Wie kann ich kleine passungenauigkeiten vom Sattel ausgleichen?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Gelpads haben zum einen das Problem des Hitzestaus, zum anderen schaukeln sie den Sattel eher auf.

Das mit dem für dickere Unterlagen muss anders gepolstert werden, ist widerlegt. Man hat mit Druckmessungen festgestellt, dass die dickere Unterlage den Sattel nicht enger gemacht hat, wie man vorher annahm, weil der Sattel eben auch angehoben wird und dann passt's rundum doch wieder.

Ich habe zwar das Glück, dass mein Sattler jedes Quartal ohne Fahrtkosten vorbeischaut und anpasst, soweit sinnvoll, aber nicht alles kann mit der Arbeit des Sattlermeisters behoben werden. Beispielsweise fehlt meinem Wallach durch seine Schulpferdsättel deutlich Trapezmuskel. Das haben wir lange nicht explizit in Angriff genommen, weil wir froh waren, wenn wir ihn an anderen Stellen aufbauen konnten. Jetzt ist das restliche Pferd so weit, dass eigentlich nur noch am Trapezmuskel Aufbau erforderlich ist. Polstert der Sattler mir hier auf, dann haben wir genau auf einem aufzubauenden Muskel Druck. Das wäre kontraproduktiv. Polstert er hier nicht, taucht der Sattel da rein. Auch Käse. Also müssen wir hier auch vorübergehend mit einer etwas ausgleichenden Unterlage arbeiten.

Eine Lammfellunterlage reicht da nicht. Die ist einfach die hautfreundliche Variante der Sattelunterlage, wenn das Pferd blöd auf "stehenden Schweiß" unterm Sattel reagiert und somit als Ersatz für die normale Unterlage einzusetzen dann, wenn damit zu rechnen ist, dass der Schweiß länger am Pferd bleiben wird. Selbst die gute Christ, die wirklich dicht ist und stabil. Das Trapezmuskelentlastungspad haben wir zuhause, aber das passt leider nicht, lässt sich nicht so auflegen, dass die Aussparung wirklich beim Trapezmuskel ist, weil es dann hinten unter dem Sattel verschwindet. Also musste ich weiter suchen und bin jetzt bei Medi-Cheval gelandet. Da gibt's Sattelunterlagen mit großen Einschubtaschen (Vario), in die man beliebiges einlegen kann. Es gibt alleine drei verschieden dicke Einlagen zu kaufen und auch Polster, die dazu geklettet werden können und wenn da gar nichts passt, kann man im Handel Filz erwerben in verschiedenen Dicken und Druckfestigkeiten, den man sich drauf zuschneiden kann. Das stimme ich dann schon jeweils mit dem Sattler ab, was er für sinnvoll erachtet.

An Deiner Stelle würde ich ihn das nächste Mal drauf ansprechen, wie Du mit der jahreszeitlichen Veränderung umgehen sollst, dass er eine Anpassung findet, die sinnvoll ist mit entsprechender Unterpolsterung ganzjährig zu nutzen. Wenn es Dir die Investition in die hochwertige, aber auch entsprechend hochpreisige Medi-Cheval Unterlage nicht wert ist, könntest Dir irgendein Geldpad mit Hülle besorgen, das Geldings aus der Hülle beiseite legen und Dir Filz oder ähnliches Material in der richtigen Dicke und Druckfestigkeit - oder auch in mehreren für mehrere Jahrezeiten - besorgen und nach der Form des Gelpads was fertigen, was auch wirklich funktioniert. Allerdings sind diese meistens zu schmal gefertigt. Das lob ich mir an den Medi-Cheval, dass die Taschen und Einlagen wirklich das komplette Sattelkissen abdecken. Pferd läuft traumhaft drunter, Einwirkung ist nicht schwammig geworden durch die Medi-Cheval XL Einlagen und der Trapezmuskel nimmt erstmals in den 7 Jahren, die ich mein Pferd jetzt habe, wirklich zu. Ich bekomme da keine Provision ... heißt, ich lobe aus guter Erfahrung und nicht, um zu überreden. Und, pssst, man kann die Sachen auch ohne Aufpreis in "Wunschfarbe" bekommen. Dazu muss man halt Kontakt aufnehmen vorher zum Anbieter ;-)

Danke für die ausgiebige Antwort! Ehrlich gesagt traue ich mir dieses selber zu schneiden nicht zu, ich habe immer Angst mehr etwas falsch zu machen und es somit schlimmer werden zu lassen als besser. Trotzdem sehr nett, dass du dir die Mühe für solch eine lange Antwort gemacht hast. Ich werde mir dieses Vario Pad mal anschauen:)

0
@HannnaNiko

Ich dacht mir, wenn ich mal selber was machen soll, weil eben die Einlage nicht passt, leg ich die Einlage auf das Material und zeichne ihre Form nach. Da kann ich eigentlich nichts falsch machen. Aber ich bräuchte wieder Wochen, bis ich die Zeit finde, das über die Bühne zu bringen. Insofern bin ich grad froh, dass es mit den XL Einlagen von Medi-Cheval aufwärts geht und ich nicht gezwungen bin zu basteln. Und das Ding ist auch noch sehr gut waschbar, viel pflegeleichter als mein Lammfell.

Ich hab die hier: http://www.medi-cheval.net/Vario-Schabracke-VS-inkl-Shock-Absorb-Stripes-M unter einem Passier Eventing. Auch unser zweites Pferd hat einen Passier Eventing und hat die Einlagen M drin. Da überlege ich grade auch, ob ich den 50er investiere für die XL Einlagen. Filz würde mich halt nur 5 Euro kosten, aber bis ich dann nachzeichne, eine Schere oder ein Messer finde, womit es sinnvoll zu schneiden geht, ...

1

Schau dir doch mal einen Lederbaumsattel an. 

Die gehen mit dem Pferd mit und passen sich an, wobei sie das Gewicht genauso gut verteilen wie einer mit festem Baum.  

Die gibts auch in "englisch", falls du Turniere gehst. 

Ich habe tatsächlich auch schon eine Frage dazu gestellt :))

0
@HannnaNiko

Was hält dich davon ab, der Widerrist?  

Ich hab auch ein breites Kaliber mit wenig Rist und den Ludomar Venus - da rutscht nichts. 

0

Nein, bisher hält mich davon ab, dass ich die Kissen selber kletten muss. Aber eine nette Mitarbeiterin der Firma Hidalgo hat mir ihre Hilfe per e-mail bestätigt :)

1
Nächste interessante Frage

Sattelgurtschoner gesucht!

Ein Lammfell ist immer die bessere Alternative zum Ausgleich von kleinen Unregelmäßigkeiten, zudem der Euroriding ein sehr geduldiger Sattel ist und nicht dazu neigt bei jeder Kleinigkeit zu drücken.

Das Gute an Berlin/Brandenburg Ortslage Pampa, unsere Sattler haben Kunden bis Schleswig Holstein. Du musst sie nur fragen und wenn es auf einer Reiseroute liegt, bezahlst Du gar nichts an Anfahrtskosten.

Bei welcher Sattlerei bist du? Hase/Haase? ( keine Ahnung wie es geschrieben wird 😱😂)

0
@HannnaNiko

Sorry, ich veröffentliche keine Namen von Personen. Aber der ist es nicht.

0

vielleicht einen Baumlosen oder einen Lederbaum Sattel?

Baumloser geht nicht weil ich auf Turniere gehe, Lederbaumsattel ist was tolles aber meine Mama hält das für Schmu und wir müssten beide Sättel für einen Hidalgo verkaufen, womit ich zwar leben könnte, was aber natürlich auch nicht allererste wahl ist.

0

Mich konnte beides noch nicht überzeugen, weil die gar nicht so leicht wieder in den Schwerpunkt zu bringen sind, wenn sich durch Veränderung des Pferdes die Schwerpunktslage ändert. Bei einem Baum, der in der Maschine des Sattlers geändert werden kann, kann man halt umkonstruieren, wenn's ist. Und sie setzen einen sehr breit - sodass man ohne Kraftanstrengung nicht mehr begleitend das Bein sanft am Pferd liegen haben kann ... bisher habe ich noch kein Modell erlebt, das sinnvoll wäre. Vielleicht liegt es an meiner Anatomie auf Reiterseite, allerdings sitzen andere reitende Frauen auch nicht besser. Vielleicht liegt es an der Anatomie der Pferde, aber ich habe schon auf vielen Pferden sowas geritten.

2

Was möchtest Du wissen?