wie kann ich die Magersucht bekämpfen

8 Antworten

Hey, Erstmal kannst du total stolz auf dich sein, dass du es bis hier her geschafft hast. Das ist eine Leistung. :)

Ich kann dich sehr gut verstehen. Im Prinzip sind es ja zwei Herausforderungen…einmal die Selbstständigkeit bezüglich des Essens und einmal die verbotenen Lebensmittel.

Zu dem ersten: ein Plan ist am Anfang total gut und hilfreich. Die Kontrolle durch eine andere Person ebenso. Doch irgendwann kommt man an den Punkt, an dem beides nur noch einschränkt. Deswegen musst Du dich schritt für Schritt von beidem lösen. Wie wäre es, wenn Du mit deiner Mama absprichst, bei zunächst einer Mahlzeit anzufangen? Anbieten würde sich, dass du dir das essen selbst portionierst, deine Mama drauf schauen lässt und sie es entweder absegnet oder ihren Verbesserungsvorschlag gibt. So könnt ihr Schritt für Schritt eine nächste Mahlzeit nach diesem Schema strukturieren. Vielleicht kannst du auch mal Mahlzeiten tauschen…z.b. Mittag und Abendessen oder ihr sprecht ab, eine Mahlzeit unterwegs einzunehmen… auch dies sind Schritte Richtung Spontanität und Gesundung. Vielleicht kannst du auch die Kontrolle über die Zwischenmahlzeiten übernehmen und selbst für dich zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen. Pass nur auf, dass du dich von der Krankheit nicht austricksen lässt und immer gleichwertige Dinge nimmst. Im Zweifelsfall Rücksprache mit deiner Mama halten. So bekommst du langsam immer mehr selbstverantwortung.

Nun zu dem zweiten Problem…eigentlich läuft es ähnlich ab. Stelle dir doch mal eine liste zusammen, auf die du all die Lebensmittel schreibst, an die du dich noch nicht traust, aber die du wieder zu dir nehmen willst. Danach sortierst du sie. Beginnend mit dem Lebensmittel, dass du dir noch am leichtesten vorstellst bis hin zu dem größten Angst-Lebensmittel. Nimm dir vielleicht alle 3 Tage vor, das nächste Nahrungsmittel zu integrieren. Überlege dir im Voraus, wann du es essen willst, wie du es einbaust und ganz wichtig: was du danach machst. Danach ist es meistens am schlimmsten, denn die ganzen Gefühle (Angst, schlechtes gewissen, Unzufriedenheit etc) tauchen auf. Deswegen kombiniere das neue Lebensmittel mit etwas, dass dir gar keine Probleme bereitet und suche dir eine Beschäftigung für danach…irgendwas, was du gerne machst und dass dich ablenkt. Weihe vielleicht noch jemanden, der Verständnis für deine Krankheit hat (Mama?) ein und sage ihr, dass du Unterstützung brauchst. Trotzdem wird es vermutlich vorkommen, dass du dich danach nicht gut fühlst, aber das ist nunmal der Prozess, den du durchstehen musst um gesund zu werden. Lass dich davon nicht unterkriegen, das ist nur die Essstörung, die Krawall macht. Wichtig ist, dass du diese Lebensmittel immer wieder integrierst, damit sie langsam zur Normalität Werden. Ich sage noch einmal…versuche dich nicht über das ohr hauen zu lassen und spare ein. Du musst nicht an anderen Ecken reduzieren. Außerdem hast du einen "freifahrtsschein", denn du musst noch zunehmen und der Angst, dass du durch das neue essen explodieren wirst, kannst du entgegen setzen, dass du sowieso noch Spielraum hast. aber glaub mir, das passiert nicht.

Es ist schwer eine Essstörung zu besiegen und es geht nur peu a peu. Genauso wie du langsam in die Krankheit reingerutscht bist. Aber du schaffst das, du klingst nämlich sehr motiviert. :)

Wenn du noch fragen hast, frag ruhig. Auch wenn du eine konkretere Frage hast. Alles gute weiterhin für dich. Liebe Grüße, Bambi. :)

Du solltest auf jeden Fall diese Therapie durchziehen und notfalls auch verlängern. Dort lernst Du wirklich am besten, mit dieser Krankheit umzugehen. Wichtig ist auch ein intaktes Umfeld wie Familie und Freunde die trotz Deiner Krankheit zu Dir stehen. Ganz falsch wäre jetzt ein Umgang mit anderen Magersüchtigen.

Die Frage ist, weshalb du immer noch nicht allein essen kannst, wenn du es eigentlich möchtest. Ich glaube, dir muss vor allem bewusst werden, das mit dein Körper schön ist, wenn du dein Normalgewicht erreicht hast, wenn der Grund deiner Magersucht war, dass du deinen Körper nicht schön fandest. Es kommt eben immer auf den Grund für die Magersucht an.

Das Problem ist ja auch, dass ich wenn ich nicht essen muss, wie jetzt z.B. dann denke ich, ich will das alles nicht mehr, aber sobald es dann wieder Essen gibt kann ich einfach nicht, nicht auf die "Stimme" hören, die mir sagt was weniger kalorien hat, oder wie ich jetzt das Essen verschwinden lassen könnte.

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