Wie kann China Kommunistisch sein, wenn es ja weiterhin den Kapitalismus fröhnt?

10 Antworten

Ganz einfach überhaupt nicht.

Ein politisches System ergibt sich nicht aus einem überkommenen, propagandistischen Anspruch, sondern aus seinen Handlungsweisen heraus.

Chinas gesellschaftliches und wirtschaftliches System sind von kommunistischen Vorstellunen Lichtjahre entfernt, seine Wirtschaft arbeitet nach radikal kapitalistischen Gesichtspunkten.

Dennoch kann man hinterfragen, ob man China als "kapitalisitsch" im bürgerlich-demokratischen Sinne bezeichnen kann, denn dem steht das politische Monopol der sgn. "Kommunistischen Partei" und deren interventionistische Haltung in die Belange der Wirtschaft entgegen.

In Summa ähnelt China so gesehen meiner Meinung nach etwa der Gesellschaftsordnung des Deutschen Kaiserreichs um 1900 herum:

Eine überkommene Elite, deren Machtanspruch sich auf Phänomäne gründete die eigentlich nicht oder zummindest nicht mehr existieren, hat die politische Macht bei sich monopolisiert.

Die Wirtschaft entfaltet sich nach der Industrialisierung explosionsartig, was dem Land einerseits zu Gute kommt und daher auch von der politischen Elite mit Wohlwollen gesehen wird, anderereseits stellt die ökonomisch basierte Macht den Machtanspruch der politischen Elite zunehmend in Frage, so dass diese zur Verteidigung ihrer eigenen Position immer wieder in die wirtschaftlichen Belange eingreift um ihre eigene Macht geltend zu machne und heranwachsende Konkurrenz auf diesem Gebiet entweder in die eigenen Reihen zu integrieren oder auszuschalten.

Demnach würde ich China was sein Politik- und Wirtschaftssystem angeht, als semi-kapitalistisch und semi-obrigkeitsstaatlich bezeichnen.

Mit Kommunismus oder im weiteren Sinne Marxismus hat das nichts zu tun, sondern dass ist lediglich die Fassade und Legitimationsstrategie, die ihrerzeit Mao und Komplizen benötigten um sich die Unterstützung Stalins und damit ihren Griff zur Macht abzusichern.

Viel mehr als hohle Worte stecken da nicht hinter.

Die Volksrepublik China hat ein spezielles Wirtschaftssystem nach dem scheitern des großen Sprungs nach vorne aufgebaut. Der zu Hungersnöten, korruptionsanstieg ins unermäßliche und tot vieler Millionen Chinesen führte. Dieses Wirtschaftssystem ist sehr wohl weiterhin sozialistisch/ kommunistisch geprägt.

1. Alle wichtigen Wirtschaftszweige die militärisch oder Staatsbedeutend sind. Haben weiterhin das Planwirtschaftsystem. Daher sind die Internet-, Telefon- und Postdienste zum größten Teil noch verstaatlicht in China. Die Mitarbeiter hier erhalten maßgeblich eine Art Beamten Rente. Die nun der Volksrepublik langsam die Finanzen wegfrisst.

2. Fast alle mit dem Ausland konkurrierenden Wirtschaftsbereiche sind in Sonderwirtschaftszonen untergebracht. Sprich eine Art Gewerbepark mit verringerten Steuersätzen und Gesetzen die eine Wirtschaftsentwicklung aufhalten könnte.

Soweit zum wirtschaftlichen jetzt kommen wir zum politischen, bevor die Gesellschaft folgt.

Die Politik in China Besitzt weiterhin ein, Ein Parteien System (Bitte hier genau lesen). Das heißt es gibt in der Volksrepublik China ein Parlament mit einer Partei. Es gibt also vom schein her keine Opposition oder Fraktion. Dem ist aber nicht so, das Parlament besteht aus verschiedenen interessen Gruppen von Abgeordneten dort. Die sich jeweils ihren eigenen Vorsitzenden zuordnen. Es gibt den Vorsitzenden der Schwarzen, Roten und Gelben Parlamentarier. Offiziell bilden die alle eine Partei realpolitisch sind es jedoch wie bei uns CDU/CSU, FDP,... in einer Partei. In China darf sich theoretisch jeder Bürger zur Wahl stellen. Steht zwar im Gesetz aber nicht ohne Kontakte möglich. Beim alleinigen aufstellen für geringe politische Posten werden deine Arbeitgeber und verwandten angerufen um deine Intention herauszufinden.

Nun zum Schluss die Gesellschaft. In Städten Chinas ist diese wirklich liberal, Religionen werden nicht verfolgt sondern toleriert müssen aber mit dem Staats kooperieren. In ländlichen Gegenden ist die Gesellschaft eher archaisch (sprich stark traditionell geprägt; ja Ehrenmorde gibt es hier auch noch ab und zu). Die Gesellschaft Chinas liebt die Moderne aber auch Akzente des Sozialismus. Vlt von selbst oder gelehrt, in Schulen wird deshalb das typisch sozialistisch Rote Tuch um den Hals getragen in Einschulungen und Abschlussfeiern. Die Gebäude Style sind weiterhin wenn sie dem Staat gehören sozialistisch geprägt. Einen Sohn bei der Armee zu besitzen gilt als angesehen. In Geschichte sind die wichtigsten Teile wie die eigenen als auch Ausländische Monarchen das Land versuchten auseinander zu reißen, durch den Anführer Mao Zedong wurde dies maßgeblich verhindert (Man muss alle Aspekte beachten)). China ist sicher nicht mehr als voll kommunistisch/ sozialistisch zu beschreiben. Aber schon ein ganzes Stück. Politisch hält es zu sozialistisch/ kommunistisch geprägten Ländern gute Kontakte. Und arbeitet bloß mit kapitalistischen Ländern wie Amerika zsm solange es sich lohnt.

China hat einfach als Ideologie zur Volkseinigung den Sozialismus/ Kommunismus.

Verzeihung bitte, Planwirtschaft allein hat doch nichts mit Kommunismus zu tun, sonst wäre zu ziemlich jedes Kriegsführende Land in seiner postindustriellen Phase durch Etablierung einer entsprechenden Kommando Wirtschaft ja der sozialen revolution anheim gefallen.

Wohl kaum.

Überhaupt sollte man da auch zwischen theoretisch kommunistischen Gedanken nach Marx unterschieden, denen eine vollständige Planwirtschaft in dieser Form (die es in China im übrigen so nicht gibt) in haarsträubender Weise wiederspricht und Ostblockbolschewismus, der schon mit diesen theoretischen Grundlagen nicht mehr viel am hut hatte unterscheiden.

Der in China entstandene Maoismus ist eine Mischung aus entartetem Bolschewismus, also eine Entartung der Entartung der kommunistischen Ideenwelt und einer zutiefst nationalistischen Strömung, die sich aus Chinas Geschichte als halbkolonialer Staat und den Schrecken des Krieges gegen Japan herleitet.

Heißt selbst die als "kommunistisch" deklarierten Züge des Staates, weisen bei Reflektion der Geschichte Chinas und im Abgleich mit der Genese kommunisitscher Anschauungen und derem Inhalt eigentlich keine nennenswerte Schnittmenge mit der eigentlichen Bedeutung des Inhats dieser Begrifflichkeiten auf.

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Stark vereinfacht erklärt:

Obwohl die "Chinesen" den Kapitalismus nicht erfunden haben, das waren die "Engländer", sind sie doch seit Jahrhunderten im Welthandel integriert. Der moderne Kapitalismus, der sich über Europa ausbreitete, fand in China zunächst keine passende Strukturen.

Allgemein gilt: Staat und Wirtschaftsform müssen nicht "übereinstimmen", das heißt, das soziale Ordnungsmodell kann "totalitärer" Art sein, sich als Sozialistisch bezeichnen, aber dennoch eine kapitalistische Wirtschaftsorganisation haben. China ist dafür der beste "Beweis", eine empirische Tatsache.

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