Wie kann es sein, dass das System so gut funktioniert, dass exakt so viele Arbeiter in jedem Bereich angestellt sind, wie es die Gesellschaft genau benötigt?

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5 Antworten

So gut, wie du es beschreibst geht das eben dann doch nicht auf. 

Deswegen haben wir auch auf der einen Seite einen "Fachkräftemangel" und auf der anderen Seite "Arbeitslosigkeit". 

Die offenen Stellen, für die Fachkräfte benötigt werden, können aus dem Heer der Arbeitslosen nicht besetzt werden, weil die nötigen Fähigkeiten nicht vorhanden sind. Andererseits können die Arbeitslosen in den Bereichen, in denen sie Kenntnisse und Fertigkeiten haben, nichts finden, weil es die dazu nötigen Stellen nicht gibt. 

Wenn du genauer hinschaust, siehst du schon, dass die Abstimmung da nicht stimmt. 

Letztlich werden Leute aber nicht beschäftigt, um ihnen Lohn zu zahlen, sondern um Arbeit zu verrichten. Deswegen suchen die Betriebe auch Möglichkeiten, wie sie artverwandte Berufe oder gar komplette Quereinsteiger trotzdem in ihre Prozesse integrieren können. Die Marktwirtschaft ist hier recht flexibel und sucht sich ihre Lösungen schon selbst. 

Nun ich sehe da erstmal vier Faktoren, gut möglich das es noch mehr gibt.

1. Geld.

Geld hat einen grossen Einfluss. Wenn man z.B. als Kläranlagentaucher z.B. das dreifache zu seinem Alternativberuf verdient, ist das für viele ein grosser Anreiz.

2. Sozialer Druck, soziale Normen:

Viele Menschen haben Vorteile gegenüber Arbeitslosen. Leider werden Arbeitlose auch häufiger in unserer Gesellschaft diskriminiert. Es gibt da diesen üblen Spuch "Hauptsache Arbeit" (Egal wie bezahlt, mit was für Folgen für die Gesundheit, Umwelt, andere Menschen usw.) Um diesem sozialen Druck zu entkommen nehmen Menschen oft auch Arbeit an, die bei rationaler Abwägung besser ablehnen würden.

3. Wirtschaftlicher Druck

Wenn man nicht über genug Vermögen verfügt, muss man sich anderweitig seinen Unterhalt organisieren. Kriminelle Methoden mal ausgenommen bleibt da Unterhalt durch andere Menschen (Partner/Partnerin, Eltern, Kinder usw.), Sozialleistungen wie HartzIV und Arbeit.

Wenn die ersten beiden Punkte nicht passen oder verweigert werden bleibt da nur Arbeit. Und da die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehr ungleich verteilt sind, bleibt da für einige Leute nur die ungeliebten/schlechten Jobs.

4. Altruismus, Mitleid und Verantwortungsgefühl für andere Menschen und die Gesellschaft.

Einige Menschen machen eine Arbeit nicht weil sie müssen oder weil sie die Arbeit mögen, sondern weil sie anderen Menschen oder der Gesellschaft helfen wollen.

Wenn das so gut aufgehen würde wie du es beschreibst wieso gibt es dann so viele Arbeitslose, und wieso haben Unternehmen in bestimmten Bereichen Probleme passendes Personal zu bekommen? Von einem perfekten Zustand ist man da sehr weit weg.

Zum einen gibt es genug Arbeitslose. Zum anderen sind trotzdem  nicht für alle freien Stellen geeignete Bewerber vorhanden - Beispiel: Pflegefachkräfte.


Sooo gut funktioniert das auch wieder nicht.

Einerseits haben wir eine steigende Zahl an Arbeitslosen und andererseits wird der Mangel an Fachkräften auch immer höher.

Es gibt auch sonst immer wieder Berufe, wo man keine Leute findet. In meiner Sparte zum Beispiel haben wir auch laufend offene Stellen, wo wir keine Leute finden.

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