Wie kann ich besser mit meiner Familie kommunizieren?

5 Antworten

Ich würde NIE mit meinen Eltern über Sex reden, das geht sie meiner Meinung nach nichts an. Wenn ich über so private Dinge reden will dann mit meinem Partner oder meiner besten Freundin. Meine Mutter hat das betrunken mal angefangen, da habe ich ihr klar gemacht, dass ich das nicht möchte. Aufklärung und Co. alles kein Problem, aber ich brauche keine Details über ihr Sexleben. Es reicht mir zu wissen, dass sie noch die Spirale hat also anscheinend auch noch Sex. Ich will mir meine Eltern oder Großeltern auch nicht beim Sex vorstellen, auch wenn es was ganz natürliches ist, für mich haben sie eben einfach nichts "sexuelles" an sich. Und auch wenn ich mit meiner besten Freundin über Sex rede würde ich nicht dabei sein wollen, wenn ihre Eltern da mitreden...

Für manche werden die Eltern irgendwann zur "besten Freundin" / zum "besten Freund". Teilweise waren sie das sogar von klein auf. Das ist aber nicht bei allem so.

Ich lebe zwar noch halb zu Hause (duales Studium), aber wenn ich während der Studienphase woanders wohne habe ich ein eigenständiges Leben und meine Eltern erfahren nicht alles. Wenn wir mal reden sag ich auch was ich vor habe, aber wir telefonieren nur selten, spätestens nach 2 Wochen komme ich eh um Wäsche zu waschen. Wenn was wichtiges wäre würde ich mich melden, das wissen sie auch.

Ich kenne es nicht so, daher finde ich so eine enge Bindung auch befremdlich. Manchmal habe ich das Gefühl, dass solche Eltern auch nicht loslassen können und sich immer einmischen wollen. Musst nicht bei allen so sein, aber bei manchen. Meine beste Freundin hat genau das Problem, dass sie nun endlich ausziehen will, damit sich ihre Eltern nicht mehr überall einmischen können.

Meine Tante und ihr Mann wissen ALLES über meine Cousine, sie ist nie weg ohne dass sie genau wissen wo, mit wem und wann sie wieder kommt (sie studiert mehrere Stunden entfernt von zu Hause und wohnt daher auch nicht mehr dort). Selbst kleine Verspätungen der Bahn auf dem Rückweg schreibt sie ihnen, obwohl sie da schon lange schlafen. Sie kennt es nur so und findet es normal.

Das mit deinen Geschwistern kann ich verstehen. Es ist so schon hart, wenn man es vorher einfach nicht anders kannte. Wenn es einem dann auch noch körperlich schlecht geht bräuchte man eben die Aufmerksamkeit, die sie dir nicht geben konnten oder wollten. Ja, kleine Kinder brauchen sehr viel Aufmerksamkeit aber man darf dabei die älteren nicht vernachlässigen wenn sie Probleme haben, egal ob 2,8,16 oder 20 Jahre alt. Ok, volljährig vielleicht weniger, aber wenn ein Kind ernsthaft krank ist sollte man helfen, auch noch mit 50.

Wie alt warst du, als deine Geschwister geboren wurden?

Wie wäre es, wenn du nicht mit ihnen reden kannst, wenn du ihnen all diese Gefühle mal schreibst.

Eben wie vernachlässigt du dich gefühlt hast und dass du einfach nicht mehr wie früher Fühlen und Handeln kannst. Deine Eltern wollten dir ja sicher nichts böses, sie haben nur vermutlich lange gedacht es sei schon nicht so schlimm, dass würdest du auch so schaffen.

Schriebe auch, dass du deine Geschwister gern hast aber eben immer einen Grund deiner Probleme in ihnen siehst und dann die alten Gefühle wieder hochkommen.

Vielleicht kann euch da nur eine Familientherapie helfen, dafür müssen es aber alle wirklich wollen und einsehen, sonst bringt es nicht.

Du könntest in dem Brief deine Eltern um ein klärendes Gespräch bitten. Mache auch klar (nur wenn du so fühlst!), dass du ihnen und deinen Geschwistern nicht die komplette Schuld für die Situation gibt, du dich aber sehr vernachlässigt und ungeliebt (?) gefühlt hast und die alten Zeiten, also diese Offenheit und Vertrautheit ihnen gegenüber einfach vermisst.

Das zu reparieren ist ein langer Weg. Vertrauen kann man in einer Sekunde zerstören, das zu reparieren kann Jahre dauern oder auch ganz scheitern.

Komplett wie früher wird es vermutlich nie, aber es kann wieder besser werden.

Vielen Dank!

ich war damals 12 :)

danke das ermutigt mich wirklich, ich find es nämlich auch nicht normal ALLES mit den Eltern besprechen zu müssen

das mit dem Brief klingt gut, weil darüber reden könnte ich wahrscheinlich nie :)

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Manche Leute schleppen sogar die Eltern mit in die Disco oder gehen mit fast 30 Jahren noch Hand in Hand mit der eigenen Mutter shoppen.
Man sollte aber nicht vergessen, Eltern können Vorbilder, Ansprechpartner und fast wie Freunde sein, aber es gibt auch Grenzen. Schlussendlich sollten die Kinder immer auch einen eigenen Freundeskreis haben und sollten sich selbst entwickeln. Wenn die Eltern unbedingt einen 2. Frühling brauchen, dann doch bitte ohne die Kinder. Diese sollten versuchen auf eigenen Beinen zu stehen.
Also ist alles bei euch noch normal. Ich würde mit meiner Mum auch nicht über alles reden, eher schon mit meinen Schwiegereltern...aber auch das nicht.

Vielen Dank! Fühle mich nun sicherer, was das Verhältnis zu meinen Eltern betrifft. Eben weil ich krank war hab ich ganz schön den Faden verloren und da ist es schwer noch zu wissen, was "normal" ist, wenn man lange keinen Kontakt zur "Aussenwelt" hatte.

Übrigens kenne ich auch eine Freundin, die mit ihren Eltern in die Disco geht, fand ich etwas gruselig ;)

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Kinder haben ein unterschiedliches Verhältnis zu Eltern, einige sehr eng, andere sehr distanziert. Das hängt in erster Linie davon ab, wie Eltern sich gegenüber ihren Kindern verhalten.
Mich irritiert das, wenn Eltern und ihre Kinder wie Freunde miteinander umgehen, Vertrauen ist gut, aber es gibt Grenzen.
Es schmerzt, wenn man vorher eine gute Beziehung hatte und dann plötzlich links liegen gelassen wird. Meist ist da etwas gebrochen und es nicht so leicht wieder zu kitten. Da muss von beiden Seiten was kommen, damit man sich wieder näher kommt.

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