Wie kann ich mein eigenes Selbstbild nicht mehr von anderen Leuten abhängig machen?

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4 Antworten

Eins mal vorweg zum Trost:
Das 'eigene' Selbstbild ist immer auch in Wechselwirkung mit den Reaktionen, die man durch andere erfährt. Schließlich ist der Mensch ein soziales Wesen.
Aber natürlich ist es bedenklich, wenn man kein ausreichendes Gefühl von "Ich-selbst" hat. Da sollte ja eine gewisse Balance bestehen zwischen Selbst-Einschätzung und Fremd-Einschätzung.
Dass du die Frage stellst, ist ein Zeichen dafür, dass du dabei bist, deine Selbst-Einschätzung wichtiger zu nehmen. Und das scheint mir auch ein guter Weg zu sein: (mehr) darauf zu achten, was deinem Empfinden nach "zu dir passt" (oder eben nicht), was dir persönlich gefällt (oder eben nicht), was sich für dich "gut" anfühlt (oder eben nicht). Und vielleicht lohnt es sich auch für dich, mal auf Sehnsüchte von dir zu achten: was würdest du gerne tun? was würdest du gerne erleben? Was würdest du gerne haben? Und dann zu schauen, dass du davon etwas "in die Wege leitest", um es zu verwirklichen.

Ich zweifele momentan einfach nur stark daran, dass ich gar nicht weiß, was ist will und was nicht, wer ich sein möchte und wer nicht.. Das ändert sich oftmals und ich bin mir so unsicher.

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@Loveschocolate

Hallo, Loveschoco!
Es geht in dieser Phase nicht um das "Wissen" (im Sinne einer klaren und benennbaren Vorstellung), sondern um den spannenden Akt des "Hinspürens"! Also den Schwerpunkt setzen darauf, WIE sich etwas anfühlt, mit dem du zu tun hast. Das ist ein fließender Prozess der SELBSTentdeckung. Z.B. geht es dann nicht  darum, dass du dein Ziel schon kennst ("Das WILL ich!"), sondern darum, dass du - unabhängig von deinen Vorsätzen etc. - dein GESPÜR für dich selbst entwickelst. AAHH! Das hat mir irgendwie gefallen eben! Hm, fühlt sich irgendwie gut an. - Hoppla, das ist ja interessant!  (Oder - falls es anders ist - eben das Gegenteil davon). Du musst nicht (vorher) wissen, ob dein Verhalten RICHTIG ist oder nicht, sondern du bist einfach in dem Moment wie du bist - und spürst DEINE Reaktion darauf (Scham, Stolz, Neugier ...). Das wird bzw. ist der Kompass für dein EIGENES.
Hast du eine Ahnung (gekriegt), wovon ich rede?

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Ja ich kann mir da jetzt schon mehr drunter vorstellen... Hättest du vielleicht dennoch trotzdem ein konkretes Beispiel für mich? wäre sehr nett, denn ein wenig vage sind meine Ideen dazu immer noch

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Einige Zeit später:
Ein 'Danke' für meine Bemühungen nehme ich immer noch gerne entgegen. (:-)

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Orientiere dich z.B. an deinem Bauchgefühl. Achte mehr auf dein inneres Empfinden...

Es ist nicht falsch, wenn du erstmal nach außen, auf deine Mitmenschen und bestimmte Situationen schaust (andernfalls würdest du nur mit "Scheuklappen" durch die Gegend rennen). Aber spüre dabei auch immer in dich hinein, ob es sich für dich "stimmig" anfühlt. Etwa so, als ob du auf dich selbst genauso viel "Rücksicht" wie auf andere nimmst. Du kannst dich mit den Meinungen anderer durchaus auseinandersetzen, aber nimm sie dir nicht zu sehr zu Herzen. Letztlich kommt es immer darauf an, wie DU dich selbst bewertest...

(Wenn das jetzt zu abstrakt klingt, müsstest du mal eine typische Situation aus deinem Alltag erläutern, wo deine "Problematik" deutlich wird)

Hey Loveschocolate,

Frag dein Herz was du in Zukunft machen möchtest. Mach einfach mal das komplette Gegenteil von dem was du sonst tust.Jeder Mensch hat Begabungen wie zb. Ich im Musikalischen.Es ist NICHT schlecht sich an seinen Mitmenschen zu orientieren aber du sollst dich nicht verunsichert fühlen wenn du etwas ganz verrücktes,neues ausprobierst und die anderen im ersten Moment komisch finden.Wenn du kleine Anregungen brauchst kannst du mich ja mal Adden

MFG 

JonasGs   

von "mal was anderes tun", habe ich im Moment genug. ich bin mir so unsicher. ich weiß gar nicht mehr, was überhaupt noch anders wäre für mich und was dementsprechend normal wäre

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Also ich kann dir nur die Dinge aus meiner Sicht schildern:

Ich orientiere mich auch an anderen Menschen, bei mir ist aber der Unterschied das dass Menschen sind hinter denen ich vollkommen stehe auch wenn ich sie noch nicht 1x in echt gesehen habe.
Diese Menschen haben meistens meine Meinung geprägt oder meine Meinung und Gedanken und Einstellungen geteilt - Ich würde die Menschheit Kategoriesieren wollen von A bis Z, und das bezogen auf ALLES was es gibt, also ein Ratingsystem von A bis Z für Charakter, Aussehen, Lebenseinstellung, Beruf, Horizont usw usw usw usw.
Und jeder Mensch der sich in meinem persönlichen Rating im oberen drittel befindet ist jemand zu dem ich mich hingezogen fühle, jemanden den ich respektiere, jemand der ich sein will, jemand wo ich hin will.

Und wenn man Jahrelang solche "Findungsphasen" durchmacht, ist man irgendwann man selbst.

Wir kategorisieren als Menschen sehr gerne,bzw. ist es wohl in den Genen so zu denken. Aber eine „Kategorie“ ist nur die halbe Wahrheit, selbst wenn es so schön einfach ist so zu denken. Leider neigen wir dann dazu, vorschnell Menschen in diese Kategorien zu stecken, z.B. nicht jeder der schwul ist, verhält sich wie eine Frau. Kategoriedenken ist völlig normal und macht jeder, ich selbst inklusive. Ich möchte damit nur sagen, dass es sich auch lohnt über den Tellerrand zu schauen und auf Feinheiten zu achten oder die Vielfalt zu sehen und nicht vorschnell zu „urteilen“.

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Ich wüsste gar nicht, woran ich mich wie orientieren sollte und was ich tun sollte um überhaupt Kategorien zu entwickeln.

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