Wie kann ich genauso gut zeichnen?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Michael Jackson ist das, was ich als einen Charakterkopf bezeichnen würde – es braucht nicht viel, um ihn erkennbar zu machen. Was deine Zeichnung aber wirklich noch braucht, sind Schattierungen.

Ich würde dir davon abraten, für den Anfang zu viele Bleistifte dafür zu verwenden (2-3 reichen vollkommen). Alles, was härter als HB ist, würde ich sowieso mehr fürs Skizzieren als fürs Schattieren aufheben. Ein HB, ein 2B oder (!) 4B für die mittleren Töne und ein 6B oder (!) 8B für die wirklich schwarzen Stellen reichen. Für die ersten Übungen kannst du auch alles mit einem machen, denn wichtiger als das Werkzeug ist, dass du erst mal die Technik lernst und ausprobierst, welcher Bleistift für dich am geeignetsten ist bzw welchen du für was bevorzugst.

Fürs Schattieren ansich, gibt es viele verschiedene Techniken. So gibt es einerseits die Schraffur, wo man Ton für Ton bildet, indem man immer mehr Schichten an engeren und weiteren Linien übereinander legt. Dann gibt es das "Schummern", wobei man die Bleistiftlinien verwischt – während das einerseits für sehr schöne weiche Übergänge sorgen kann, würde ich gerade am Anfang ganz stark davon abraten, weil man dazu neigt, die Kraft und Präzession aus der Linie zu nehmen, was das Bild dann im Endeffekt nur unscharf und verschmiert wirken lässt. Wenn du Proportion beherrschst, kann es aber gezielt eingesetzt(!) ein Bild aufwerten. Dann gibt es noch das "Stift-schräg-halten" wobei die Dunkelheit über den Druck reguliert wird.

Egal was du wählst, oder was dir beim Ausprobieren am meisten zusagt, es ist wichtig, dass du dein Farbspektrum aufbaust und nicht direkt versuchst die Dunkelheit einer Stelle zu treffen. Während es helfen kann, ein paar sehr dunkle Stellen, wie vielleicht das Nasenloch, eine Augenbraue oder die Pupillen direkt einzuzeichnen, damit man den Kontrast besser einschätzen kann, ist es besser, wenn man die ersten Schatten nur ganz hell setzt und dann nach und nach dunkler wird. Das erlaubt mehr Präzission und weichere Übergänge bei den Schattierungen, da man genau sieht, welche Stellen noch dunkler werden müssen und wo der Ton bereits stimmen könnte. Außerdem erleichtert es Plastizität in schattierten Flächen aufzubauen.
Es kann übrigens helfen, sich die Schattierungen von Grundobjekten, wie Kugeln, Rechtecken, Zylindern und Co anzusehen!
Wenn du Rat zu Licht und Schatten im Gesicht willst, kann es helfen – und das klingt jetzt vielleicht ein bisschen lächerlich – sich Contour&Highlight-Charts (ja, ich rede hier von Make-Up Contour und Highlight!) anzusehen. Das sollte dir eine gute Karte liefern, was im Gesicht angestrahlt wird ;)

Was die Proportionen deines Gesichts betrifft, so habe ich das Gefühl, dass du versuchst die Punkte im Foto zu treffen und nach Vorbild mit Linien zu verbinden, anstatt das Gesicht als eine Art Zusammenspiel von Formen in gewissen Verhältnissen zu betrachten. Betonung hier auf Formen und nicht auf Flächen!
Dein Beispielbild von Michael Jackson ist im Halbprofil. Während seine Nasenspitze in der Frontalansicht natürlich die Mitte des Gesichts markiert, ist die Nasenspitze in dieser Perspektive durch ihre Länge im Bereich der hinteren Gesichtshälfte. Da der abgewandte Nasenflügel verdeckt ist, sieht man von der hinteren Gesichtshälfte nur eine Art Dreieck – in deinem Bild ist das aber eine Art Rechteck.
Auch würde ich dir raten, gerade den Augenbereich samt Auge, Augenbrauen und auch Tränensäcken, mehr als eine Einheit zu betrachten. Der Augensockel ist eine Kugel, die etwas vertieft im Gesicht liegt. Umrahmt wird sie von Augenbrauen, Nasenbein und Wangenknochen. Durch die Vertiefung dann das Auge zum Beispiel schwer, so halb aus dem Kopf fallen (Hintere Gesichtshälfte) und durch die Knochenbegrenzung kann man die Augenbraue fast in einem erweiterten Oval um den Augensockel ziehen – der auf allen Seiten einen ähnlichen Abstand zur Augenbraue hat. In deiner Abbildung endet die Augenbraue aber hinter dem Auge, anstatt davor, was dieses Oval nicht möglich macht (zieh in beiden Abbildungen eine Linie von der Spitze der Augenbraue zum Tränensack – die Winkel sind komplett verschieden). Das Lid schließt und öffnet sich über dieser Kugel. Es ist nur weiche Haut. Durch die Weiche kann es alle möglichen Formen annehmen, und muss nicht die typische "offene" Augenform annehmen.
Der hintere Winkel der Lippen fällt übrigens genaus wie die hintere Seite der Nase der Perspektive zum Opfer ;)

So genug kritisiert. Ich hoffe, da ist etwas dabei, woraus du dir etwas mitnehmen kannst. Du bist 11 und zeichnest noch nicht so lange. Vieles braucht Zeit und Übung, also mach ruhig weiter – du hast noch genug Zeit um dich mit den Meistern zu messen ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Für die Schattierung hältst du den Bleistift schräg und malst damit nicht mit der Spitze, sondern mit der Seite der Miene. 6B oder 8B. Sei mutiger auch dunkler zu werden. Dann kommen die Kontraste besser raus. Es sieht echt schon ziemlich gut aus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich finde deine bilder sehr gut. Ich zeichne mehr comic und nicht realistisch aber du malst wirklich schon sehr sehr gut.

Wen du ein gesicht so zeichnen wilst wie es wirklich ausieht must du immer schauen was an dem gesicht besonders ist. wen jemand ne grosse nase hat must du auch ne grosse nase malen. Aber wen das realistisch sein sol darst du nicht übertreiben und das ist schwer.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Einfach ganz viel üben und rumprobieren:) dann wird realistischer

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?