Wie kann ein abgrundtief böser Mensch, der einst ein sehr guter Mensch war, böse werden?

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15 Antworten

Nein, der Tod der Mutter allein reicht noch nicht, um einen vorher herzensguten Menschen böse werden zu lassen; selbst wenn Vater und Geschwister zu sehr in ihre Trauer versunken sind - aber auch das ist nicht glaubwürdig; wenn die Familie vorher in Zuneigung verbunden war, warum sollten sich dann alle voneinander zurückziehen, anstatt froh zu sein, daß sie einander noch haben? Für eine Person (den Vater) kann das so sein, daß er aufgrund seiner Persönlichkeit und Lebensgeschichte auf den Tod der Frau so reagiert; aber für eine ganze Familie mit mehreren verschiedenen Personen?!

Wenn ein zutiefst freundlicher Mensch böse wird, da muß schon einiges zusammenkommen. In deinem Fall wäre denkbar, daß die Mutter z.B. nicht an einer Krankheit stirbt sondern gewaltsam ums Leben kommt, und die Familie geht auf eine Weise damit um, die dieses Kind nicht versteht und nicht verarbeiten kann.

Stell dir vor, die Mutter kommt bei einem Autounfall ums Leben, den der Vater verursacht hat, weil er angetrunken am Steuer gesessen hat. In seinem Schmerz und mit seinen Schuldgefühlen wird der Vater verschlossen und aggressiv. Früher hat er nur gelegentlich Alkohol getrunken, aber nun wird er zum Alkoholiker. (Ja, so paradox verhalten sich Menschen tatsächlich manchmal). Die Geschwister sind alle im Teenageralter und flüchten die meiste Zeit aus dem Haus und deine Figur ist als einziger noch zu klein und muß den schwierigen Vater ertragen.

Dann bekommt er zusätzlich noch von außen massive Probleme mit denen er sich überfordert und alleingelassen fühlt; z.B. kommt ein neuer Schüler in die Klasse, der ihn quält und drangsaliert. Wenn sowas über mehrere Jahre geht, dann kann das einen guten Menschen böse machen. Denn so ein Mensch macht die Erfahrung, daß er keine Chance hat, auf eine gute Weise mit seinen Problemen zurechtzukommen und wird immer offener für schlechte "Lösungen".

Der Junge könnte entdecken, daß er von dem bösen Mitschüler in Ruhe gelassen wird, wenn er selbst bei krummen Sachen mitmacht; z.B. seinerseits Mitschüler erpreßt und die "Beute" mit dem bösen Mitschüler teilt. Dieser behandelt ihn dann wie einen "Kumpel", und somit hat deine Figur die Erfahrung gemacht: "Wenn ich ein guter Mensch bin, bekomme ich vom Leben keine Chance, sobald es wirklich hart auf hart kommt; wenn ich aber selber schlecht und böse bin, dann bekomme ich unter bestimmten Voraussetzungen Anerkennung und Respekt (naja, es ist natürlich nicht wirklich Respekt; in Wahrheit haben die einen einfach Angst vor ihm und die anderen machen auf "gut Wetter" um ihn ausnutzen zu können; aber diese Figur hält das dann für "Respekt", weil sie nach Anerkennung hungert).

Mit der Zeit gewöhnt sich dieser Mensch dann immer mehr an die Befriedigung, andere Menschen zu quälen, denn dann fühlt er sich groß und wichtig.

So kannst du z.B. die Lebensgeschichte einer böse Figur schildern.

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Bei Ken Folett neigen die Bösewichte meist schon als Kinder zur Grausamkeit und sehen sich selbst garnicht als Bösewichte sondern als Helden, die halt nicht so verweichlicht sind wie der Rest. Das ist die einfachere Art, einen Bösewicht zu charakterisieren.

Wenn dein Bösewicht zuerst gut war, ist das psychologisch schon etwas schwieriger. Ich könnte mir vorstellen, dass ihm durch die Schuld eines anderen - der natürlich auch abgrundtief böse ist, und dem das Schicksal unseres Protagonisten total egal ist - etwas total Schlimmes passiert. Z. B. der nimmt ihm die Frau weg und ruiniert ihn finanziell. Wenn die Geschichte im Mittelalter spielt, könnte der auch seine Burg überfallen, seine Familie töten und sich danach noch den Besitz unter den Nagel reißen.

Unser Neo-Bösewicht schwört darauf Rache, verliert den Glauben an die Menschheit und tut lieber anderen was Schlechtes an, bevor die ihn verletzen können.

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Ein Grund, warum Menschen ihren Charakter wechseln ist, wie du schon angesprochen hast, der schmerzliche Verlust eines Geliebten Menschens. Wenn dazu noch andere Probleme bzw. Komplikationen, wie die Nichtbeachtung durch die Verbliebenen, kommen, dann kann jener angesprochene Charakterwandel von exorbitanter größe sein. Zusätzlich könntest du eventuell noch was von einem schlechten sozialen Umfeld schreiben, in welchem Gewalt an der Tagesordnung ist, etc.!

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Das gibt es : Hör Dir die Kommentare an, wenn Nachbarn einen Amokläufer ( oder Serienkiller) beschreiben. "Unauffällig, nett, hilfsbereit...." Ein andermal wird ein Mitarbeiter in der Fabrik verhaftet, weil..... Alle sind bestürzt: "Nie für möglich gehalten, unglaublich, kann nicht sein!" ----Dass in Deiner fiktiven Geschichte die Mutter stirbt, ist schlimm und reißt den Kindern den Boden unter den Füßen weg. Alles kann anders werden! Dennoch ist dieser Einschnitt zu "normal"; es müsste schon eine katastrophale Schnittstelle sein, turbulent und vehement. Zur Anfrage: Der Mensch kann zwei Gesichter haben = Engel und Teufel (Satan, Diabolus). Deine Geschichte birgt die Chance, dass Pole, Dialoge, konträre Spannungsfelder, Konflikte für Kurzweil sorgen. Maach e´t good!

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Wenn verschüttete Identitäten wieder zum Vorschein kommen. Schock, traumatisches Ereignis, Ablehung in der Liebe etc. Die klassische Figur, mit einer belasteten Kindheit.

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Es würde für mich mehr Sinn machen wenn "diese fiktive Person" in jungen Jahren missbraucht und danach in seiner Gedankenwelt alleine gelassen wurde. "Nett" wären auch politische Erpressungen oder Verwicklingen der Eltern welche seine Kinheit prägten.

Mütter sterben im Vergleich zu oft ...ohne entsprechende Bösewichte zu generieren...

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Es gibt weder schwarz und weiß, noch gut und böse. Die Intention und der Hintergund machen alles aus, und geben der Handlung erst ihre Farbe. MAn kann aus guten gründen eine böse Tat verrichten, genauso wie man aus bösen gründen eine gute Tat vollbringen kann.

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"Wie kann ein abgrundtief böser Mensch, der einst ein sehr guter Mensch war, böse werden?"

Der Satz ist an sich schon falsch. "Wie konnte.." wäre richtig gewesen. So, wie er da steht, wird vermittelt, dass ein abgrundtief böser Mensch (der einst ein sehr guter Mensch) war, böse wird. Was soll das? Der, der das geschrieben hat, sollte es lieber lassen, mit den Geschichten.

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Das ist wieder eine Frage mit Schwarz-weiß-Malerei aus der Märchenwelt. Kennst du den Roman von Robert Merle: "Der Tod ist mein Beruf?" Kennst du die Lebensweise von KZ-Kommandanten oder SS-Leuten? Für diese bedeutete das Leben der Häftlinge gar nichts. kamen sie aber nach Hause, führten sie ein normales Spießerleben, liebten ihre Kinder, die Frau, sammelten Briefmarken. Ihre Brutalität, mit der sie vorher Häftlinge prügelten oder erschossen, war wie weggeblasen. Das heißt also, ein bösartiger Mensch kann an anderer Stelle sehr feinfühlig und liebenswürdig sein.

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Ein böser Mensch sagt, dass das Böse gut ist und das Gute böse, und der böse Mensch sagt auch noch das alles "relativ" sei. Diese Menschen tendieren immer zum Relativismus, was eigentlich ein Widerspruch in sich ist und sie sind so voller Widersprüche.

Daraus kann man auch folgendes erkennen: Ein Mensch der die Wahrheit kannte und wusste was gut ist, kann nur böse werden wenn er sich selbst etwas vormacht. Er baut sich seine eigene Realität auf, fundiert auf Illusionen und Lügen. Er fängt an selbst daran zu glauben und will auch das alle anderen daran glauben um somit seine Realität auszuweiten.

Spricht dann jemand die Wahrheit aus, so zittern diese Menschen innerlich vor Furcht, denn im Grunde wissen sie im tiefen ihres Herzen, dass die Wahrheit sie irgendwann einholen wird. Sie werden unglaublich wütend wenn man sie darauf aufmerksam macht.

ABER, man muss unterscheiden können zwischen einen Menschen der tief enttäuscht wurde und zynisch geworden ist, und einem wirklich bösen Menschen. Wenn du in deiner Frage Gründe nennst wie der Tod einer geliebten Person, dann müssten ja alle Menschen sehr böse sein, weil alle Menschen irgendwann eine geliebte Person verlieren. Das kann also nicht wirklich der Grund sein.

Der wahre Grund für das Böse ist der Egoismus, sich selbst viel wichtiger nehmen als alle anderen. Habsucht ist die Folge und die Neigung zu lügen, oder sogar die Liebe zur Lüge. Solche bösen Menschen wollen die Wahrheit nie hören und finden nur Gefallen an seltsamen Theorien die gut in ihrem egozentrischen Weltbild hinein passen.

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Kommentar von GastExZJ
30.03.2012, 21:50

Abschnitt 1-3,5b völliges ZeugenJehovas-Denken, lediglich Abschnitt 4,5a kann man akzeptieren.

lese mal bei Zeugen für Zeugen auf bruderinfo.de, die sind "gut drauf"

bei Euch ist böse, wer Dinge hinterfragt und nicht mehr blauäugig sein will, weil er dann böse wird, in Religiösen Dingen, eurer Meinung nach.

Schon im Hinblick auf andere Kommentatoren, die tatsächlich zu relativieren versuchen, will man mit dieser Ideologie und Auslegung Personen als Böse erklären und faktisch genau den Kommentator der gegenwärtig 2 Punkte hat (Aphaiton), und genau das ausgesprochen hat, mit. Das ist schon fast eine persönliche Beleidigung desjenigen!

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Um deine Frage zu klären, müsste ich wissen, was Du unter böse verstehst. "Böse" ist relativ zu sehen. Für manche ist die Massakrierung einer ganzen Bevölkerung grausam, für Andere vielleicht schon wenn die Mülltonne vom Nachbarn abgefackelt wird.

So ein Wandel kann viele Ursachen haben und sich unterschiedlich ausprägen. Psychosen, Traumata und andere seelische Erkrankungen machen sich gut für ein Motiv. Vielleicht fühlt sich dein Bösewicht aufgrund seelischer Grausamkeit dazu berufen, grausam zu sein. Es kann auch die Frustration auf die Gesellschaft sein, die ihn in seiner Not sich selbst überlassen hat. Das Mitgefühl und die Güte, die er vor dem Tod seiner Mutter jeden Menschen gegeben hat, bekommt er nicht zurück. Er verkümmert innerlich und der Hass auf sich und die gesamte Welt frisst ihn langsam auf.

Andere Faktoren, welche seinen Wandel auslösen könnten, wären:

Der Verlust seiner großen Liebe, von Ansehen, Geld und Besitz, denk Dir was aus! ;)

MfG Aphaiton

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Kommentar von Samlerf
24.03.2012, 08:41

Das ist mit dem Bösen ist so eine Sache, da hast du natürlich Recht. Ich meinte natürlich nicht, dass seine Mutter stirbt und er am nächsten Tag vom aufwachen an, böse ist! Sie soll aber der auslöser sein.

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Kommentar von Samlerf
24.03.2012, 18:56

Ich meine, dass er gerne Menschen quält und auch bei Kindern keine Gnade kennt.

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bei der Geschichte fehlt noch irgendein Auslöser. Weil ein sehr guter Mensch, der nimmt dennoch in der Umgebung ständig wahr, dass Menschen sterben oder vereinsamen oder sich verändern. Wenn er daher selber vom Schicksal getroffen wird, dürfte ihm das zwar Schmerz bereiten, doch nicht zum Abgrundtiefen Hass verführen.

Hier müsste noch ein Intigrant ins Spiel kommen, der ihm glaubwürdig und suggestiv Gründe nennen kann, die ihm bislang völlig fremd waren, warum jemand sterben musste oder sich von ihm abwendet. Ein falscher Freund z.B., der daran interessiert ist, einen Handlanger heranzuziehen.

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Zitat Anfang:

„Psychopathen sind soziale Raubtiere, die sich mit Charme und Manipulation skrupellos ihren Weg durchs Leben pflügen und eine breite Schneise gebrochener Herzen, enttäuschter Erwartungen und geplünderter Brieftaschen hinter sich lassen. Ein Gewissen und Mitgefühl für andere Menschen fehlt ihnen völlig, und so nehmen sie sich selbstsüchtig, was sie begehren und machen, was sie wollen. Dabei missachten sie gesellschaftliche Normen und Erwartungen ohne jegliches Schuldbewusstsein oder Reuegefühl. Ihre fassungslosen Opfer fragen sich verzweifelt: „Wer sind diese Menschen?“, „Was hat sie zu dem gemacht, was sie sind?“ und „Wie können wir uns schützen?“

Zitat aus dem Buch von Prof. Dr. Robert D. Hare: Gewissenlos – die Psychopathen unter uns.

Auffällig bei solchen Menschen ist die sehr starke Mutterbezogenheit. Fällt die Mutter als Bezugsperson weg, werden sie haltlos.

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Kommentar von katwal
24.03.2012, 09:10

@DerRumpelrudi: Interessant! DH!

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kennst du star wars? da ist die erklärung....die "dunkle seite der macht" ist verführerisch, sie ist schneller und scheint stärker zu sein...

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Der Klassiker : Verschmähte Liebe !

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