Wie kann ich meine Bestattung vorsorgen?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, für den Todesfall vorzusorgen, denn nicht nur alte Leute sterben. 

Das Problem ist, dass selbst nahe Angehörige nach dem Gesetz nicht einfach irgendetwas bestimmen können. 

Also sollte man a) eine Vorsorgevollmacht, b) eine Patientenverfügung und c) ein Testament verfassen. 

Diese drei Dinge habe ich erledigt, da ich nach dem Tod meiner Frau - und keinen gemeinsamen Kindern - den Fall für mich regeln wollte. 

Wichtig: Sich einlesen. Hier kann ich empfehlen 

"Das Vorsorge-Set" der Stiftung Warentest, 2. Auflage 2016 mit Infos zu den Themen 

1) Patientenverfügung (Krankheit und Unfall können jeden treffen) 

2) Testament (auch der Tod ist nicht wählerisch; wer soll was bekommen, was ist mit Haustieren - wer kümmert sich um was?) 

3) Betreuungsverfügung (ganz wichtig für Pflege und Behandlungen) 

4) Vorsorgevollmacht (hiermit kann und darf überhaupt erst jemand handeln). 

5) Sonstige Vereinbarungen (Passwörter für Computer und Internet, welche Art von Beerdigung (Erd-, Urnen-, Ruheforst/Friedwaldbestattung), welcher Betrieb soll es machen, wo sind Unterlagen zu finden (Zeugnisse, Berechtigungen, Versicherungsnummern (Lebens-, Kranken-, Rentenversicherung)), wer soll wann und wie benachrichtigt werden (Telefon, Fax, Mailadressen), evtl. ein Umschlag mit Geld für Auslagen zur Ausstellung von Sterbeurkunden, Kopien, Beglaubigungen. 

Zum einen wird die neue Rechtslage auch für Laien verständlich dargestellt und zum anderen gibt es Formulare, die man nur noch mit persönlichen Daten füllen muss und heraustrennen kann.

Noch wichtiger: Alle Berechtigungen, Verfügungen, Vollmachten von einem Notar erstellen lassen! Das hatten meine Frau und ich gemacht und ich habe jetzt aktuell beim Notar alles erneuern und eine gute Freundin als meine Bevollmächtigte eintragen lassen. 

Das Testament wird beim Amtsgericht des Wohnortes aufbewahrt und eine Kopie bei der RA- und Notarkammer in Berlin. 

Vollmachten gelten, gerade gegenüber den Banken, nur, wenn sie im Original von einem Notar stammen. Bei Banken kann man eine Bankvollmacht abgeben, aber warum alles einzeln machen, wenn es durch eine Generalvollmacht abgedeckt wird? 

Ich habe eine vom Notar ausgestellte Karte bei meinen Dokumenten (Ausweis, FS, EC-Karte), die sagt, dass eine Patientenverfügung existiert (da schauen Ärzte und Krankenhäuser als erstes nach) und von welchem Notar sie ausgestellt wurde. Dann darf nichts gemacht werden, ohne dass meine Bevollmächtigte ihr OK gegeben hat (na ja, Sofortrettungsmaßnahmen schon). 

Was ich dann genau möchte, habe ich eben in diesen Vordrucken der Stiftung Warentest angekreuzt, gestrichen oder ergänzt. 

Als erste Maßnahme kannst Du Dir einen (in Folie eingeschweißten) Zettel ins Portemonnaie / in den Koffer / ins Auto legen: "Im Falle eines Unfalls/meines Todes benachrichtigen Sie bitte ..." und vielleicht noch auf englisch: "In case of accident or death please inform ..." Dann Namen, Telefonnummer (in internationaler Schreibweise, also mit +49 vorweg), Mailadresse, Postanschrift. 

Sagen kann ich, dass so gut wie alles falsch oder zumindest anders ist, als es hier bei GF oder in irgendeinem Internetforum erzählt wird. Deshalb ist ein Termin beim Notar unbedingt Pflicht! 

Die Kosten dafür sind auch nicht allzu hoch (sind aber vermögensabhängig). 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sehr gute Frage die auch vernünftig beantwortet werden sollte. Zum einen sollte es Dir nicht egal sein was mit Dir passiert. Es ist lobenswert sich mit 27 Jahren darüber Gedanken zu machen. Als Bestatter weiß ich nur zu gut wie schnell es vorbei sein kann. Um eine komplette Vorsorge abzuschließen führt der Gang zu einem Bestatter eigentlich nicht vorbei. Allerdings gibt es da offensichtlich etwas neues am Markt wie man seit gestern auf der Seite der Verbraucherinitiative Aeternitas e.V. aus Königswinter lesen kann.

http://www.aeternitas.de/inhalt/aktuelles/meldungen/2016_09_30__15_56_55-Bestattungsvorsorge-Auffindbarkeit-der-eigenen-Wuensche-gewaehrleisten/show_data

Ich habe mir die Seite von dieser Conscius Card mal kurz angeschaut von der Aeternitas berichtet und kann nur sagen, dass es wohl eine tatsächliche Alternative ist. Generell kann man die Seiten von Aeternitas aber immer empfehlen da sich dort Juristen ausschließlich mit dem Thema Bestattungen beschäftigen. Und es wird dort auch ausdrücklich darauf hingewiesen, die eigenen Bestattungswünsche NICHT im Testament niederzuschreiben. Dieses wird im Regelfall erst nach der Beisetzung geöffnet. Hilft dann also nicht mehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von HauptstadtHeinz
01.10.2016, 09:35

Hallo Herr Bestatter-Kollege. Toller Beitrag, ich kann dir nur zustimmen. Ich bin selbstständiger Bestatter aus Berlin. Ich nutze die besagte Conscius Card (übrigens auch Wunschbestattungskarte genannt) nun schon fast ein halbes Jahr für meine Kunden. Diese kommen zu mir und machen mit mir einen Vorsorgevertrag. Im Nachgang bestelle ich dem Kunden dann die Conscius Card, welche er dann, wie einen Organspendeausweis in seinem Portmonee mit sich führt. Mehr Service kann ich dem Kunden nicht bieten. Die Kunden nehmen die Karte wirklich toll an. Natürlich kann der Kunde sich die Karte aber auch direkt bestellen, wenn er keine Lust hat zu Lebzeiten einen Bestatter aufzusuchen. Das soll mir recht sein, denn wie du mir sicher zustimmst, zählt nur das Ziel. Der Mensch soll sein Recht auf einen selbstbestimmtes Leben nicht bei seinem Tod verlieren. Der letzte Wille ist wichtig und verpflichtend.

0

Du machst ein Schreiben in welchem du deine Vorstellung/Willen für die Beisetzung niederlegst. Dieses Schreiben mit der Aufschrift "Im Falle des Todes umgehend zu öffnen, Beisetzungswunsch" und gibst es z.B. einem deiner Geschwister.

Dann hast du zwar keine Sicherheit aber deinen Willen kundgetan.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du solltest dir lieber über dein eigenes Leben Gedanken machen als über den eigenen Tot. Der kommt sowieso - früher oder später. Wenn du tot bist, ist es 'für dich' dann vollkommen egal, ob du hygienisch und umweltfreundlich  kremiert oder im Lehmboden zu einer Wachsleiche wirst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Klingt zwar doof, aber du solltest ein testament machen.
Auch wenn keine reichtümer zu vererben sind....
Auch solche dinge was nach deinem tod passiert kannst du dort regeln.
Komplett handschriftlich muss es sein, und du solltest dafür sirgen, dass deine angehörugen wissen, wo sie es finden.

Bei der gelegenheit solltest du auch gleich über eine patientenverfügung usw. Nachdenken
Da kann man nie zu früh dran sein
Lg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von edmuina
01.10.2016, 07:53

ps sry für die vielen fehlet, aber ich bin sehr unbegabt mit dem smartphone

0

Was möchtest Du wissen?