(Wie) Kann ein mäßig Demenzkranker seinen Fürsorgebevollmächtigten wechseln?

7 Antworten

Er kann seine Vollmacht widerrufen und jemand anderen bevollmächtigen. Da aber die Diagnose "Demenz" vorliegt, kann die Tochter den Widerruf anfechten. Ein Gutachter müsste dann prüfen, ob der Herr noch in der Lage ist, die Folgen einer Bevollmächtigung und der Aufhebung einer Bevollmächtigung umfassend und vollständig zu erfassen und somit in dieser Angelegenheit rechtswirksam handeln kann.

Es soll natürlich ein Vertrauensverhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigter bestehen, das durch Besuche und Kontakt natürlich gepflegt wird. Kleine Dienstleistungen und Besorgungen sind Nettigkeiten und vielleicht auch Selbstverständlichkeiten zwischen Verwandten. Aufgaben des Bevollmächtigten sind das allerdings nicht.

Da geht es darum, die rechtlichen Dinge zu klären, die Heimfinanzierung zu regeln, notwendige Anträge fristgerecht zu stellen usw.

Insofern ist zu befürchten, dass der alte Herr schon jetzt kein umfassendes Verständnis seiner Bevollmächtigung mehr hat.

Die Konsequenz kann mit großer Wahrscheinlichkeit sein, dass ein vom Gericht bestellter Betreuer eingesetzt werden muss, der dann auch die Vollmacht aufheben wird.

Die Aktion würde auf jeden Fall viel böses Blut in die Familie bringen und außerdem das Gericht zwangsläufig ins Spiel kommen. Das wird auch nicht unbedingt im Sinne des älteren Herrn sein.

Danke für Deine Ausführungen=Warnung! Das klingt alles recht überzeugend. Ich werde bei meinem nächsten Zusammentreffen mit dem alten Herrn diesem dann doch lieber raten, alles beim Alten zu lassen.

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Das ist ein heißes Eisen, denn keiner kann einem Dementkranken ansehen, inwieweit seine Krankheit bereits fortgeschritten ist.

Bevor jemand einen Betreuer vor die Nase gesetzt bekommt, muss das schon von höherer Stelle aus geregelt sein.

Dementkranke fallen oftmals vom Gedächtnis her viele Jahre zurück und sind dann wieder voll da und als Aussenstehender kann man sich da nicht reinstecken.

Das stimmt. Es gibt sehr viele demente, denen man, gerade als Fremde Person, das nicht an merkt, weil sie trotzdem viele helle Momente haben. Ich sag mal so: du kennst das Verhältnis zwischen den beiden ja auch nicht,. Vielleicht hat sie Gründe die knappen Besuche. Vielleicht ist dem Aber auch gar nicht so.

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@Emmi1610

Ich vermute stark, daß die seltenen Besuche der Tochter eine Reaktion auf die Unzufriedenheit des Vaters sind. Sicherlich hat die Wirkung eine Ursache. Andererseits ist da die Nachbarin, die ihn regelmäßig besucht. Über deren Besuche er sich freut. Und die letztendlich bei den Besorgungen ausgleicht, was er sich von der Tochter wünschen würde. Das kann er alles klar und in sich schlüssig äußern. Und meine (neutrale) Tante bestätigt diese Sachverhalte.

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Daß er zuweilen Gedächtnisprobleme hat, merkt man im Gespräch, wenn er Dinge wiederholt und sich nicht erinnert, daß er etwas schon gesagt hat. Aber er kann trotzdem seine Unzufriedenheit mit dem geringen Engagement seiner Tochter äußern. Daß die Tochter tatsächlich nur sehr selten und kurz ins Heim kommt, wurde mir von neutraler Seite bestätigt.

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@ccccccc1

Keiner weiß, warum der Mann sich so äußert und keiner weiß, wie das Verhältnis früher zwischen Vater und Tochter gewesen ist und wenn die Tochter nicht so oft kommt, dann wird diese ihre Gründe haben.

Außerdem reagieren Dementkranke nicht immer so, wie wir uns das vorstellen und dann ist das auch für die Familie kollossal schwer.

Wenn jemand bereits dement ist, wird keiner einfach über seinen Kopf hinweg und über den Kopf der Tochter hinweg, einfach einen neuen Betreuer einsetzen.

Ich würde mich da als aussenstehende Person nicht reinhängen, es wäre was anderes, wenn der Fall in der eigenen Familie vorkommt und es Gründe gibt, dass man dem einen Betreuer seine Aufgaben entzieht und einen Neuen einsetzt.

Dafür müsste man mehrer Ärzte bemühen, die den Gesundheitszustand eines Dementkranken erneut begutachten.

Außerdem ist das eine sehr komplizierte Aufgabe, sich um einen Dementpatienten zu kümmern, zumal das kein Familienangehöriger wäre.

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Entsprechender Antrag beim Betreuungsgericht. Wie nun genau dieser zu formulieren ist, da bedarf es detaillierter Kenntnis des Sachverhaltes.

Interessant ist folgende Passage

"Die Tochter soll ihm gesagt haben, daß er nicht mehr geschäftsfähig sei - und sie das Amt nicht abgeben will, weil sie sich nicht von Fremden vorschreiben lassen will, wie sie ihn später beerdigen soll."

Sie ist, wenn von ihrem Vater eine Verfügung vorliegt, wie er bestattet werden will, an diese gebunden; ggf. wäre dies ein Aufhänger.

Richtig, "wenn von ihrem Vater eine Verfügung vorliegt" betreffend der Beerdigung. Offenbar liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine vor - warum hätte die Tochter sonst so etwas sagen sollen? Letztendlich wissen wir es nicht - es weiß noch nicht mal irgendjemand, ob die Tochter überhaupt richtig zitiert wurde.

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