Wie kann der LKW-Verkehr in den USA rentabel sein, wenn man sich die Steuern auf Diesel anschaut? Wäre der Zug nicht besser und günstiger?

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4 Antworten

Hallo,

zunächst einmal musst du sehen, das die USA ein Flächenland sind,Ballungsräume gibt es nur an der Ostküste und dort gibt es auch ein sehr dichtes Netz an Eisenbahnen,Straßenbahnen,O-Bussen und U-Bahnen.

Die Masse des Landes ist aber Country-Side, wo du deinen nächsten Nachbarn in 50 Kilometern Entfernung hast.

Daher hat der Lkw-Transport eine enorme Bedeutung in den USA und auch in den letzten 20 Jahren einen radikalen Umwandlungsprozeß hinter sich.

Waren früher Diesel-getriebene Lkw die Ausnahme, so sind sie heute (oft sogar als Hybrid) der Standard.In mittleren Westen der USA zum B. sind fast 70 % aller Lkw Diesel getrieben.

Daher herrscht auch ein gnadenloser Wettbewerb dort und vielfach wird von den Behörden auch mal weg geschaut, wenn es um Lenk-und Ruhezeiten geht.Da in den USA überwiegend kleine (Familien)Betriebe das Furhgeschäft betreiben.

Zu den Eisenbahnen noch eine Anmerkung:

Diese haben mittlerweile wieder einen Anteil am Güterverkehr, da sie zum Beispiel .Container-Züge fahren, auf denen die Container 2fach übereinander gestapelt sind, was bei uns in Europa nicht möglich ist.

Des weiteren fahren sie Züge in Maximallasten,das heißt 3,6 Kilometer lang.

Dazu werden sowohl an der Spitze des Zuges, als auch in der MItte und am Ende  Triebfahrzeuge plaziert.Mittig und am Ende  sind es reine Motoreinheiten ohne Führerstand, die von der führende Lok aus gesteuert und überwacht werden.

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Kilon 12.10.2017, 21:14

Danke für deine Antwort. Ja das ist mir schon klar, dass die USA fast 30-mal so groß sind wie Deutschland, ohne Alaska und Hawaii sind es vlt. 25-mal so viel? Es sei denn die knapp 10 Mio km² beziehen sich nur auf die "Lower 48". 

New Mexico (oder einer der Top20 Staaten nach Fläche vermutlich) ist fast so groß wie ganz Deutschland mit einer 600.000 Einwohner Hauptstadt und der Rest ist sehr dünn besiedeltes Gebiet, Wüste zu Mexiko, Indianerreservate usw...

Ich weiß wie noch eben vor dem EU-Beitritt Polens die Schlangen waren am Grenzübergang Frankfurt (Oder) z.b., die Fahrer haben da in ihren Wagen auf den Zollparkplätzen übernachtet, und ich denke viele nicht nur 1x bei einer Fuhre. Durch die EU wurde das wohl etwas einfacher, mehrere Hundert LKW parken jedoch offen sichtbar. Das Areal ist vieeeel größer, das meiste sieht man nicht, und ganz besonders drinnen nicht wo die ganzen Röntgengeräte usw. sind, das hat vieles vereinfacht bzw. für Schmuggler erschwert, wobei der Mensch ja erfinderisch ist... Das Gelände ist echt ein Monster weil eben das früher die EU-Grenze war, da hatte man auch weit und breit keinen legalen Zugang zur Oder (bin da mal zum Hauptbahnhof gelaufen und so weit wie möglich am Ufer entlang, und selbst wenn man dann irgendwie diese Räume erreicht,

sind das Zäune mit NATO-Stacheldrahtzaun gewesen und es würde mich nicht wundern wenn ziemlich rasch eine Schnellboot-Truppe des BGS vorbeigekommen wäre wenn man dort "schwimmen" gegangen wäre, in extremen und etwas abgelegenen Gegenden könnte ich mir sogar uralte Trainingshelikopter vorstellen, die Ultra-Kleinen wie in Vietnam mit nur etwas über 600kg Eigengewicht + etwas Treibstoff aber dafür im Unterhalt günstig und Ersatzteile aus den anderen weit über Zehntausend nicht mehr wirklich benötigten Exemplaren alleine aus den USA/Kanada.

Jedoch ja das habe ich auch zufällig letztens in einem Film gesehen, wo der Mann einen Auftrag nach Florida (aus New England oder höchstens New Jersey) annehmen musste um die Rate für seinen LKW zu bezahlen. Eine 1-Mann/Fahrer Logistikfirma mit einem Diesel-LKW, dass sie alle Diesel sind darum ging es mir ja, bei uns ist Kerosin für kommerziellen Gebrauch steuerfrei, in den USA so gut wie (was mitunter die größte Öl-Verschwendung überhaupt ist). Da kam es mir auch gleich wieder in den Sinn ;) Diesel ist natürlich vieeeel sparsamer im Verbrauch, aber wieso dann so der LKW-Verkehr durch so extrem hohe (für US-Standards) Dieselsteuern "behindert" wird konnte ich nicht verstehen. 

Wobei ja selbst die Züge oftmals auf Diesel umschalten müssen wenn die Gleise eben keinen Strom liefern, und 1 Million km Schienen oder mehrere Millionen km an Gleisen zu elektrifizieren ist selbst für die USA nicht so leicht, von den Verlusten und dem ohnehin relativ maroden Energie-Netz abgesehen. Danke aber für deine Antwort, ja das meinte ich ja auch wegen Doppeldecker-Frachtwaggons, dazu auch LKW-Roadtrains, in Australien wie gesagt 60 Tonnen kein Problem im Niemandsland zwischen 2 Städten, 3 voll beladene Anhänger mit fast jeweils 25.000 Liter Benzin und ein General Electric oder MAN Diesel mit 750 bis 1.250 PS... Günstiger als bei uns ist der Diesel dennoch, erst bei zu hohen Ölpreisen wirds dort teurer, aber die Dimensionen haben mir schon Sorgen bereitet. Ich mein LA nach NYC ist mehr als von den deutschen Nord- und Ostseehäfen runter nach Süditalien oder an die französische Mittelmeerküste...nur dass man bei uns immer in der Nähe einer Großstadt ist.

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OlafausNRW 12.10.2017, 23:08
@Kilon

Hallo,

du darfst Kerosin (Flugzeugtreibstoff) nicht mit den Kraftstoffen für Straßenfahrzeuge vergleichen.Kerosin ist dort nämlich nicht zu gebrauchen, der ist ausschließlich für Turbinentriebwerke gedacht.

Wobei wir bei Thema Hubschrauber wären.In Vietnam war das Arbeitstier und unverwüstlich der Bell  UH 1 - D ,bei uns in der Bundeswehr als Teppichklopfer bekannt und geliebt. Einfach simpel und (fast) unkaputtbar. Bis heute tut er immer noch brav seinen Dienst bei der Truppe.

Nur im zivilen Bereich wurde ihm durch eine bescheuerte EU-Vorschrift das Fliegen "abgewöhnt" , denn er hat nämlich nur eine Turbine als Antrieb, die EU verlangt 2.

Noch ein Wort zum Stromnetz in den USA.

Das ist nicht marode, sondern den Gegebenheiten des riesigen Landes angepaßt. Deswegen  müssen sich gerade in den Country-Ländern viele Farmer mit Benzin/Diesel-Stromgeneratoren versorgen und ergänzend mit Wind/Solaranlagen. 

Weil es einfach viel zu teuer wäre 100 Kilometer Stromleitung für 2 oder 3 Farmen zu verlegen. Wobei es das (also kein Strom wegen fehlender Wirtschaftlichkeit) auch bei uns in D auch heute noch gibt.

Das gleiche gilt auch für die Eisenbahn,siehe hier in D.Auch hier sind längst nicht alle Strecken elektrifiziert, weil es einfach zu teuer ist.

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Ein LKW ist sparsamer als du denkst.

So ein LKW der schluckt gerade mal 30 Liter auf 100 km/h kann aber dabei bis zu 60 europaletten transportieren. Wenn man das auf den Warenwert runterrechnet sind die Frachtkosten extrem niedrig.

Zumal ist der LKW auch viel shcneller. Und nicht zuletzt so ein LKw der fährt von Haustür zu Haustür. Weil bei der Bahn hast du immer das Probelm das du den ganzen Sch i ss erstmal auf die Schine bekommsen musst, und der Emfänger hat in der Regel auch keine Bahnanschluss.

Wenn die Ausliferung dann ein LKw übernehmen muss, dann kann man gleich die ganze strecke fahren.

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Nach MEINER Kenntnis werden die meisten Eisenbahnzüge von dieselelektrischen Loks durch das Land "gezerrt". Die Besteuerung von Diesel für Eisenbahnen in den USA kenne ich nicht.

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Kilon 12.10.2017, 22:05

Ich glaube nicht, dass es da Unterschiede gibt. Höchstens bei der Steuerabrechnung. 4,4 Cent je Gallone Kerosin (was gerade so viel ist, dass riesige Flugunternehmen schon etwas mehr Bargeld bereitstellen müssen, aber nicht viel genug um auch nur an Stops in Gebieten zu denken wo kommerzielles Kerosin steuerfrei ist, oder wie bei meiner Schwester bei ihrer Studiumspause wo sie für Etihad in Abu Dhabi tätig war. Etihad und Emirates sowie jede Linie aus einem arabischen OPEC-Land kriegt das Kerosin wirklich für lau, das ist ja auch mit der Hauptgrund warum Dubai und Katar (ursprünglich...) die neuen Drehkreuze werden wollten. 

Sie liegen zentral zwischen Nord-, Zentral- und Südamerika und Asien und ebenfalls von Europa aus nach Asien, Australien, Afrika, Neuseeland/Ozeanien das gleiche. Dazu eben, dass Flugzeuge die dort halten und es als Drehkreuz nutzen ihr Kerosin dort unglaublich günstig kriegen.

In den USA sind es eben Kosten von in der Regel mehreren Tausend Kilometern Transport über Pipelines (Kanada ist schon ewig der mit Abstand größte Öl-Lieferant der USA, bestimmt schon 25 Jahre durchgehend). Der Rest kommt aus dem Golf von Mexiko entweder vom US-Teil oder aus Mexiko, dort auch etwas onshore, dafür sind sie in der Zwickmühle... sie melken die Kuh aber investieren nicht in die Zukunft, sie müssen den Großteil ihres Benzins inzwischen aus den USA importieren, ist am Ende ein riesiges Hin- und Her bei dem "Grüne" wohl verrückt werden könnten. 

Daher ist der Flughafen unweit der Ostküste in Atlanta ja auch nach Passagierzahlen schon sehr lange die Nummer 1. Dort kommt noch das Erdöl aus dem Golf von Mexiko, Texas usw. seit inzwischen ~150 Jahren und von dort aus kann man noch mal weiter fliegen, das sind dann Mengen die man weniger braucht wenn man an die Westküste will, dafür lohnt ein Halt... erst wenn (und nicht falls) in Grönland rentabel förderbares Erdöl gefunden wird, könnte sich das ändern.

Dass es nur an der Ostküste "Ballungsräume" gibt, dem würde ich auch widersprechen, auch wenn es nicht von dir kam ;) Die untere Hälfte Kaliforniens am Pazifik ist doch praktisch ein zusammenhängender Ballungsraum und auch nach hinten hin haben wir alte oder noch existierende Städte die einst durch Öl groß wurden (Bakersfield z.b.). Kalifornien hat aber Gegenmaßnahmen gegen das günstige Tanken in Nevada, Arizona oder gar Mexiko getroffen. Die sind zwar nicht unbedingt real, aber Kalifornien hat seine ganz eigene Benzinsorte, einzigartige Zusätze die gefordert werden, daher kann auch wenn mal unerwartet oder auch geplant eine große Raffinerie für eine Weile runterfahren muss der Preis massiv steigen, weil ein Import aus anderen Bundesstaaten so ohne weiteres gar nicht geht. 

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Hallo

Nun guck mal den Modal Split der Frachttransporte in den USA und Europa an:

https://www.researchgate.net/figure/305589858\_fig4\_Figure-9-Modal-Split-of-Freight-Transport-in-the-EU-the-USA-and-Japan
Und hier:

https://people.hofstra.edu/geotrans/eng/ch3en/conc3en/modalspliteuusjapan.html

Die USA hat 40% der Frachttransporte auf der Schiene, die EU ca 12%

Wo ist also das Problem?

Ein Güterzug in Europa:

https://flic.kr/p/Aw8QyP

Und in den USA:

https://flic.kr/p/qzFrPd

Der Unterschied ist frappant!

 

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