Wie kann ich ihr schnellstmöglich helfen?

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2 Antworten

Der leidende Mensch braucht Trost, aber keine billigen Sprüche, wie ich sie in Krankenzimmern häufig gehört habe, etwa: "Es wird schon wieder besser werden ..." "Unkraut vergeht nicht ..." "Nur den Mut nicht verlieren ..." usw.

Damit ist noch niemanden in echter Weise geholfen worden.

Trost, Beistand, Stützung und Stärkung beginnt da, wo der Leidende seine ganz Befindlichkeit, alle seine Gefühle zulassen kann.

Der Weg durch das Leid ist nämlich immer der Weg hindurch und niemals der Weg drumherum. Darum ist es gut, wenn der Leidende alles äußern darf, was er erlebt (äußern=von innen nach außen setzen)

Alles, was im Innern bleibt, werden wir nicht los. Wir können es nur wieder wegschieben bzw. verdrängen.

Was aber von innen nach außen gesetzt wurde - durch das sich Äußern - davon können wir uns langsam distanzieren.

Wenn ich gesagt habe, dass der Leidende alles äußern darf, dann meine ich auch wirklich ALLES.

Wenn ihm zum Weinen zumute ist, darf er weinen, wenn er wütend ist, darf er wütend sein, und wenn er sein ganzes Nichtverstehen Gott vor die Füße werfen will, dann darf er das auch.

aus: Seelsorge von Friedhelm Sticht

Aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen.

Wenn du deiner Freundin helfen willst, dann schenke ihr ein offenes Ohr und ein mitfühlendes Herz. Lass sie weinen, schreien und wie ihr noch zumute ist ...

Aber dräng sie nicht zu solchen Schritten, dahin sollte sie alleine kommen ...

Alles braucht seine Zeit.

lg

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Kommentar von uigo79
27.07.2016, 09:49

Vielen Dank für deine mitfühlende Hilfe. Ich dränge sie natürlich zu nichts. Ich bin hier weil sie mich um Hilfe bat ob ich nicht eine Therapie kenne die ihr helfen könnte. SIE WILL Therapie machen, sie will an sich arbeiten und natürlich höre ich ihr immer zu, so oft ich nur kann. Nochmals Danke für alles und ich nehme mir all deine Tips zu Herzen.

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Wenn bei einem Haus, das Dach undicht ist, flickst du auch nicht den Fußboden, sondern das Dach!

Was ich damit sagen möchte: nicht sie soll zur Therapie, sonder ihr Ehepartner.

Als erstes muss sie die Plage loswerden, bevor sie sich um sich kümmern kann.

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Kommentar von uigo79
27.07.2016, 09:31

Ok ich vergas zu schreiben dass sie ihn schon seit 2 Jahre losgeworden ist. aber die Probleme mit der Gefühlslosigkeit sind immer noch da. Sie hat auch schon etliche Therapiearten versucht wie sie mir sagte. Glaube mir, wenn sie noch mit dem zusammen wäre, hätte er jetzt ein Problem. Leider ist er unauffindbar.

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