Wie kann ein Politiker Minister für verschiedene Themen sein?

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14 Antworten

Minister sind Politiker und keine fachlichen Experten. Für Fachangelegenheiten haben die ihre Experten unter sich. Als Politiker koordinieren, organisieren und leiten sie ihr Ressort und vermitteln die Politik ihren Wählern (als "alternativlos"). Es ist in aller Welt üblich, dass Minister ständig nach Bedarf ihr Ressort wechseln. Das Wirtschaftsressort wird meistens von einem Wirtschaftswissenschaftler geführt, aber auch nicht immer (z.B. F.J. Strauß, von Guttenberg). Der frühere Aussenminister Genscher, der nach meiner Erinnerung erst als Außenminister Englisch lernte (Da war der Schulabbrecher, Taxifahrer und Außenminister Fischer schon weiter!), begrüßte einmal frische Konsulatssekretäre (Die müssen schon mindestens zwei Fremdsprachen von der Schule mitbringen) anlässlich ihres Ausbildungsabschlusses mit der Bemerkung: "Der Unterschied zwischen Ihnen und mir ist der, dass ich als Ihr Chef selbst nie eine Laufbahnprüfung machen musste". Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für seine Beamten wird natürlich vom Außenminister abgezeichnet. Ich kenne einen leitenden Diplomaten, der Geografie studierte, und später als stellvertretender Botschafter die Wirtschaftsabteilung seiner Botschaft leiten musste. Je höher im Berufsleben (auch in der freien Wirtschaft!) der Verantwortungsbereich ist, umso flexibler muss man sein. Ganz oben muss man von Details nichts Genaues mehr wissen. Man muss nur noch von allem so viel Grundverständnis haben, dass man sich bei öffentlichen Reden nicht fachlich blamiert. Dass aber z.B. Bildungsminister ziemlich oft öffentlich fachlichen Unsinn reden, scheint außer mir nur sehr wenig Leuten aufzufallen. In einer Wirtschaftsvorlesung erlebte ich einen Professor, der dem seinerzeitigen Wirtschaftsminister Strauß reihenweise fachliche Fehler in seinen Reden nachwies.

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Kommentar von dompfeifer
30.03.2012, 14:46

Beispiel aus der freien Wirtschaft: Die gelernte Kita-Erzieherin Ursula Piëch rückt gegenwärtig in den Aufsichtsrat der Volkswagen AG ein, dem zweitgrößten (und demnächst größten) Automobilkonzern der Welt. Die hält dort das Familienvermögen zusammen. Das sichert einem solchen Konzern den langfristigen Erfolg. Dagegen hat z.B. General Motors mit seinem breit gestreuten Aktienbesitz keine Chance. Von Autos muss die Frau nicht viel verstehen.

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Politiker müssen kein Fachleute für ein bestimmtes Thema sein, sondern sollen den Auftrag der Wähler erfüllen. Dabei geht es hauptsächlich um die moralische, ethische und ideologische Richtung, in die die Entscheidungen gehen. Wer SPD wählt, will nicht, daß das Volk einen "Führer" bekommt, sondern erhofft sich besonders soziales Denken und einen Sozialstaat von den Politikern. Wer FDP wählt, will die Freiheit des Geldes und die Unterordnung des Menschen unter das Geld; wer Grün wählt will einen sozialen, gerechten und naturfreundlichen Staat; wer CDU wählt will, daß die Welt so bleibt wie vor 50 Jahren und der Papa und der Boss immer recht haben; wer NPD wählt will die Abschaffung der Freiheit und die Errichtung einer Diktatur usw. Es geht um die großen Richtungen. Politiker müssen dafür einstehen und ihre Gesetzgebung diesen großen Richtungen anpassen. Fachleute haben sie als Mitarbeiter in den Ministerien zur Verfügung, die solche Gesetze fachlich korrekt und realistisch anpassen können.

Unser Problem heute ist, daß das alles aus den Fugen geraten ist. Ursprünglich war das von den Vätern und Müttern unseres Grundgesetzes einmal sehr gut gemeint, aber die Hierarchien in den Parteien, das Geklüngel, und der zunehmende Einfluß der Wirtschaft, die veränderten Werte im Volke, das alles hat dazu geführt, daß wir heute meinen, wir bräuchten für alles "Fachleute" und "Experten". Daß aber gerade diese Leute in Wahrheit nur Interessen vertreten, das übersehen wir gerne. Dadurch kommt es, daß wir heute von Lobbyisten regiert werden, das sind "Fachleute", die die Interessen ihrer Auftraggeber verfolgen, aus der Wirtschaft, und den Politikern Gesetze vorlegen, die gegen das Interesse ihrer Wähler sind, aber im Interesse der Wirtschaft. Und die Parlamente "winken" diese Gesetze dann einfach "durch", wie sie es selber ausdrücken, weil sie den "Experten" vertrauen und keine Ahnung mehr haben, was in den Gesetzen überhaupt drinsteht. Das ist ein großes Übel unserer Zeit!

Hinzu kommt, daß aus Amerika starke ideologische Arbeit seit Jahrzehnten geleistet wird, die unser Denken verändern soll und dies auch schon sehr weit geschafft hat. Über Kinofilme und Fernsehserien werden unsere Hirne bombardiert mit der Ideologie des "Rechts des Stärkeren" und Selbstjustiz., Kampfbereitschaft, Kriegsbereitschaft, und dem antidemokratischen Führerprinzip. Von freiheitsliebenden, sozial eingestellten Menschen, die einander vertrauen, sind wir heute zu einem Volk von aggressiven, "leistungsorientierten", wie es so schön heißt, Kämpfernaturen geworden, die sich gegenseitig nicht mehr respektieren sondern wirtschaftlich ausbeuten und betrügen. Ein großer Prozentsatz unserer Wirtschaft heute beruht auf Betrug.

Der ständige Ruf nach "Experten", die keinerlei ethisches Gerüst mehr als Grundlage ihrer Entscheidungen haben, sondern nur noch Eigeninteressen, ist eine Folge dieser zunehmenden Unvernunft und Unwissenheit. "Echte" Politiker, die wirklich das Wohl des Staates und der Menschen im Visier haben, und auch den philosophischen und ethischen Bildungshintergrund dafür haben, sterben aus. Es ist eine Tragödie, denn tatsächlich führt dieses neue Denken langsam aber sicher in eine völlig neue Art von Diktatur - die Oligarchie des Monopolkapitals, sprich eine Handvoll Milliardäre bestimmt aus dem Hintergrund alles, was auf der Welt läuft und die Kanzler und Präsidenten sind nur Strohleute, bzw. Marionetten. Und wir, die Völker, die Sklaven.

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Minister ist ein Job aus dem höchsten Gremium der Geschäftsführung der Bundesrepublik. Es geht dabei um die Fähigkeit der Leitungskompetenz, um die Fähigkeit zu führen. Das ist ein völlig anderes Anforderungsprofil, als es für die inhaltliche Arbeit des Ministeriums benötigt wird. Daher können Minister ohne weiteres das Ressort wechseln, wie ja übrigens auch Spitzenmanager die Branche wechseln, in der sie tätig sind.

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Wenn jemand auf mehreren Gebieten die nötige Sachkompetenz hat, ist dies möglich. Es ist sogar möglich, dass eine Person mehrere Ministerien übernimmt, aber dies geschieht meist nur kurzzeitig oder übergangsweise. Ausnahme: Bundeskanzler Konrad Adenauer leitete von 1951-55 auch das Außenministerium.

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Der/Die Minister/in "präsentiert" in erster Linie das Amt. Die hauptsächliche Arbeit in den jeweiligen Ministerien machen die zuständigen Staatssekretäre. Solche Ministerwechsel iinerhalb der Koalition hat es schon bei mehreren Bundesregierungen gegeben. So etwas geschieht immer dann, wenn ein amtierender Minister ausscheidet (meistens wg. Rücktritt).

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Die ernannten Minister tragen nur die Verantwortung ohne Fachwissen. Dafür haben sie ein Amt mit ca. 1000 Mitarbeitern wodurch sie unterstützt und beraten werden.

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Das liegt in unser aller Verantwortung. In einem Land, in welchem die Mehrheit der Bevölkerung sich gegenseitig einredet, an Politik eh nichts ändern zu können, wird der verantwortliche Teil der Bevölkerung weiter schlafen so wie bisher. Denn verantwortlich ist die Bevölkerung. Und damit wird bewiesen, dass Schweigen Schuld ist.

Es liegt an jeder einzelnen Person in diesem Land, wer in welcher Partei was zu sagen hat und was nicht. Wer das Gegenteil behauptet bringt Beweise. Beweise würden dann darstellen, dass in diesem Land gegen die geltende Verfassung verstoßen wird. Und das ist dann strafbar.

Sie kann es also werden wie die anderen auch wegen der Abwesenheit des Volkes, des Souveräns. Der ist damit beschäftigt, seine Gier zu befriedigen.

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Politiker ist leider kein Lehrberuf. Allerdings haben sie für die verschiedenen Ministerposten ihre Fachleute, Staatssekretäre usw. Die sollten fachlich kompetent sein und die Politker geben dann das wieder, was im "Hinterstübchen" ausgearbeitet wurde.

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Wei können die überhaupt was regiren? Die meisten von denen haben keine Ausbildung absolviert, die befähigen würde das entsprechende Amt zu bekleiden.

Es sind sprechende Köpfe fürs Fernsehen. Was die können ist unwichtig.

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Naja,erst hat sie durchgesetzt,dass jeder einen Fremdbetreuungsplatz für seine Kinder bekommt,jetzt bringt sie die Mütter dazu,billig-Lohn Arbeitsplätze zu bekommen...

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Schau einmal nach Österreich, da ist das auch schon lange Usus. Ein Tierarzt wird Frauenminister, ein Zivildiener Verteidigungsminister und die Innenministerin wird kurzerhand einmal Finanzministerin.

Jeder Kleinbetrieb achtet scheinbar auf mehr Kompetenz bei seinem Personal.

Warum das so ist, ist nicht so leicht zu sagen. Vielleicht haben sich die einschlägigen Köpfe einfach innerhalb der Parteien »verdient gemacht« und sich so einen neuen Posten erarbeitet. Grundsätzlich könnte man sich fragen, warum nicht jeweils wirkliche Experten Ministerposten übernehmen...

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der minister setzt den politischen willen um -- die arbeit wird im ministerium gemacht

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Kommentar von dawala
28.03.2012, 11:29

Es stellt sich nur die Frage, wessen politischen Willen. Auch wenn diese Partei so viele Stimmen bekommt darf gefragt werden, ob diese Wähler überhaupt wissen, was sie da wählen abgesehen von schönfärberischem Geschwätz.

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Weil es nur wichtig ist, dass er gut reden kann!

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Weil die Fachkompetenz bei den Staatssekretären liegt.

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