Wie kann ich aufhören nachzudenken?

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4 Antworten

Hallo minelikesdoener,

ich habe Deine Frage mehrfach gelesen, weil ja einiges drin steckt. Du sprichst von der Traurigkeit und von der Angst, die Dich plagt. Du erzählst auch, dass die Umstände, in denen Du lebst "toll" sind, sie Dich stolz machen, aber nicht glücklich.

Du erzählst über Deine Sorgen und Gefühle, sehr intim und am Ende schreibst Du, es sei ein "bescheuerter Beitrag". Weißt Du, was Du damit machst? - Du entwertest Dich selber!

Du bewertest Deine eigenen Themen negativ, machst sie runter. Du nimmst Dich selbst nicht ernst genug, nicht wichtig genug. Egal, wie es dazu gekommen ist, ändere es und arbeite an Deinem Selbstwert.

Hier wären erste mögliche Schritte

Dein Ziel ist "Ich schaff das!" - Nun genau das gelingt Dir ja auch: Du kriegst es hin. Das jedoch macht zwar vielleicht stolz, aber eben nicht glücklich. Denn es ist an Leistung gebunden und es sind so viele Dinge vor Dir, die Du alle noch "schaffen" musst. Das würde mir auch Angst machen. Was wäre denn ein passenderes Ziel für Dich?

Das viele Nachdenken passt ganz gut dazu: kreisende Gedanken, wie Du das - was noch gar nicht eingetreten ist - schaffen kannst. Und da Du es nicht wissen kannst, weil es noch kein zu lösendes Problem gibt, nimmt die Angst zu. Probleme löst man am besten, wenn man sie hat!

Es ist oft hilfreich, statt zu überlegen "Was muss ich als nächstes tun, wie kriege ich es hin?" sich die Frage zu stellen "Was habe ich gerade? Was ist schön?" Mach öfter eine positive Bestandsaufnahme

Meine Anregung wäre also, dass Du mehr Zeit darauf verwendest, den aktuellen Zustand in Ruhe zu betrachten, darüber nachzudenken, wie schön das ist. Dabei überlege Dir genau: was ist das Schöne daran, was gefällt mir, was macht mich froh? was stolz, was finde ich richtig gut? 

Dies ist der Anfang von Genuss - es sich bewusst zu machen und dabei die eigenen Kriterien zu finden - für ein glückliches Leben.

Wegen der Panikattacken empfehle ich Dir achtsam zu sein, denn sie können zu einer ernsthaften Beeinträchtigung werden. Hilfreich ist es, eine Form der Entspannung zu erlernen: Autogenes Training zu Beispiel. Sollten diese zunehmen, zögere nicht, die Hilfe eines Psychologen (Verhaltenstherapeut) in Anspruch zu nehmen.

Für den Anfang probier doch mal folgende Übung:

Jeden Morgen, wenn Du aufwachst, nimm Dir 2-3 Minuten Zeit, bevor Du aufstehst und stell Dir zwei bis drei Dinge vor, auf die Du Dich an diesem Tag freust. Das können Kleinigkeiten sein, ein Telefonat mit einer Freundin, eine Herausforderung in der Arbeit, das Zwitschern der Vögel, die Sonne auf der Haut, ......

Jeden Abend, wenn Du ins Bett gehst, nimm Dir wieder Zeit und erinnere Dich an zwei bis drei Sachen, die an diesem Tag schön waren.

Achtung! es geht nicht darum zu überprüfen, ob das, worauf Du Dich in der Früh gefreut hast, auch wirklich eingetreten ist und schön war,sondern darum, was tatsächlich schön war - Kleinigkeiten und Größeres. 

Mach diese Übung konsequent über einige Wochen - ohne sie zu bewerten!! Du wirst erstaunt sein!

Ich weiß, es stecken noch mehr Themen in Deiner Frage, aber für eine Antwort, würde das hier den Rahmen komplett sprengen - beginne einfach...

viel Erfolg

Ich weiß genau was du meinst. Manchmal gibt es dann eine Stimme im Unterbewusstsein, die dir einredet, das dieses Glück nicht für immer ist/du jederzeit etwas verlieren könntest. Du bekommst Angst, weil dir etwas fehlt worüber du dir sorgen machst. Es hilft wenn du etwas findest, was dich zufrieden macht, dir das Gefühl gibt wirklich von der Stelle zu kommen. Bei mir war es der Sport der mir zeigte, das ich die Kraft habe, etwas zu verändern, an mir und meinem Umfeld.

Hoffe ich konnte helfen.

Das Leben ist einfach so wie es ist, darüber soviel nachdenken bringt nichts. 

Ich glaube du versuchst auch immer zwanghaft glücklich zu sein in deinem Leben, aber so funktioniert das nicht. Glück ist oft nur in kurzen Momenten erlebbar und man weiß nie wann diese kommen.

Vielleicht verliebst du dich ja auch mal wieder neu, weil du hast ja glaube ich nur geschrieben, dass dein Freund dich liebt, aber nicht dass du auch deinen Freund liebst. Vielleicht bist du ja mit einem neuen Partner glücklicher.

minelikesdoener 08.08.2016, 22:59

Ich liebe ihn unendlich, genauso wie ich meine Geschwister unendlich liebe. Ich bin Ihnen für alles so unendlich dankbar.. Doch auch sie können mich nur für einen winzigen Moment aus diesem Loch rausholen.

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Hmm. Mir ist eine Sache aufgefallen. Du scheinst sehr an deiner Vergangenheit zu hängen und möchtest diese nicht loslassen. Du hast Angst davor Erwachsen zu werden. Angst davor die Kontrolle über dein Leben zu verlieren. Fühlst dich wie ein Kartenhaus, das jeden Moment zusammenbrechen kann. Du musst aber lernen die Vergangenheit hinter dich zu lassen. Und nach vorne zu sehen. Sei dankbar, dass es dir, deiner Familie und deinem Freund genau jetzt im Moment gut geht. Anstatt darüber nachzudenken, alles verlieren zu können. Diese Ängste sind nicht real. Sie sind nur in deinem Kopf. Lebe im Hier und Jetzt und denke nicht an morgen. Lasse dich einfach durch das Leben treiben. Wenn es dich bisher auf dem richtigen Weg geleitet hat wird es das auch in Zukunft tun. Du wirkst merken. Sobald du deine Ängste überwunden hast wirst du wieder Glücklich. Lasse dich nicht von deinen Emotionen kontrollieren. Lerne stattdessen deine Emotionen zu kontrollieren. Meditiation kann helfen den inneren Frieden wieder herzustellen. Wenn du mal wieder alleine bist. Verschwende nicht deine Zeit damit Angst zu haben. Nein. Gehe in dich. Atme tief ein und aus. Denke daran, dass es dir genau Hier und Jetzt gut geht und sich diese Tatsache nicht ändern wird. 

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