Wie kann ich mein Pferd zur Mitarbeit motivieren und was kann ich tun wenn er mega schnell trabt?

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6 Antworten

WEiß ich nicht. Es scheint sich um ein verrittenes Schulpferd zu handeln. Mit Lust oder Unlust hat das aber nichts zu tun. Das Pferd läuft halt auf der Vorhand davon, macht den Rücken knallfest, ist nicht in der Balance.

Theoretisch weiß ich, wie man dagegen vorgehen könnte. Aber nur beim eigenen Pferd. Und gewiss nicht mal eben innerhalb einer Stunde durchführbar. Das dauert halt Monate mit allerbestem Dressureinzelunterricht.

Meine Freundin besitzt eine Vollblutstute,mittlerweile 24. Sie hat sie dreijährig bekommen. Das Pferd ist kreuzebrav und ist von der Rennbahn verkauft worden, weil es immer gemütlich hinterher lief. "Ja, wo laufen sie denn?" Auch auf den Stoppelfeldern hat sie sich von Haflingern überholen lassen.
In der Halle aber raste sie. Im Galopp so schnell, dass sie nicht um die Ecken kam, und der Trab war auch viel zu schnell. Zwei RL, die meine Freundin zu Rate zog, meinten irgendwann ratlos, dass sie das Pferd am besten vor der Stunde im Gelände abgaloppieren solle. Es wäre ja ein Galopper.

Meine Freundin tat das auch, aber ohne Überzeugung, denn ihr Pferd war ja nicht heftig, zudem stand es im Offenstall. Es nützte auch nichts.

Dann fing  sie an, Reitunterricht bei meiner eigenen RL zu nehmen. Und diese Frau hat halt sehr viel Wissen um biomechanische Zusammenhänge. Sie ist nicht nur RL ,sondern hat auch eine Humanpysiotherapieausbildung.

Sie erkannte sofort, dass das Pferd mitnichten heftig war, sondern auf der Vorhand seiner Balance hinterherraste. Zudem war es schief wie der Turm von Pisa, was auch die Balance störte.

Der Galopp wurde erst mal komplett gestrichen. Meine RL sagt immer: eine gute Schrittarbeit ist die beste Galopparbeit. Es wurde im Schritt und Trab an Takt,Losgelassenheit, Anlehnung und Geraderichtung gearbeitet.  Und dann irgendwann nach MOnaten kam dann der Galopp hinzu. Aber kein Herumgaloppieren, sondern Angaloppieren, nach fünf oder sechs Schritten durchparieren, erneutes Angaloppieren, durchparieren, etc..

Nach gut einem  halben Jahr konnte das Pferd 10 Meter Volten galoppieren. Der Trab war im Takt, der Rücken schwang, es ging in Anlehnung. Nach ungefähr anderthalb  Jahren konnte die Galopperin sechs Meter Volten galoppieren.

So funktioniert das  halt. Aber das dauert. Die entsprechenden Muskeln müssen sich ja erst mal entwickeln. Und meine Freundin hatte bis zu dreimal in der Woche Unterricht gehabt. Und mindestens noch einmal in der Woche versucht, es alleine nachzuarbeiten.

Von jetzt auf gleich - geht gar nichts.


svaret 11.08.2017, 17:26

Ok danke :)

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Er steht anscheinend nicht so gut an den Hilfen wenn du das Tempo nicht umsetzen kannst, welches du möchtest. Zumindest an diesen Tagen nicht. Klappt denn Trab wie auch Galopp ansonsten immer gut? Also kann das Pferd es Normalerweise? Von der Gesundheit, Balance und Ausbildung her? Kannst du rittigkeit Normalerweise erreiten? Klappt es im normalen Training gut mit tempounterschieden? Kannst du ihn auf die Hinterhand bringen?

Was passiert denn wenn du nicht Galopp und trabarbeit trennst sondern viele Wechsel reitest? Schritt-Galopp-Trab-Schritt-Trab-Galopp-Schritt-..... auf gebogenen, abwechslungsreichen Linien.

Was heißt galopparbeit für dich? Und was verlangst du so im Trab wenn er aufhört sich auf dich zu konzentrieren und rennt wie er will? Kannst du ihn ans Bein reiten wenn er (nur im Galopp?) so triebig ist? 

Was für Tipps gibt deine Reitlehrerin dir so? Weshalb klappen die nicht dauerhaft? Klappen die Tipps denn direkt wenn sie die gibt oder auch dann mehr schlecht als recht?

svaret 11.08.2017, 17:26

Er läuft ansonsten wirklich immmer top und es ist immer eine wahre Freude weil er sonst immer sehr gut mitarbeitet und einem vertraut, sich fallen lässt...

Trotzdem danke! :)

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Das Problem ist, das dies Pferd ganz offensichtlich NICHT regelmäßig korrektur geritten wird
Das nächste Drama sind die fremden Touristen, die einfach nur mal reiten wollen und keine Lust auf anstrengende hilfreiche Lektionen haben.

Die fallen dann dem armen Pferd ins kreuz, lassen es auf der vorhand latschen oder rennen. Ergebnis: verspannungen und schmerzen beim pferd, vor denen es dann DAVON LÄUFT.

Und nach den ferien kannst Du wieder eine Menge Arbeit reinstecken, um ihn wieder fachgerecht von hinten nach vorn zu reiten und sauber auf die hinterhand zu setzen....

Daran wird sich kaum etwas ändern!

Leider!

svaret 11.08.2017, 22:11

Ja, leider. danke :)

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Wenn er in einem sehr hohen Tempo trabt, das du nicht sitzen kannst, warum lässt du ihn dann in dem Tempo laufen ? Du bist doch der "Steuermann und Tempogeber". Also würde ich da würde als erstes ansetzen. Und hier dann Volten, Schlangenlinien und Achten reiten, so dass er mehr untertreten muss und auch gar nicht mehr sein hohes Tempo halten kann. 

svaret 11.08.2017, 15:00

Das versuche ich auch immer, er rwnnt aber leider trotzdem...

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Pauliwauly 11.08.2017, 15:35
@svaret

Ganz ehrlich: Die beste Hilfe wäre die vor Ort. Reiten ist ja nichts, was nur du alleine machst oder nur das Pferd, sondern Reiten ist das Zusammenspiel von Pferd & Reiter. Deswegen kann man eigentlich nur dann richtig helfen, wenn man die Kombi sehen kann, weil man dann nämlich auch feststellen kann, wo das Problem liegt. Du merkst es hier ja mit den Antworten: Hast du schon probiert, funktioniert aber nicht. Was soll man dann noch weiter dazu raten, wenn ein "Standardrezept" nicht funktioniert? Hol dir einen guten Reitlehrer - ein wirklich guter KANN dir da sicher weiterhelfen! Auch eben weil er sehen kann, was du auf dem Pferd machst. Dann sollte man ggf. tatsächlich auch mal die Ausrüstung des Pferdes überprüfen und einen manuellen Therapeuten das Pferd mal anschauen lassen. Vielleicht hat er Rückenprobleme.

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Vermutlich stinkt ihm die Halle weil er gar nicht die Muskulatur hat, korrekt und halbwegs versammelt geritten zu werden. 

Besser du nutzt die Halle zum aufbauen der korrekten Rückenmuskulatur mittels Longe/an der Hand zum Beispiel mit Stangenarbeit. Das macht den Pferden oft Spass und fördert die Kontentration (trittsicherheit, Balance, Bauch und Rückenmuskulatur usw. Keine Hilfszügel. 

Mach auch geritten gezielte +Ubungen um seine Muskulatur aufzubauen.

Sein Traben deutet darauf hin, dass es arg um ihn steht. Ev/vermutlich fehlt eine Grundausbildung.

Erkundige dich Mal in Googel und Büchern (zb Dressurstudien, Teschen,guter Reitlehrer). Ein Pferd zu lehren wird auch dich viel lehren.

svaret 12.08.2017, 12:30

An das habe ich auch gedacht, nur warum passiert das nur vereinzelt dass er sich gegen mich stellt? 

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2AlexH2 12.08.2017, 13:56
@svaret

Vermutlich wenn er zu müde wird oder einen schlechten Tag hat. Um seine Motivation nicht ganz flöten gehen lassen in der Halle,musst du extrem darauf achten NIE zu überfordern und zu viel verlangen, sondern gerade so viel, dass er sich gefördert fühlt und es spannend bleibt. Deshalb auch in der Halle, abwechslung um die Muskeln erst Mal aufzubauen (und Kondition die Haltung zu halten).

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svaret 12.08.2017, 15:50
@2AlexH2

Ok danke, ich versuche es auch immer interessant zu gestalten, also ich gebe ihm Kopfarbeit, reite viele Übergänge... einfache Basics die ihn auch nicht überfordern.

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2AlexH2 12.08.2017, 20:47
@svaret

Manchmal geht die Überforderung extrem schnell, man glaubt es nicht. Je eher das Pferd korrekt arbeitet, desto anstrengender ist es. Besser kurze aber korrekte Lektionen, statt etwas länger und dann wird beschissen, weil er schon weiss das es sonst zu brutal wird. Ich könnte mit vorstellen, dass fast jedes Pferd dieses scenario zu gut kennt. Leider auch meiner immer Mal wieder.

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Bei meinem Pony hilft es, wenn ich für mehr Abwechslung sorge und sie immer brav treibe.

Geh doch mal vom Schritt in Galopp oder mach andere Übungen als sonst. Wenn du Spaß hast, dann übertrag diesen Spaß. Zur Not muss die Gerte wohl mal benutzt werden.

svaret 11.08.2017, 17:27

Danke für die Antwort :)

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