Wie kann ich im Schach als Positionsspieler lernen, besser anzugreifen?

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5 Antworten

Hallo,

grundsätzlich lernt man Schach super beim Trainieren. Da Anfänger sich zum trainieren nicht ganz so gut eignen, empfehle ich dir, einen Schachklub aufzusuchen und dort bei Trainingsabende teilzunehmen. Online gibt es natürlich auch viele gute Schachseiten. Persönlich geht Analyse, Tipps und Hilfe jedoch leichter.

Ich weiß nicht, ob ich eher ein "Positionsspieler" bin, der nur verteidigen, aber nicht angreifen kann. Du als "Positionsspieler" siehst also alle möglichen Gefahren und kannst diese gut abwenden? Dann verstehe ich nicht, wieso du beim Angreifen gleich an Material verlierst. Im Prinzip geht es doch um das selbe: Figuren müssen - genau wie beim Verteidigen auch - gedeckt sein.

Wichtig ist, dass du bei der Eröffnung deine Leichtfiguren entwickelst, noch nicht viel schlägst und alle gut deckst. Dein Ziel ist es, dass alle Figuren im Spiel sind und relativ viel und wichtige Felder angreifen. Ist dir dies gelungen, können deine Figuren doch gar nicht anders, als automatisch angreifen. 

Ich bin auch noch Anfänger, aber ich hoffe, ich konnte dir weiter helfen. :)

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1. Manche Eröffnungen geben dir einfach keinen guten Angriff, es kommt also schon auf die ersten Züge an, ob du als Weiß bzw. Schwarz in einer komfortablen Position bist, anzugreifen. Wenn du als Weiß das Giuoco-Piano spielst, wirst du nicht gut angreifen (davon ausgehend, dass ein Gegner nicht viel falsch macht). Wenn du als Schwarz das Königsgambit annimmst, wirst du auch nicht angreifen.

2. Um einen Angriff starten zu können, musst du besser stehen als dein Gegner, sonst geht das nach hinten los. Hast du einen Materialvorteil? Wenn nein oder falls du sogar einen Materialnachteil hast (Gambits), hast du einen deutlichen Entwicklungsvorteil? Welcher König steht besser? Wer hat die besseren Läufer? Kann dein Gegner deine Bauern blockieren? Ohne Soldaten kein Krieg.

3. Frage dich jeden Zug, was dein Gegner machen kann, um den Angriff einzufrieren. Wer gut verteidigt, der kann diesen Schritt besonders gut machen. Spiel im Kopf einen Zug für dich und frag dich dann, was dein Gegner für gute Verteidigungszüge hat. In diesem Punkt ist das Üben der Verteidigung eine wichtige Sache, um deinen Angriff stärker zu machen. Ich spiele sehr häufig Partien als Schwarz extra-passiv, einfach um zu üben, wie ich Angriffe erfolgreich einfriere, das hilft mir dann ein Spiel später beim Angreifen selbst. Wenn du dir anguckst, wie Anfänger im Drachen als weiß den Yugoslav-Angriff spielen und dann einfach Bauern nach vorne hauen, ohne zu sehen, dass in jedes einzelne Loch ein schwarzer Springer reinhüpft, dann lernst du, was verschenkte Initiative ist.

4. Suche nach Taktiken. Wenn du einen Angriff am laufen hast, deine Figuren alle gut stehen und dein Gegner schwächelt, muss irgendwann der Zug kommen, bei dem du zuschlagen musst, bevor dein Gegner sich eine Festung baut. Du wirst aus Intuition merken, wann die Partie hitzig wird, hier musst du dir die meiste Zeit nehmen. Rechne jedes Schach, jedes normale Schlagen, jeden Abtausch, jeden Entwicklungszug aus, das gibt dir einen Überblick über die Position, welche Figuren die wichtigsten sind usw. Jetzt rechne alle Opfer aus, nicht nur die Läufer-gegen-Bauer-Opfer, auch die Qualitätsopfer, auch die Turmopfer, auch die Damenopfer, du wirst dich wundern, welche Möglichkeiten sich dir bieten, wenn dein Gegner nur einen guten Springer vor seinem König hat, du den aber einfach mit der Dame weghaust wenn nichts anderes geht. Die Grundregel ist: Wenn dein Gegner gut ist, hat er die offensichtlichen Züge wahrscheinlich selbst durchgerechnet, und er hätte den Zug nicht gespielt, wenn das nicht OK für ihn aussähe. Die kranken Züge sind in solchen taktischen Stellungen oft die besten, aber opfere bitte nicht ohne Grund rein, sondern rechne!

5. Suche jeden Zug nach dem Matt! Das passt vielleicht in Punkt 4, aber sollte ein eigener Punkt für sich sein. Wenn du in einer guten Angriffsstellung bist und du Druck aufbaust, dann kommen die Taktiken (für Materialgewinn oder sonstiges) von selbst, aber für das Matt musst du etwas tun. Wenn du sonst nichts machen kannst, was deine Stellung verbessert, nimm dem König Fluchtfelder, mach ein Matt-Netz um den gegnerischen König.

6. Verhindere Gegenspiel. Der gesamte Angriff lebt von der Initiative, wenn du die nicht hast, kannst du nicht angreifen. Wenn du dir nicht absolut sicher bist, dass dein Gegner dadurch keine Initiative gewinnen kann, verhindere auch nur ein einziges Schach gegen deinen König. Manchmal wird ein trivial gewonnenes Spiel zum Remis, wenn dein König bis in alle Ewigkeit Schach gesetzt wird.

7. Spiele nicht wie Mikhail Tal. Wenn du kein Großmeister bist, dann kannst du nicht einfach so einen Turm Opfern mit der Idee: "Ich fühle, dass ich Initiative gewinne und das sollte ich irgendwann wiederbekommen.". Du kannst angreifen ohne kranke positionelle Opfer, sondern nur durch Opfer, bei denen du bereits nach spätestens 5 oder 6 Zügen deutlich etwas zurückbekommst. Das widerspricht nicht meinem obigen Punkt, da es einen Unterschied gibt zwischen einem spekulativem Opfer und einem durchrechnetem Opfer. Das spekulative Opfer bitte weglassen, es sei denn du bist Großmeister ;)

LG

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Wie kann ich im Schach als Positionsspieler lernen, besser anzugreifen?

Eigentlich ist jeder Spieler mehr oder minder ein „Positionsspieler“. Von daher verstehe ich deine Frage überhaupt nicht!

Verteidigung bedeutet ja nicht automatisch rein defensives Verhalten und kann bzw. sollte durchaus zugleich auch einen Gegenangriff starten.

Vielleicht solltest du mal folgende Bücher durcharbeiten:

  • Die Kunst der Bauernführung von Hans Kmoch - leider wahrscheinlich vergriffen
  • Pawn Structure Chess von Andrew Soltis – auch als eBook!
  • Chess Structures: a Grandmaster Guide von Mauricio Flores Rios – auch als eBook
  • Das Mittelspiel von Max Euwe – nur noch die erste Hälfte des Buchs erhältlich
  • Die Endspieluniversität von Mark Dworetzkij
  • Grundlagen der Schachendspiele von Karsten Müller
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ein richtiger Aufbau ist das A&O .

Ich bin selbst ganz am Anfang ziehe aber nicht so dass ich gleich Materialverlust habe .

Erstmals ziehe ich ein Bauer auf  e4 dann spiele ich die S und L raus je nachdem wie es der Gegner zulässt und evt. noch einen 2. Bauer auf d3 notfalls noch einen Dritten aber vorsichtig.

Bei mir ist es sehr wichtig dass ich jeden Zug vom Gegner beobachte und abschätze, wo dabei für mich eine Gefahr ist.

Man kann nicht auswendig gelerntes umsetzten sondern muss sich der gegenwärtigen Situaiton stellen und die Züge auf sich zukommen lassen, erst dann weis man wie man weiter machen kann...

Auch bin ich darauf bedacht immer meine eigene Figuren zu schützen d.h., nicht einfach so zerstreut rausspielen und dann stehen sie da wie eine einsame Klasse - ungeschützt....

Fange klein an und gehe Schritt für Schritt vorwäts - ich greife meistens dann an wenn es der Gegner nicht meht gedacht hätte....

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Es gibt viele gute Bücher über den Angriff, vor allem den Königsangriff, zum Beispiel von Vuckovic und Neistadt. Als Positionsspieler legst du durch gesunde positionelle Züge eigentlich die Grundlage für einen Angriff, wenn die Stellung reif dafür ist. Passiv solltest du nicht spielen.

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