Wie kann ich die Religion wechseln?

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10 Antworten

Moin.

Nun, der erste Schritt ist der einfache Teil dieses Wandels: Der Austritt aus der Kirche. Den vollzieht man in Deutschland in aller Regel beim für den Wohnort zuständigen Amtsgericht.

Dort meldest Du Dich mit Deinem Anliegen an, bekommst einen Termin und einer der Beamten spricht mit Dir den Ablauf des Verfahrens durch. Am Ende, wenn Du es denn wirklich willst, bezahlst Du eine Gebühr von um die 25 Euro und bekommst eine entsprechende Bescheidnigung. Diese musst Du im Mindestens Deinem Arbeitgeber vorlegen. Damit bist Du behörlich aus der Kirche raus.

Stelle Dich aber darauf ein, innerhalb von ein paar Wochen (es dauert etwas, bis von Amts wegen alle Stellen informiert sind) einen Brief von Deiner bisherigen Kirche zu bekommen. Mein Pfarrer (kath.) schrieb mir seinerzeit einen drei Seiten langen Brief, in dem er mich mehr oder weniger verflucht und mir so ziemlich alle Negativwünsche des christlichen Glaubens mit auf den Weg gegeben hat, von "Gott hat Dich nun nicht mehr lieb" bis "Du hast keine Chance jemals der Hölle zu entgehen" und einiges dazwischen.

Wenn ich denn je eine Bestätigung gebraucht hätte, dass der Austritt der richtige Schritt war, er hat sie mir mit seinem Brief geliefert.

Auf der buddhistischen Seite des Wechsels hängt es davon ab, was genau Du vor hast, wo Du wohnst und wie Reisebereit Du bist. Das Problem am Buddhismus ist, dass es nicht den einen Buddhismus gibt. Es gibt zahlreiche, verschiedene Auslegungen der Lehren (Traditionen) und dementsprechend zahlreiche buddhistische Gemeinschaften.

In Städten mit ab 100.000 Einwohnern aufwärts, hat es meist so um die fünf verschiedenen Gemeinschaften. In größeren Städten entsprechend mehr. Wohnst Du dagegen eher ländlich, wird es schon schwierig überhaupt eine zu finden.

Nun je nach dem wie viel Auswahl Du nun hast, musst Du Dich in die verschiedenen Lehren einlesen und Dich entscheiden, welche es denn für Dich sein soll. Theravada, Mahayana tibetisch, Mahayana Zen um nur mal ein paar zu nennen.

All diesen Gemeinschaften gemein ist, dass sie ein Haus unterhalten, in dem man sich die Lehre näher bringen lassen kann und alleine oder gemeinsam mit anderen praktizieren kann. Diese Gemeinschaften und ihre Häuser können im Gegensatz zu den großen Kirchen Deutschlands keine Kirchensteuer zu ihrer Finanzierung erheben und leben dementsprechend entweder von einem festen Mitgliedsbeitrag oder von Spenden.

In jedem Fall würde ich Dir raten, Dich einer solchen Gemeinschaft anzuschließen. Allein schon um einen Austausch mit gleichgesinnten zu haben. Auch, wenn Du im Buddhismus für Dich nur eine Lebensweise siehst.

Willst Du weiter gehen, kannst Du Dich sowohl innerhalb einer solchen Gemeinschaft als auch außerhalb davon (aber noch in gleicher Tradion) einem Mönch oder Meister suchen, dem Du Dich anschließt und von dem Du künftig geführt wirst, Unterweisungen und Belehrungen erhältst.

Der Anschluss an einen Mönch oder Meister ist essentiell, wenn der Buddhismus für Dich keine Lebensweise bleiben, sondern eine echte Religion werden soll.

Die buddhistische Union als Quelle für weitere Informationen und insbesondere den Kontakt zu lokalen Gruppen wurde ja bereits genannt. Weiter findest Du entsprechende Informationen zum Beispiel auch beim buddhistischen Dachverband Diamantweg

http://diamantweg-buddhismus.de/

in lokalen Zendo-Gruppen (am Besten für Deine Region mal mit Google suchen) oder zum Beispiel auch im Rigpa-Netzwerk

http://www.rigpa.de/

welches dem Dalai Lama sehr nahe steht.

Letztlich musst Du wissen, in welche Richtung es gehen soll und wie ernst Du es nehmen willst. Von daher: informiere Dich gründlich und übereile nichts.

ASRvw de André

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Wie du ein Buddihst wird, kann ich dir nicht sagen, da fragst du am besten mal einen. Auch wenn manche sagen mach doch einfach: Eine Religion ist keine Hose, die man mal eben wechselt. So einen Schritt sollte man sich überlegen.

Um aus der evangelischen Kirche auszutreten genügt es wenn du zum STandesamt/Amtsgericht gehst ( je nach Bundesland untersschiedlich). Dort zahlst du eine Gebühr zwischen 0 und 30 Euro und du bist aus der Kirche ausgetreten.

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Du kannst in Deutschland aus der Kirche austreten, dafür musst du zum Amtsgericht, das Einwohnermeldeamt hilft da weiter. "Offiziell" zum Buddhismus kannst du in Deutschland aber nicht konvertieren, da dies hier keine anerkannte Religion ist! Du musst dich also damit begnügen, vor dem Staat konfessionslos zu sein und für dich selber Buddhist sein, meiner Meinung nach nicht die schlechteste Lösung.

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Kommentar von chickenwings311
10.04.2016, 06:19

Damit kann ich leben. Buddhismus ist ja eh mehr eine Lebensart als eine Religion. Ich finde es nur falsch mit dem Evangelium verbunden zu sein, während ich Buddhistische Interessen habe. Danke für deine Antwort!

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hi chickenwings311 - der Dalai Lama hat mal gesagt, "ihr soll keine Buddhisten werden, ihr sollt Buddhas werden." Buddhismus ist keine Art Kirche oder Glauben, sondern ein sehr grosses Haus mit vielen, vielen Werkzeugen. In der Buddha-Lehre gehts immer nur um Praxis: du sollst üben und lernen, wie dein Geist funktioniert, wie Leiden ensteht aus Nichtwissen und Nichtwissenwollen und wie man die Allgegenwart des Leiden aufheben kann.

Dazu sind in den letzten 2500 Jahren zig verschiedene Schulen enstanden, so ähnlich wie in der Psychologie, man muss eben für sich die Praxis rausfinden, was man will und welche Methode für einen am besten passt.

Aber lass es easy angehn. Austreten aus irgendwas musste nicht, jedenfalls nicht von Buddhisten aus.

Der erste Schritt ist: lies doch was von dem Zen-Meister Thich Nhat Hanh, der erklärt die Grundlagen in sehr einfachen, modernen Worten, zb hier

http://www.buecher.de/shop/buddhismus/das-wunder-der-achtsamkeit/thich-nhat-hanh/products\_products/detail/prod\_id/27005114/

oder wenn de was vom ursprünglichen Buddha erfahren möchtest, geh zur Seite der Theravadins (Altbuddhisten)

http://das-buddhistische-haus.de/pages/de/

oder direkt zur Dachorganisation:

http://www.buddhismus-deutschland.de/

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Das macht man ganz privat und einfach so.Ansonsten meld dich mal bei der "deutschen buddhistischen Union"

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Dazu trittst du aus der Kirch aus und schliesst dich einer Gemeinschaft an ...oder lebst den Buddhismus für dich selbst .

Was genau fasziniert dich denn am Buddhismus?

Der Buddhismus ist eine Weg um das Leben meistern zu können ,eine Lösung mit den Leid das dich trifft umgehen zu können .Ein Leben danach ist dort in dem Konzept  nicht vorgesehen .Kein Gott ,kein Ich ,sondern nicht Existenz ist dort die Devise .Sein ICH ganz ablegen und sich selbst vollkommen übersteigen ...ist es das wonach du dich sehnst ? 

Nach Nichtexistenz ?

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ASRVW und Suziesext haben Dir m.E. die bislang besten Antworten gegeben - besser als ich es könnte.

Lass' mich nur aus meiner Sicht ergänzen:

Wenn Du die Chance hast, unterschiedliche buddh. Richtungen/Gruppierungen kennen zu lernen: Tu das möglichst ausgiebig, denn die Unterschiede sind teilweise "himmelweit".

Z. B. ist das Ablegen des ICH oder das Nirvana für einige das "nonplusultra" - für bspw. Nichiren-Buddhisten ist es das überhaupt nicht:

Dort geht es drum, anderen und sich selbst zum Glück (und zwar jetzt und hier in Deinem konkreten persönlichen /Umfeld) zu verhelfen.

schau u.a. auch mal auf www.sgi-d.org

Hoffentlich findest Du in Deiner Nähe viele verschiedene Gruppierungen - Denn gerade wenn Du noch keine bestimmte Anspruchshaltung an den Buddhismus entwickelt hast bzw. konkrete Vorstellungen, ist es gut, unbedarft unterschiedliche Richtungen kennen zu lernen.

Die meisten freuen sich, wenn Du anrufst und sagst, Du willst mal gerne auf ein Kennenlernen vorbeischauen - Und da es im B. verpönt ist, Druck aufzubauen, wird Dich auch keiner versuchen zu nötigen, dass Du gleich dort bleiben und in ein Kloster ziehen sollst:)

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Ja mach das, frag doch einfach bei irgendeinem evangelischen "Verein" nach... gibt ja so einige Plätze, die irgendwie mit was kirchlichen assoziert sind, oder eben Standesamt (Behörde, hingehen, warten, fragen).

Wenn Du mich fragst, mach dasselbe aber nicht in Grün. Werde Buddhist, aber dafür brauchst du nicht in einen buddhistischen Verein eintreten. Ich habe mich mal eine Zeit lang mit dem Gedanken beschäftigt, in ein buddhistisches Kloster zu gehen. Fürs Ausland fehlt mir die Sprache und ein bisschen das Geld (Reise) und auch das Know How (es beginnt schon mit den Ansprechpartnern dafür, Adressen, wo man kostenlos  in ein Kloster könnte).

Dann habe ich mich mit einem deutschen Buddh. Kloster beschäftigt und war allein vom Ansehen von Youtube Videos erschrocken, wie flach das ist. Das ist einfach nur geselliges Zusammensein , und überhaupt nichts spirituelles. Seitdem habe ich mich entschieden, meine eigenen Sachen zu machen. Aber die Krankenversicherungspflicht hätte sowieso einen Strich dadurch gemacht (weil man muss arbeiten, selbst im Kloster um diese monatliche Kosten von 170 Euro allein für diese Existenzberechtigung KV zu decken).

Ich finde, mittlerweile, muss ich nicht mehr Buddhistische Sachen tun, wie Chanten oder so. Es reicht mir, eine gewisse spirituelle Auffassung zu haben und ich weiss auch, dass ich damit recht allein dastehe in dieser finsteren Welt. Wo man wegen sowas , wo das Wort spirituell drin auftaucht , oder Seele, oder was auch immer, oft als Andersartig abgestempelt wird. Daher habe ich mir oft genug sagen müssen, dass die Dinge so liegen, dass man einen sehr eigenen Weg geht, nicht einsam (weil es gibt viele lebendige Kräfte, die über den Menschen hinaus gehen), aber allein. Allein zu sein und Einsam zu sein sind zwei Dinge. Seitdem ich siet 5 Jahren intensiveren Kontakt zu Engeln habe, kann ich mich gar nicht mehr allein fühlen - aber das ist jetzt nichts typisch buddhistisches. Zum Buddhismus zog es mich aufgrund der Rituale, der Disziplin, der Ruhe, der Besinnung, der Liebe, oder dessen, was so Affirmationen sind, wenn man an Buddha denkt. An das Selbst Zb. Ins Kloster zog es mich, weil ich die Schnauze voll hatte von dieser Welt, von der Sklaverei, von der künstlichen Not, von dem Konsum, von dem Hass, von den Lügen, der Selbstsucht, aber irgendwie von dem Ganzen. Niemals vom  Leben habe ich die Schnauze voll gehabt, aber von dem, was man draus gemacht hat und wo man irgendwie reingezwungen wird!

Andere mögen mehr an Frieden im Sein denken, wenn sie sich vom Buddhismus hingezogen fühlen. Letztlich ist es doch alles sehr ähnlich. Buddhismus ist eine Oase der Ruhe und der Wahrhaftigkeit, finde ich. Und die Welt, die vielen Wege hier, sind so laut und teils unwahr, voller Lügen - auch im besten Versuch an Wahrheiten zu geraten. Man kennt den Spruch, dass man gerne das glaubt, was alle glauben.

Es ist eben die Herausforderung, dass man trotzdem überzeugt ist, nicht von Dingen, oder was manche Glauben nennen, sondern von sich und seinem Weg. Von Einstellungen, Werten , Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, und spirituellen Praktiken (auch Energiearbeit an sich selbst, Tai Chi, Meditation usw.).
Es tut mir leid, wenn ich grad viel geschrieben habe.

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Kommentar von Tjurpen
10.04.2016, 07:09

ach so, Buddhist weren, so dass es im Personalausweis steht, das ist sicher was tolles. Wenn ich wüsste wie, hätt ich es vlt. auch schon gemacht. Kann man vermutlich auch beim Standesamt erfragen, vielleicht wissen die ja Bescheid ob man nach Ablegung der alten Religion sich einfach zu einer Religion bekennen kann (zB für den Personalausweis angeben)

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Hi, wow das ist spannend! Also inwieweit du nahtlos wechseln kannst, weiß ich leider auch nicht. Aus der Kirche austreten kannst du persönlich ohne vorherige Terminvereinbarung beim Standesamt oder Amtsgericht (je nach Bundesland), und du musst dafür deinen Ausweis mitbringen. Es wird regulär eine Austrittsgebühr erhoben, und du solltest auf eine schriftliche Bestätigung des Austritts bestehen. Link zu meiner Quelle:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjx88OymYPMAhVD5xoKHTd9C0oQFggyMAM&url=http%3A%2F%2Fwww.spart-euch-die-kirche.de%2Fwie-trete-ich-aus-der-kirche-aus%2Findex.html&usg=AFQjCNHCuWXfOlKYOhGL4_Z82SxQH8oWtQ

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Das kannst Du gar nicht machen.

Lediglich die evangelische und katholische Kirche haben einen Staatsvertrag und lassen die Gläubigen registrieren. 

Du musst folglich zum Amt und Deinen Kirchenaustritt erklären.

Das Du dann Buddhist bist interessiert dann keine Behörde. Du praktizierst einfach was Du glaubst.

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