Wie kann ich mein Umfeld zu größerer Rücksichtnahme auf mein Asperger Syndrom beziehungsweise die

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7 Antworten

Indem du deine Einschränkungen konkret benennst und der Schulklasse erklärst, dass du das nicht mit Absicht machst. Am Besten in Form eines Referats mit anschließender Fragerunde.

Je nachdem, was du für Einschränkungen hast, könnte das zum Beispiel sein:

  • Ich bin schlecht im Sport, weil bei Asperger das Raumgefühl eingeschränkt ist. Es fällt mir schwer, meine Position und die Dinge oder Leute gegeneinander zu koordinieren. Darum kann ich keine Bälle fangen, aus demselben Grund verirre ich mich leicht und aus demselben Grund ist meine Handschrift krakelig.
  • Wenn ihr über mich herzieht, kann ich mich nicht mit Worten wehren, weil ich in Bildern denke und alles mühsam in Sprache übersetzen muss. Das funktioniert nicht, wenn ich zu wütend bin, um mich aufs Übersetzen zu konzentrieren. Ihr könnt schließlich auch kein Chinesisch, während jemand auf euch eindrischt.
  • Ich kann nicht ahnen, wann etwas sozial angemessen oder unmöglich ist, weil ich eure Gesichter nicht lesen kann. Mimik und Gestik sagen mit wenig, ihr müsst auf Deutsch mit mir reden. Wenn jemand es sagt, weiß ich auch, dass er z.B. gerade traurig ist.
  • .... und so weiter für jede deiner Einschränkungen.
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Wir lesen im Englisch Unterricht gerade ein Buch "The curious incident of the dog in the night-time" von Mark Haddon. In diesem Buch geht es um einen Jungen, welcher das Asperger Syndrom hat. Mir und auch meinen Mitschülern hat es gezeigt wie Leute mit Asperger Syndrom denken und in verschiedenen Situationen handeln. Empfehle deinem Umfeld doch das Buch. Vielleicht gibt es das Buch ja auch auf Deutsch.

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Kommentar von Rechercheur
29.11.2013, 17:42

In diesem Buch geht es um einen Jungen, welcher das Asperger Syndrom hat.

Nein, geht es nicht.

http://www.markhaddon.com/aspergers-and-autism

curious incident is not a book about asperger’s. it’s a novel whose central character describes himself as ‘a mathematician with some behavioural difficulties’. indeed he never uses the words ‘asperger’s’ or ‘autism’ (i slightly regret that fact that the word ‘asperger’s’ was used on the cover).

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Welches Umfeld meinst du? In der Schule, bei der Arbeit, im Freundeskreis,...? In der Schule könntest du ja beispielsweise ein Referat über das Asperger Syndrom halten (vielleicht im Fach Psychologie falls du es hast?). Velleicht verstehen sie dann, dass dir einige Sachen nicht so leicht fallen wie ihnen. Bei der Arbeit könntest du es jemandem anvertrauen, wie du dich fühlst, und dass dieses Syndrom dich einschränkt. Wenn es sich um deinen Freundeskreis handelt, kannst du ja auch mit jemandem darüber sprechen, sonst würde ich ihn evt. wechseln, wenn dich ihr Verhalten zu sehr stört.

Ich kenne mich leider nicht so gut mit dem Asperger Syndrom aus, deshalb hoffe ich, dass ich dir ein wenig helfen konnte :)

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Kommentar von mantelschweigen
29.11.2013, 17:36

Meine die Schule. Danke für deine Hilfe! :)

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Für mich fehlen da ein paar wichtige Punkte:

  • wie äußern sich deine Einschränkungen?
  • wann treten sie auf?
  • wo bereiten sie dir die meisten Probleme?
  • weiß dein Umfeld von deinem Asperger?
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Kommentar von mantelschweigen
30.11.2013, 19:14
  • Im sozialen Bereich sowie bei der Motorik.

  • Sie treten immer dann auf, wenn soziale Kompetenz oder motorisches Geschick gefragt sind.

  • Die meisten Probleme bereiten sie mir in der Schule, z.B. im Kunstunterricht.

  • Ja, sie wissen es.

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Deine Familie und deine engsten Freunde sollten das auch ohne Aufforderung tun. Bei fremden Menschen muss ich dir leider sagen, dass du da deine Erwartungen nicht so hoch schrauben solltest. Rücksichtnahme ist in unserer Gesellschaft ein Fremdwort geworden.

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Kommentar von howelljenkins
30.11.2013, 11:12

ruecksichtnahme auf jemanden mit asperger-syndrom ist nicht so einfach. wer selbst ein bisschen labil ist, nimmt es sich mitunter zu herzen, wenn jemand mit asperger syndrom unabsichtlich verletzend ist, koerpersprache fehlinterpretiert oder merkwuerdig reagiert. aufklaerung ist gut, kann aber das problem nicht aus der welt schaffen.

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indem du selbst auf einschraenkungen anderer ruecksicht nimmst z.b.

aufklaerung ist natuerlich von vorteil. dir muss allerdings auch klar sein, dass asperger zu haben kein freifahrtschein ist und du nicht fuer alles ruecksichtnahme erwarten kannst.

ich hatte vor jahren eine bekannte mit asperger. wenn man sich mit ihr unterhielt, redete sie haeufig mehr vor sich hin, als sich auf ein gespraech einzulassen. wenn man ueber ein problem sprechen wollte, hat sie abgelenkt oder das problem gar nicht wahrgenommen. sie war haeufig taktlos und sprach generell in einem aggressiv klingenden ton.

was ich damit sagen will ist: auch wenn mir die ganze zeit ueber bewusst war, dass das (zumindest zu einem grossen teil) am asperger lag, ist sie mir nie sympathisch geworden. ich habe sie nicht gemobbt oder abgelehnt, aber ich haette sie auch nicht freiwillig zu irgendwas eingeladen, denn das waere dann aus "mitleid" gewesen und das finde ich im grunde erniedrigender, als wenn man auf solche gesten verzichtet.

wuerde mich interessieren, wie du das siehst.

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Kommentar von mantelschweigen
30.11.2013, 19:01

Das ist mir klar, dass ich keinen Freifahrtsschein habe, aber das habe ich auch mit keiner Silbe behauptet.

Faktum ist, dass Asperger Betroffene mit massiven Einschränkungen zu leben haben, deshalb solltest du das nicht kleinreden.

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Sage ihnen, wo deine Schwierigkeiten liegen.

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