Wie kann ich bei Hartz-IV meine "zu teure" Wohnung halten?

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6 Antworten

Um wieviel liegt diese Wohnung denn preislich ca. oberhalb dessen, was das Jobcenter alleinstehenden Personen in Deiner Stadt / Deinem Stadteil max. an Netto-Kaltmiete zzgl. NK und HZG zahlen könnte ?

Aber argumentativ bist Du an sich ja schon ausgestattet mit Deiner Betriebsausstattung und Deiner Gehbehinderung.

Rauswerfen kann Dich das Jobcenter nicht aus Deiner Wohnung, sondern höchstens die "KDU" + Heizung auf Werte entsprechend Wohnraumgrösse ( ca. 45 qm) anteilig herunterrechnen.

Rein von den Quadratmetern wäre Deine WHG ca. 22,5 % zu gross, bzw. umgerechnet in Euro etwa 155 Euro ( warm ) zu teuer, wenn die Netto-Kaltmiete an sich nicht über dem groben Durchschnitt dieser Stadt liegt.

Wenn Du 400 Euro in einem Minijob nebenbei hinzuverdienen könntest, so würden Dir davon zudem 160 Euro bleiben.

Letztlich gibt es beim Jobcenter auch noch einen gewissen Handelsspielraum für sogenannte "Einzelfallentscheidungen". Fasse Deine wichtigsten Argumente für einen Verbleib in Deiner bisherigen Wohnung daher sorgfältig zusammen ( auch aus Sicht der Erreichbarkeit von möglichen Arbeitsplätzen ), räume sogar eine freiwillige ( anteilige ) Selbstbeteiligung an den Mietkosten ein und frage damit erneut ( freundlich ) an. 

Wenn die Sachbearbeitung dann weiter mauert, so bitte weiterhin freundlich um ein Gespräch mit der Teamleitung der Leistungsabteilung zwecks möglicher Einzelfall-Lösung in Deinem besonderen Fall.

Ich gehe mal nicht davon aus, dass Du ein Auto hast ?

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Kommentar von Langerlulatsch
07.03.2016, 16:11

Danke für die Tipps. Ja, so könnte ich vorgehen.

Ein Auto habe ich selbstverständlich nicht.

Nur verstehe ich immer noch nicht die "Selbstbeteiligung" an den Mietkosten. Das Geld könnte ja nur aus dem Regelsatz  kommen (den brauche ich doch aber für Lebensmittel) oder aus Hinzuverdienst.

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Ich würde auf jeden Fall damit argumentieren,d ass die Whg für Dich mit dem GdB 70 gut ist. Vielleicht auch als Argument: durch die relativ zentrale Lage besser für Deine angestrebte Tätigkeit?

Bei uns ist es mittlerweile wegen der angespannten Whgsmarkt-Lage so, dass schon mal gesagt wird, na gut okay (z.B. wenn Miete gelinde zu hoch, aber Fläche im Rahmen.. oder Miete okay, aber Fläche bissl zu viel).

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Kommentar von Langerlulatsch
07.03.2016, 15:45

Ja, ich würde den GdB ansprechen und meine Erkrankung. Aber angeblich sind die Jobcenter-Berater in Berlin wenig kompromissbereit. Ich frage mich auch eher, ob ich mit meinem Hinzuverdienst was erreichen kann?

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Du kannst im Internet mal eingeben ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien" oder ,, angemessene KDU " und dazu dann den Namen deiner Stadt / Stadtteil,dann siehst du schon mal was dir als 1 Person BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) zustehen würde !

Durch deine Gehbehinderung kann dein Bedarf an Wohnfläche ansteigen,wenn du z.B. in deinem Behinderten Ausweis das Merkzeichen aG stehen hättest,dann könnte man von einem Mehrbedarf ausgehen.

Dieser könnte dann z.B. bei dem liegen was einer 2 Personen BG - zustehen würde,dass wäre sicher der Fall wenn du einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe hättest,sonst müsste der Mehrbedarf individuell festgelegt werden.

Aus der Wohnung kann dich sicher keiner werfen,zumindest nicht das Jobcenter,sie können dir nach einer Übergangszeit von in der Regel 6 Monaten,in denen sie dir deine tatsächlichen KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) zahlen müssen dann nur diese bis zur Angemessenheit kürzen.

Die Differenz müsstest du dann aus eigenen Mitteln zuzahlen,wenn du nicht in eine angemessene Wohnung ziehen möchtest.

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Je nachdem um welche Krankheit es geht, könnte ein Arzt (sofern es den Tatsachen entspricht!!!) bescheinigen dass dir ein Umzug aus gesundheitlichen Gründen nicht zuzumuten ist.

Behinderung ist auf jeden Fall ein Argument wenn keine behindertengerechte Wohnung zu finden ist. Und du derartige versuche auch nachweisen kannst.

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Bei uns (Zwickau) ist es so, dass man

wohnen bleiben kann (dann werden aber keine Nachzahlungen mehr übernommen)

Untermieter sucht (damit muss allerdings der Vermieter einverstanden sein)

oder die Grundmiete senken soll (mein Vermieter hat das gemacht).

Umzug stand nie zur Debatte.

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Wenn überhaupt, dann musst Du eine Kürzung der Mietzahlung vom Amt in Kauf nehmen und keinen Umzug 

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Kommentar von Langerlulatsch
07.03.2016, 15:47

Danke. Nur wie soll das gehen? Wenn das Jobcenter die Miete "kürzt", was sagt mein Vermieter dazu?

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