pflanzen um das Grab herum, und wird allmählich überall verstreut und wieder Bestandteil von etwas neuem.
Wie Legobausteine,  bei denen man manchmal etwas auseinandernehmen muss, um etwas neues bauen zu können ;-)

Auf diese Weise sind die Toten überall und nirgends und bleiben in gewisser Weise mit uns verbunden, genau wie wir auch eines Tages. Und was von ihnen immer bleibt, sind die Erinnerungen, sodass sie im Grunde nie ganz und gar aus der Welt sind.

Falls es aber einen tatsächlichen Himmel oder ein Paradies geben sollte, bin ich mir absolut sicher, dass dort auch Tiere wiedergeboren werden. Denn was sollte das für ein erbärmliches Paradies sein, wo man noch nicht einmal mit seinen Haustieren wiedervereinigt wird?!

Ich finde es gut, dass du deinen Hamster beerdigt hast. Das ist ein schöner Abschied, finde ich.

Es gibt im Internet viele Seiten, auf denen man seinem Tier einen "virtuellen Grabstein" setzen kann, d.h. einen kleinen Eintrag schreiben, in dem man an das Tier erinnert und schreibt, was man empfindet, z.B. hier: https://www.rosengarten-sterne.de/

Vielleicht magst du Blacky dort gedenken. In Hamsterforen findest du auch sicher Trost von lieben Menschen, die genau wissen, wie es dir ergeht, jedenfalls habe ich in meinen Tierforen immer liebe, mitfühlende Worte des Trostes bekommen. Google mal "Regenbogenbrücke" - dazu findest du ganz viele Seiten, die sich mit der Trauer um Haustiere beschäftigen, in Anlehnung an die Erzähung von Paul C. Dahm (z.B hier nachzulesen: https://www.welli.net/regenbogenland/rainbow-bridge-gedicht.html)

... und auch wenn du daran im Moment wahrscheinlich noch gar nicht denken magst: Wenn du ein wenig Trauerarbeit geleistet hast (und es heißt nicht umsonst Arbeit), kannst du dir vielleicht auch vorstellen, wieder einem "neuen" Hamster ein Zuhause zu schenken. Das ist kein Ersatz für Blacky, aber in Tierheimen und anderswo sitzen viele kleine Fellnasen, die sehnsüchtig auf ein schönes Zuhause warten. Ich denke, es wäre in seinem Sinne, wenn du einem von ihnen ein neues Heim geben würdest.

Alles Gute dir und fühl dich mal feste gedrückt! Der Kummer lässt nach, versprochen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Constantijn
22.08.2016, 23:51

Vielen Dank, ich besitze bereits einen zweiten, undzwar den Sohn vom verstorbenen. Danke aber nochmals.

1

Ich hatte selber drei Hamster, und 3 Jahre ist doch ein tolles Alter. Und aufwachen wird er nicht mehr, keine sorge. Er ist jetzt an einem anderen Ort, und hatte sicherlich ein schönes Leben. Ist doch alles in Ordnung! Du hast alles richtig gemacht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Constantijn
22.08.2016, 22:27

Hat mich wirklich getröstet, danke.

1

Was möchtest Du wissen?