Wie kann ich ein eigenes Hörbuch Urheberrechtlich schützen?

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Theoretisch musst du es nicht schützen, da es durch das Urheberrecht geschützt ist. Wenn du aber etwas besonderes geschaffen hast (z. B. ein Hörbuch oder besondere Gedichte), dann hilft fast nur die Hinterlegung bei einem Rechtsanwalt. Der Anwalt dokumentiert den Zeitpunkt der Hinterlegung. Taucht das Hörbuch oder das Gedicht irgendwann irgendwo auf, dann muss der Nachmacher beweisen, dass es schon vor dem Zeitpunkt deiner Hinterlegung entstanden ist und aus seiner Feder stammt. Das ist fast ausgeschlossen. Dir stehen dann Schadenersatzforderungen zu.

Bei einem Hörbuch kannst du natürlich auch alle Dateien die bei der Herstellung des Hörbuches benutzt wurden aufbewahren - aber ob das allein genügt, kann ich dir nicht sagen. Bei einem besonderen bzw. besonders langem Gedicht mit einer besonderen Schöpfungshöhe ist eine solche Hinterlegung aber definitiv sinnvoll, falls du dafür später Ruhm ernten möchtest.

Frage doch mal bei Hörbuchautoren und Schriftstellern an, wie sie ihre Werke schützen, damit niemand kommt und behauptet er hätte es geschrieben!

Wie kann ich nachweisen, dass ich die Urheberin bin? Könnte ja jemand kommen und behaupten, ich habe die Idee für das Hörbuch geklaut...

Ohne Scan deines Gehirns während des Schöpfungsvorgangs kannst du nicht beweisen, dass du ein Werk geschaffen hast.

Selbst wenn mir wer zuhört beim Besprechen eines Hörbuchs, ist nicht sicher gestellt, dass ich das Werk nicht wo geklaut habe. Oder wenn mir wer zusieht beim Schreiben des Textes - Mozart hat fremde Opern nachts nach der Premiere im Hotel niedergeschrieben, nur aus Lust und Laune.

Deshalb sagt der Gesetzgeber schlicht:

UrhG § 10 Vermutung der Urheber- oder Rechtsinhaberschaft

(1) Wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes oder auf dem Original eines Werkes der bildenden Künste in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist, wird bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber des Werkes angesehen; dies gilt auch für eine Bezeichnung, die als Deckname oder Künstlerzeichen des Urhebers bekannt ist. http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html.

Warum schreibt man also nicht einfach seinen Namen unter sein Werk, oder darüber, oder daneben, wie es seit Jahrhunderten üblich und bewährt ist?

Gruß aus Berlin, Gerd

Ich glaube nicht, dass ein Gehirnscan irgeneine Beweiskraft hätte. :) Nur, dafür dass zum Zeitpunkt der Schaffung des Werkes eine bestimmte - möglicherweise gesteigerte - Aktivität im Hirn vorlag. Also dass der Mensch nicht tot war, als er das Werk erschuf. :)

Wenn einem selbst oftmals nicht klar ist, ob man sich erinnert oder sich etwas einbildet, wie kann dann durch Dritte festgestellt werden, ob die Opern in Mozarts Hirn von ihm erzeugt oder von außen aufgespielt wurden?

Wenn jemand für sich selbst eine neue Melodie spielt, ohne sie niederzuschreiben oder sonst irgendwie festzuhalten, und ein anderer hört sie zufällig oder auch durch bewusstes Belauschen und schreibt sie später nieder: Wer ist dann juristisch der Urheber dieser Melodie? Der, der sie aufgeschrieben hat.

Seinen Namen darunter zu schreiben, ist eine gute Möglichkeit. Aber das kann natürlich auch jeder andere, der das Werk kopiert. Insofern braucht es weiterhin einen Beweis. Ein guter Beweis ist es, seiner Ablieferungspflicht bei der Nationalbibliothek nachzukommen: http://www.dnb.de/DE/Erwerbung/Pflichtablieferung/pflichtablieferung_node.html Damit beschränkt man den Kreis der Personen, die erfolgreich behaupten können, sie seien Urheber, auf diejenigen, die das Werk schon vor der Veröffentlichung kannten. Für diese Zeit sind Hinterlegung bei einem Notar oder glaubwürdige Zeugen auch ein guter Schutz.

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Es ist urheberrechtlich geschützt, weil du es geschrieben hast. Das musst du nicht beantragen oder anmelden.

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