Wie kann es sein, dass der CURIOSITY mit der Erde über so eine Distanz kommuniziert?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hallo julia8600,

also Du darfst Dir da kein einfaches Walkie-Talkie vorstellen... ;-)

Wie Du selber schon ahnst, steckt da eine Menge Texhnik drin. Hier ist das Ganze sehr schön beschrieben:

https://www.raumfahrer.net/raumfahrt/curiosity/kommunikation.shtml

Mit der richtigen Technik kann man tatsächlich so weit kommunizieren... und sogar noch weiter. Sehr viel weiter. Wir haben immer noch Kontakt zur Voyager-Raumsonde, die mittlerweile die Heliopause erreicht hat.

Warum geht das?

Weil das Weltall so unheimlich leer ist. Im Vakuum stört nichts den Lauf einer elektromagnetischen Welle. Bei uns auf der Erde ist das anders. Die Atmosphäre ist voller Luftteilchen und die streuen. Im Vakuum streut nichts. Deswegen sehen wir das Licht weit entfernter Galaxien und können auch diese mittels Radioastronomie untersuchen.

Was muss man dabei beachten?

Empfindlich muss die Technik natürlich schon sein. Vor allem muss man "genau hinhören" und das richtige Signal aus dem Rauschen herausfiltern können.

Trotz bester Technik darf man sich nicht Übertragungsraten vorstellen, wie wir sie hier im Internet gewohnt sind:

Curiosity verfügt über mehrere verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten. Bilder und Daten, die Curiosity gesammelt hat, erreichen uns auf einem anderen Weg als die Kommunikation zur Steuerung.

Die Kommandos für die Steuerung werden über HGA („High Gain Antenna“) mit sehr hoher Richtwirkung gesendet. Die Übertragungsrate liegt auf diesem Kanal bei einigen 100 Bit/s. Bilder und Daten schickt Curiosity auf dem Umweg über eine Station im Orbit. Das ermöglich ein übertragenes Datenvolumen von bis zu 250 Mbit pro Tag - was man dann stolz als extrem hohes Datenvolumen bezeichnet. Jeder Internet-User würde bei solchen Werten vor seinem PC verzweifeln...

Und Geduld braucht es auch. Die Lichtlaufzeit zum Mars wird man einfach nicht los. Curiosity ist deshalb darauf programmiert, hauptächlich alleine zurecht zu kommen. Man muss hier bedenken, dass ein Signal von Curiosity zu uns je nach Stellung des Mars nur wenige Minuten oder auch einmal über 20 Minuten unterwegs ist. Die Antwort wäre dann genauso lang unterwegs - plus die Zeit, die es dauert, hier die Antwort einzugeben. Da will man natürlich, dass Curiosity nicht bereits eine halbe Stunde lang im Abgrund liegt, wenn die Antwort zu bremsen endlich ankommt. Entsprechend ist die Sonde sehr autonom. Das muss sie auch deshalb sein, weil die Kommunikation wirklich nicht möglich ist, wenn der Mars in Konjunktion mit der Sonne ist - also von uns aus gesehen hinter der Sonne steht. Dann muss Curiosity für einige Wochen allein zurecht kommen. Die Daten werden in dieser Zeit gesammelt und danach gesendet: Wie gesagt: Geduld braucht man bei so was schon am Empfangskanal. Aber: Es geht. =)

Grüße

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von julia8600
26.09.2016, 18:13

wow so tolle antworten hier 

hätte ich nicht gedacht. Da wird mir ja schwindelig wenn ich daran denke, was dort auf dem Mars alles passiert 

0

Ganz simpel, der Roboter arbeitet größtenteils autonom. Einige Befehle bekommt er über Richtfunk von der Erde gesendet. Mit etwas Verzögerung natürlich. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von julia8600
18.09.2016, 23:46

FUNK über so eine Distanz ?

0

Zusätzlich zu den beschriebenen Richtfunktechniken, wird natürlich mit extrem hohen Leistungen und extrem sensiblen Empfängern gearbeitet.

Der Weltrekord mit normaler Richtfunktechnologie und normalem WLAN, der lag bei fast 400 km!

Zusätzlich sind Antennen heute miniaturisierbar dank Fraktalmathematik, oder aber, wenn man diese Technik im Großen anwendet, wesentlich Leistungsfähiger.

Was meinen Sie, wie groß der Antennenwald an Ihrem Mobile Phone sein müsste, wenn klassisch konzipiert?

Stellen Sie sich DAS mal im Großen vor, denn dann wissen Sie, warum die Kommunikation bis Mars  kein Problem darstellt!

https://de.wikipedia.org/wiki/Fraktalantenne

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

auf dieselbe Art und Weise, auf die wir das Licht von Galaxien sehen können, die Milliarden Lichtjahre entfernt sind. Die Wellen, die zur Kommunikation über Funk verwendet werden, sind nämlich - genau wie Lichtwellen - elektromagnetische Wellen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?