Wie kamen die Westberliner nach BRD?

14 Antworten

Die "übliche Polizei" ist Ländersache, weshalb Westberlin auch eine "eigene"Polizeischule hatte. Seit den ersten "Passierscheinabkommen" konnten Bürger Westberlins mit ihrem Personalausweis sog. Interzonenzüge(Eisenbahn) nutzen. Die Versorgung der westlichen Halbstadt erfolgte über die "Transitstrecken" auf Autobahnen (der DDR), sowie über Binnenwasserstraßen (Flüsse+ Mittellandkanal). Die Versorgung über den Luftweg war seit der berühmten Luftbrücke unproblematisch. Da die Bundesrepublik praktisch SÄMTLICHE Kosten des Baus, sowie der Unterhaltung von Transitautobahnen übernahm, funktionierten diese Verkehrswege weitgehend ohne Probleme. Ausnahmen gab es IMMER dann, wenn sich die DDR-Oberen aus albernen Gründen "auf den Schlips getreten" fühlten. Das war IMMER dann der Fall, wenn der Bundestag (aus Solidaritätsgründen) ausnahmsweise mal in Westberlin tagte: Dann wurden die DDR-Grenzorgane sehr träge und es kam zu kilometerlangen Staus vor den Grenzübergängen.

Der Anfang war die berühmte Luftbrücke, über die Westberlin ein Jahr lang von amerikanischen, britischen und französischen Flugzeugen versorgt wurde. Später(als die "Transitwege" über Straßen und Wasserstraßen wieder benutzbar waren, konnten die Westberliner zuerst gegen Barzahlung Transitvisa bekommen, mit denen eine Durchquerung der "Zone" auf den zugelassenen Transitautobahnen oder Landstraßen möglich war. Erst Brandts Entspannungspolitik ermöglichte einen regelmäßigen Eisenbahnverkehr "Interzonenzüge"(Eisenbahn) und sog. Kurswagen, die zwar zunächst von der (westdeutschen) DB an die Grenzbahnhöfe gezogen wurden, dann aber durch die staatliche DDR-Bahn=Reichsbahn ihr ostdeutsches Ziel erreichten.

Westberlin war strenggenommen kein Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. Westberliner erkannte man an ihrem behelfsmäßigen grünen Personalausweisen, die Persos der Bundesrepublik waren grau.

Der Verkehr erfolgte über die Transitstrecken (Autobahn, Landstraße B5, Schiene und Luftkorridor).

Versorgt wurde Westberlin seit den 60er Jahren teilweise aus der DDR und wenn alles aufgefressen war, landete der Müll wieder in der DDR.

Die Bundesrepublik ist übrigens zwischen 1955 und 1990 territorial nicht gewachsen.

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