Wie kamen die Menschen im Mittelalter auf die Idee, die Erde wäre ein Scheibe?

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14 Antworten

Das Wissen (z.B. der Griechen) ging nicht verloren, auch im Mittelalter wussten gebildete Leute (damals gehörten allerdings fast nur adlige Menschen und Leute aus dem Klerus dazu), dass die Erde rund ist (rund in erster Näherung...). Freilich waren die meisten Menschen (und auch die meisten Künstler) nicht so gebildet, und so kam es auch zu Darstellungen einer flachen Erde.

Natürlich wusste auch Kolumbus, dass die Erde rund ist (sonst wäre er wohl kaum gen Westen aufgebrochen, der Weg über den Nahen Osten nach Indien war ja schon bekannt, er suchte einen Seeweg).

Übrigens ist die heute verbreitete Vorstellung, dass im Mittelalter (angeblich) niemand gewusst hätte, was Sache ist, wiederum eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert - ich habe die Namen vergessen, aber es gab Bücher, in denen dieser Mythos verbreitet wurde (und bis heute wird er geglaubt, zumal es ja tatsächlich Darstellungen einer flachen Erde gab - was aber auf die damalige Ungleichverteilung des Wissens zurückzuführen war, damals gab es noch keine wikipedia).

Hallo Zahnschisser,

wie OlliBjoern ganz richtig geschrieben hat: Es ist falsch, dass im Mittelalter niemand wusste, dass die Erde eine Kugel ist. Die Berechnungen und Überlegungen der Antike waren durchaus den gebildeten Schichten bekannt. Im einfachen Volk natürlich nicht.

Weit verbreitet ist der Irrtum über die damaligen Vorstellungen, wegen des Mythos um Kolumbus: Kolumbus sei entgegen der damaligen Vorstellung, dass die Erde eine Scheibe sei, losgesegelt, weil er als einziger an die Kugelgestalt glaubte und deshalb den Mut hatte, den Seeweg Richtung Westen nach Indien zu suchen. Und diese Geschichte ist krachfalsch.

Richtig ist, dass damalige Gelehrte wussten, dass die Erde eine Kugel ist und sogar ungefähr, wie groß sie ist. Wie Du selber schreibst: Nur Amerika war unbekannt. Das bedeutet aber, dass man davon ausging, dass ein nach Westen nach Indien segelnder Seefahrer Atlantik und Pazifik zu durchqueren gehabt hätte, bevor er auf bekanntes Land stoßen würde. Das aber wäre für die damaligen Reisegeschwindigkeiten zu weit gewesen: Der Proviant und das (saubere) Wasser hätte nicht so weit gereicht. Die Mannschaft wäre schlicht verhungert. Deshalb - und nicht etwa wegen der Scheibengestalt der Erde - hielt man den Westweg für nicht schiffbar.

Kolumbus vertraute auf eine Außenseiterposition, die des Italieners Toscanelli, der den Erdumfang - falsch - erheblich kleiner abschätzte als die Lehrmeinung. Mit dieser kleineren Entfernung wäre es machbar gewesen. Er konnte Isabella von Spanien überreden, 3 Schiffe zu riskieren, stach in See... und wäre verhungert, hätte er nicht den unwahrscheinlichen Dusel gehabt, dass Amerika praktisch nicht zu verfehlen ist.

Aus genau diesem Grund glaubte Kolumbus Zeit seines Lebens, in Indien gewesen zu sein und nannte die Ureinwohner Indianer. Allen anderen Gelehrten war aber nach seiner Rückkehr sehr schnell klar, dass man ein neues Land entdeckt hatte - eben aufgrund der anerkannten Berechnungen des Erdumfanges.

Grüße

P.S.: Im Übrigen frage ich mich persönlich eher mehr, wie man es schaffen kann, im 21. Jahrhundert noch an die flache Erde zu glauben, wie das einige Verschwörungsjünger tun. =)

Zahnschisser 24.10.2016, 21:41

Sehr gute Antwort, die zwar mein "Weltbild" etwas verändert (über das Mittelalter) aber dazulernen ist ja immer gut.

Zum letzen: Auf anraten eines anderen Kommentators habe ich mal auf youtube danach geschaut, mit fällt dazu wirklich nichts mehr ein. Zumal sich schon die ersten Sätze widersprechen bei diesen Verschwörungstheoretikern.

Das kann doch nur Spaß sein? Also wer daran "glaubt", also nee...

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Adlerblick 24.10.2016, 22:03
@Zahnschisser

Das ist kein Spaß für die Verschwörungstheoretiker, die glauben allen Ernstes daran.

Die Verschwörungstheoretiker sind über den ganzen Erdball verteilt und untereinander vernetzt. Und darüber entwickelen sie immer neue Theorien und Ideen und verteilen sie über das Netz.

Aufpassen musst bei Veröffentlichungen vom KOPP-Verlag, dort versammeln sich sämtliche Verschwörungstheoretiker zu allen möglichen Themen und verbreiten ihre kruden Ideen im Buchformat.

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Zahnschisser 24.10.2016, 22:36
@Adlerblick

Wahrscheinlich wohl wahr :(

Es gibt auch Leute, die glauben daß die Kondensstreifen am Himmel irgendwelche Chemikalien wären, die bewußt ausgebracht werden, um das Klima zu ändern oder was weiß ich. Natürlich von hunderten Fluggesellschaften und jeder hält dicht und keiner sagt was :D

Aber daß es so weit geht, daß an Erdscheiben geglaubt wird, hätte ich dann doch nicht gedacht...

Ja, Kopp habe ich auch mal was gelesen, ist aber meines Empfindens einfach Panikmache. Eine ähnlich "gute" Seite dürften die deutschen "Wirtschafts"nachrichten sein.

Sputnik kann manchmal interessant sein, kann auch lustig sein - aber man ließt die Gegendarstellung und kann sich dann so in etwa denken, daß die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte der Extreme liegen mag.

Aber dann gibt es wieder welche, die alles 1:1 von RT glauben, aber anderen vorwerfen, alles 1:1 von den Amis zu glauben - da ist dann wohl keiner so wirklich besser. Oder beide selten dämlich, um es mal so zu sagen.

Am besten ist ohnehin die seriöse Tageszeitung "Postillon". Man darf nicht alles zu ernst nehmen und auch sein Leben nicht von Nachrichten leiten lassen. Informieren ja, Panik nein.

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Was mir auffällt, ist, dass hier kein einziges Mal das Wort »ptolemäisch« bzw. der Name des Klaudios Ptolemaios (ca. 90 - 160 n. Chr.) gefallen ist - erstaunlich bei einer Frage in der es um das Weltbild der Gelehrten des sogenannten Mittelalters (im Wesentlichen der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends n. Chr.) geht.

Symptomatisch für den beklagenswerten öffentlichen Wissensstand ist wohl, dass im Wissensquiz »Jeder gegen Jeden« einmal behauptet wurde, das Bild der Erde im ptolemäischen Weltbild sei das einer Scheibe gewesen. Populäre Irrtümer dieser Art sind übrigens nicht zuletzt den Verfechtern der Aufklärung zu verdanken, die hier aus ideologischem Eifer eher das Gegenteil getan haben. 

Ohne das Verdienst der Aufklärer schmälern zu wollen, muss man zugeben, dass sie auch viel Unsinn verbreitet haben. So stellten sie die Römische Kirche deutlich reaktionärer dar, als sie es in Wirklichkeit war. Übrigens auch grausamer, denn sogar die Inquisition war in Wahrheit besser als ihr Ruf, was natürlich nicht besonders schwer ist.

Die philosophische Autorität unter den Gelehrten des frühen 2. Jahrtausends war Aristoteles (384 - 322 v. Chr.). Auch er nahm schon an, dass die Erde eine Kugel sei, um die sich der Himmel drehe (geozentrisches Weltbild).

Ptolemaios, ein griechischer Astronom und übrigens auch Astrologe, ist also nicht Erfinder des geozentrischen Weltbild, sondern verfeinerte es, um die von ihm beobachteten Unregelmäßigkeiten zu erklären.

Sein Weltbild erwies sich mit wachsenden Beobachtungsmöglichkeiten als immer komplizierter und soll zur verzweifelten Frage eines Gelehrten an Gott geführt haben, warum er das Universum denn so kompliziert erschaffen habe.

Eine philosophisch-theologische Auffälligkeit dieses Weltbildes tut sich übrigens angesichts der Tatsache auf, dass man sich oft die Hölle als im Inneren der Erde gelegen vorstellte. In Verbindung mit dem Geozentrismus würde dies bedeuten, dass ausgerechnet der Hölle also ein buchstäblich zentraler Platz im Universum eingeräumt wurde. Ich weiß nicht, ob dies vielen damaligen Gelehrten aufgefallen und ggf. auch aufgestoßen ist, aber ich hätte mich definitiv gefragt, ob das im Sinne des Erfinders sein kann, und zwar auch und gerade dann, wenn ich ein Geistlicher gewesen wäre.

Was Kopernikus, der Begründer des heliozentrischen Weltbildes in der frühen Neuzeit, übrigens war.

Völlig richtig, was du schreibst, nur:
Im Mittelalter hat niemand geglaubt, dass die Erde eine Scheibe ist. Auch die Kirche hat das nie gelehrt.

Gerne wird behauptet, dass Kolumbus sich mit den Jesuiten gestritten hätte, ob die Erde eine Scheibe sei und diese hätten es für unmöglich erklärt Asien auf Westkurs zu erreichen.
Das stimmt aber nicht. Dass die Erde eine Kugel ist, war allen klar. Bei dem Streit ging es um den Erdumfang, den Kolumbus viel zu niedrig angenommen hatte, obwohl er seit der Antike bekannt war.

Die bekannte Darstellung von einem Mann, der an den Rand der Erdscheibe kriecht, stammt aus dem 19. Jahrhundert und sollte wohl die Rückständigkeit des Mittelalters unterstreichen.

Der Glaube, dass die Erde eine Scheibe ist, ist heute jedenfalls verbreiteter (s. entsprechende Fragen "kritischer Geister" hier in GF).

Zahnschisser 24.10.2016, 21:23

Achso, ich dachte die Kirche hätte das gelehrt. Aber wieso wurden dann Menschen durch die Inquisition verfolgt, die das Gegenteil, also die richtige Variante verbreiteten?

Damit das einfache Volk es nicht weiß? Aber welchen Sinn sollte das ergeben? 

Das heißt, einige Leute haben damals schon die Geschichte verfälscht? Oder war es sowas wie Kunst? Gibt ja heute auch abstruse Kunstwerke...

Ähm er glaubt heutzutage an eine Scheibenform? Wo soll das denn verbreitet sein? Also ich kenne keinen, der das auch nur in Erwägung zieht...

Heute haben wir als endgültigen Beweis ja sogar Satelliten und die ISS...

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vitus64 24.10.2016, 21:30
@Zahnschisser

Es wurde niemand von der Inquisition verfolgt, weil er gesagt hat, dass die Erde eine Kugel ist.

Die Kirche hat allerdings gelehrt, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht und die Sonne sich um die Erde dreht. Wer hier etwas gegenteiliges veröffentlicht hat, konnte allerdings große Schwierigkeiten bekommen.

"Ähm er glaubt heutzutage an eine Scheibenform? Wo soll das denn verbreitet sein? Also ich kenne keinen, der das auch nur in Erwägung zieht..."
Dann geh mal auf Youtube und gib "Flat Earth" oder "Flache Erde" als Suchbegriff ein.

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Zahnschisser 24.10.2016, 21:37
@vitus64

Dazu fällt mir jetzt wirklich nichts mehr ein. Mir fehlen die Worte.

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Zahnschisser 24.10.2016, 21:45
@Zahnschisser

Danke, daß Du mir ne Viertel Stunde des Lebens geklaut hast ;)

Also ich habe mir mal zwei solche Videos angeschaut. Wenn das jemand ernsthaft glaubt, möchte ich hier weg! Am besten auf nen anderen Planeten... äh Scheibe...

Was ich heute gelernt habe: Die im Mittelalter waren nicht ganz so blöd und in der heutigen Zeit mit INTERNET wird sowas geglaubt... hielt ich für schlicht unmöglich... Wie man sich täuschen kann...

ich bin fast schon schockiert

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Die gebildeten Menschen des Mittslalters wußten sehr wohl, dass die Erde eine Kugel und keine Scheibe ist. Dieses Wissen erwarben sich bereits die Alten Griechen. Es ist eine kaum ausrottbare Mär, dass man allseits im Mittelalter angeblich der Ansicht war, dass die Erde eine Scheibe sei. Dieses Vorurteil tradiert sich unentwegt weiter.

Die Menschen haben damals ja viel simpler gedacht. Mit Wissenschaft und Offenheit für neue Ideen war da noch nich viel. Damals war Religion wichtiger als Wissenschaft.

Wenn man so auf den Horizont schaut kann man nicht ahnen dass es dahinter noch weiter geht (ich nehme an die leichte rundung haben die meisten Menschen einfach ignoriert oder sie dachten eben die Scheibe wäre minimal gebogen). Es gab keine Möglichkeit die Welt von ganz oben zu sehen (Flugzeuge und Heißluftballons etc kamen ja erst später), d.h. das einzige von dem man sich sicher sein konnte, war das was man gesehen hat.
Was die Planeten angeht: Bei denen kannst du acuh nicht sehn dass sie rund sind. Die könnten genauso gut auch eine Scheibe sein. Oder vielleicht sind sie auch rund, aber die Erde eben nicht.

Im Grunde genommen war es einfach das Einfachste für die Menschen daran zu glauben die Erde sei eine Scheibe. Damit hatten sie keine Probleme und konnten sich entspannt ihrem Glauben witmen ;)

Im Mittelalter gab es einen riesigen Bildungsabstand von den Geistlichen und Adligen zum einfachen Volk, welches in der Regel nicht lesen konnte und auch keinen Zugang zu Bildung und Büchern hatte. Solche Verhältnisse gibt's heute nur noch bei bildungsfernen Bevölkerungsschichten.

Zahnschisser 25.10.2016, 16:12

Es soll ja heute auch (angeblich?) paar Millionen Analphabeten in Deutschland geben. Wie das möglich ist, ist mir absolut schleierhaft. Wir haben ja Schulpflicht. Daß vielleicht einer von tausenden darunter ist, der sich erfolgreich davor drückt - aber mehrere Millionen?

Oder sind das Hauptsächlich Zuwanderer wie Flüchtlinge? Ich kann es mir nicht erklären...

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marty55 25.10.2016, 22:23
@Zahnschisser

Das sind auch Eingeborene Deutsche. Zum Teil natürlich auch geistig Behinderte, aber auch Schulschwänzer, Abbrecher, Verweigerer und Leute die sich durchmogeln und nur ganz bruchstückhaft lesen gelernt haben.  Im Normalfall erkennt man die gar nicht.

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Das stimmt so gar nicht. Im Mittelalter glaubte niemand mehr die Erde sein eine Schreibe. Das ist ein Mythos der sich bis heute gehalten hat. Es wurde zwar gelaubt die Erde sei der Mittelpunkt des Universums und alles drehe sich um sie aber von der Kugelform wusste man schon früh eben seit der Antike. Auch die Kirche glaubt das nicht.  Die Menschen der Antike und auch des Mittelalters waren weitaus klüger und gelehrter als viele heute glauben. 

Irrtümer rund um das Mittelalter – Die Erde ist eine Scheibe ...

Zahnschisser 24.10.2016, 22:22

Habe ich mittlerweile auch erfahren, aber Danke :)

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ging dann wohl verloren, aber wie kann sowas passieren?

Man hat Deutschen in den 30ern schnell eingetrichtert, dass die uden an allem schuld seien. Man hat heute den Deutschen ieder schnell eingetrichtert, dass Russen an allem schuld seien. Wie kann sowas passieren? Menschen sind passiv und ungebildet in der Masse. Man kann sie alles glauben machen wenn man es nur konsequent macht. Damals war es nch einfacher weil Möglichkeiten der Informationsbeschaffung begrenzt waren. Und schin hat amn als Kind gesagt bekommen die Erde wäre eine Pyramide oder ein Donut und glaubte das.

Man kann (indirekt) ja mit bloßem Auge sehen, daß die Erde keine Scheibe sein kann. Alleine schon die Tatsache, daß es einen Horizont gibt, müßte ja dem doofsten Mittelalterbauer gezeigt haben, daß da was nicht stimmt. Sonst könnte man ja von Hamburg aus Norwegen sehen oder England.

Könnte man nicht auch wenn de Erde perfekt flach wäre. Die Luft ist doch dazwischen und streut das Licht umso mehr je weiter man schauen wollte. Der Horiznt an sich ist also nicht unbedingt ein Anhaltspunkt.

Planeten sind mit blossem Auge als Punkte erkennbar nicht als Kugeln. Und die Erde sieht beim ersten Hinsehen flach aus. So kam es auch zu deser Vorstellung.Nur Seefahrer konnten vielleicht am Horizont ein Paar gegenteilige Effekte betrachten. aber wieviele waren Seefahrer im Mittelalter? Und dann müsste man noch richtige Schlüsse ziehen as der Beobachtung.

Als die Technik bessere Beobachtung ermöglichteStichwort: Teleskop) wurde es einfacher und offensichtlicher, dass das mit der flachen Erden nicht unbedingt stimmt. Und am Anfang ging man eben restriktiv vor und hat Leute, die das behauptet haben verfolgt. Am Ende musste man eben die Tatsachen einsehen.

Ich denke im mittlealterlichen System mit dem Wissensmonopol bei der Kirche gab es in Klöstern aber unter Verschluss und nur für Wenige zugänglich durchaus das richtige Wissen. Es war aber nunmal Doktrin des Gesellschaftssystems dieses Wissen nicht mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Und keine Sorge bevor jetzt die Vorstellung bei dir aufkommt, dass wir weit vorangeschritten sind in unserer Entwicklung... Nein, auch heute wird nicht alles der Öffentlichkeit präsentiert. Nur sind die Strukturen anders.

Zahnschisser 25.10.2016, 16:26

Naja...

Man hat Deutschen in den 30ern schnell eingetrichtert, dass die uden an allem schuld seien. Man hat heute den Deutschen ieder schnell eingetrichtert, dass Russen an allem schuld seien.

So schnell ging das damals ja auch nicht, der Antisemitismus war schon seit Jahrhunderten zuvor weit verbreitet. Es ist nur gelungen, diesen latenten Haß zu kanalisieren (der auch in der heutigen Zeit nicht selten ist). 

Hingegen habe ich wirklich noch nirgends gehört, daß die Russen an allem oder überhaupt an irgendwas schuld seien. Mir ist nicht mal bekannt, daß die Russen die in Deutschland leben in irgendeiner Form benachteiligt würden. Gegen die hat doch keiner was.

Und keine Sorge bevor jetzt die Vorstellung bei dir aufkommt, dass wir weit vorangeschritten sind in unserer Entwicklung... Nein, auch heute wird nicht alles der Öffentlichkeit präsentiert. Nur sind die Strukturen anders.

Naja, heute sind es aber in erster Linie militärische Techniken, die unter Verschluß gehalten werden. Wir wissen natürlich nicht, was die Amis, Russen oder Chinesen mittlerweile heimlich für ein Arsenal aufgebaut haben und ob es vielleicht nicht sogar sowas wie Roboter in großer Anzahl gibt.

Daß Wissenschaft bewußt verheimlicht wird glaube ich weniger. Was hätte ein Wissenschaftler oder die "Elite" davon, neue Erkenntnisse zu verstecken? Die Leute wollen Geld verdienen und ihre zwanzig Villen unterhalten, das kann denen doch nur recht sein, wenn neue Forschungserkenntnisse zur Steigerung des BIP beitragen. Wenn Banken Kredite an Unternehmer vergeben können.

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JBEZorg 25.10.2016, 22:56
@Zahnschisser

So schnell ging das damals ja auch nicht, der Antisemitismus war schon seit Jahrhunderten zuvor weit verbreitet. Es ist nur gelungen, diesen latenten Haß zu kanalisieren (der auch in der heutigen Zeit nicht selten ist). 

Man arbeitet immer mit Latenz bei solchen Geschichten. Eine flache Erde kann man bei Rausgehen sehen. Es ist viel einfacher Menschen von einer flachen Erde zu überzeugen als vn einer runden also.

Hingegen habe ich wirklich noch nirgends gehört, daß die Russen an allem oder überhaupt an irgendwas schuld seien. Mir ist nicht mal bekannt, daß die Russen die in Deutschland leben in irgendeiner Form benachteiligt würden. Gegen die hat doch keiner was.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/skandinavien-angst-vor-russischen-aggressionen-a-1031984.html

Es geht heute auch nicht um Russen in deutschland sonder um Russen allgemein. Noch hat es nicht die Ausmasse der "judisch-bolschewistischen Verschwörung" von Goebbels angenommen, noch...

Aber das ist blanker Hass und Lügen, die da verbreitet werden. Was denkst wie ich das als Russe wahrnehme?

Naja, heute sind es aber in erster Linie militärische Techniken, die unter Verschluß gehalten werden. Wir wissen natürlich nicht, was die Amis, Russen oder Chinesen mittlerweile heimlich für ein Arsenal aufgebaut haben und ob es vielleicht nicht sogar sowas wie Roboter in großer Anzahl gibt.

Nicht nur. Ich hätte gerne Zugang zu ein Paar Bibliotheken dieser Welt aber ich kriege keinen. Und überhaupt kriegen ihn nur Wenige.

Ausserdem gibt es Bereiche in denen peinlich genau auf die Forschung geachtet wrd. Ich habe schon ein Paar Ungläubige überzeugt und denen ein Paar Überraschungen beschert in ihrer heilen Welt der freien Wissenschaft.

Ich will aber mir nicht anmassen genau zu wissen ob das gut oder schlecht ist ohne die vollständigen Ausgangssituationen beurteilen zu können. Vielleicht ist es zu unserem Besten als Menschheit.

Und die Wissenschaftler würden gerne, wenn man sie liesse. Aber wei gesagt das geschit nur in bestimmten Bereichen.

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Zu dem Thema ist ja schon viel und Richtiges gesagt worden. Noch ein ganz kurzer Gedanke von mir:

Christen und Juden glauben an Gott, der alles erschaffen hat. (Zur Klarstellung: Ich nicht!) Der Höhepunkt der Schöpfung sei der Mensch. Er ist ein Ebenbild Gottes. (grauenhafte Vorstellung).

Diese ganze Vorstellung wird infrage gestellt, wenn man annähme, die Erde sei eine Kugel. Denn auf der Kugel ist jeder Punkt "gleichberechtigt".

Die Erde als Scheibe dagegen gewährt den bornierten Menschen eine gewisse "Nabelschau", denn die Scheibe hat natürlich einen Mittelpunkt. Und dort steht der Vatikan.

Viele Grüße
Klaus

peace1187 26.11.2016, 14:58

Historisch betrachtet hast du auch hier nur Halbwissen! Denn es ist ein Irrglaube, dass im Mittelalter die Menschen noch an die Scheibentheorie glaubten. 

Im Mittelalter war bereits die Theorie von der Runden Erde weit verbreitet.

Also einfach mal nichts schreiben wenn man sich nicht wirklich auskennt!

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nematode 26.11.2016, 16:44
@peace1187

Lies das mal im Kontext. Deine Kommentare per copy&paste sind unsinnig.

Denn es ist ein Irrglaube, dass im Mittelalter die Menschen noch an die Scheibentheorie glaubten

Das habe ich auch nicht behauptet. Wer lesen kann, ist im Vorteil.

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peace1187 26.11.2016, 17:02
@nematode

Wo hab ich den Copy Paste gedrückt???

Und gerade weil ich deine Antwort im Kontext zur Frage gelesen habe, schließe ich daraus, dass du der Aussage, dass Menschen im Mittelalter dachten, die Erde sei eine Scheibe, zustimmst. 

Jedenfalls hast du auch nichts Gegenteiliges geschrieben!

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nematode 26.11.2016, 17:40
@peace1187

Nein, das stimmt nicht. Ich schrieb, 

Zu dem Thema ist ja schon viel und Richtiges gesagt worden. Noch ein ganz kurzer Gedanke von mir:...
Wie Du daraus schließt, dass ich der Aussage, dass Menschen im Mittelalter dachten, die Erde sei eine Scheibe, zustimme, ist mir ein Rätsel.

Wo hab ich den Copy Paste gedrückt???

Den Satz

Also einfach mal nichts schreiben wenn man sich nicht wirklich auskennt!

verwendest Du stereotyp in anderen Beiträgen.

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Auch auf einer flachen Erde könnte man nicht unbegrenzt weit gucken. Es gibt die Atmosphäre und alle möglichen Erhebungen. Über die Schwerkraft hat erst Newton wirklich nachgedacht.

Zahnschisser 24.10.2016, 21:28

Stimmt, bei Nebel ist die Sicht geringer. Aber bei klarer Luft sieht man gerne mal 100 km weit, kann man gut auf der A81 sehen, wo man schon ab Höhe Rottweil die Alpen sehen kann.

Die Kenntnis der Schwerkraft muß dafür eigentlich weniger notwenig sein. Am einfachsten sieht man es ja am Meer, wenn Schiffe "abtauchen" oder alleine schon die Tatsache, daß man die gegenüberliegende Küste nicht sehen kann. 

Sieht man ja sogar bei größeren Seen wie dem Ladogasee oder dem Starnberger See - man sieht nicht direkt das gegenüberliegende Ufer sondern nur die Baumkronen - auch im Mittelalter wird es wohl Leute gegeben haben, die diese Seen schon umrundet haben und sich gewundert haben ;)

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DrBronstein 24.10.2016, 21:53
@Zahnschisser

Von einer Kugel würde man ja runter fallen, insbesondere wenn man sich auf der unteren Hälfte befände. Nur die enorme Schwerkraft verhindert das.

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Zahnschisser 24.10.2016, 21:58
@DrBronstein

Achso... ja so weit habe ich nicht gedacht :)

Aber abgesehen davon, müßte das ja trotzdem eine sehr krumme Scheibe sein (Siehe Schiffahrt, hohe Berge)

Wie aber wohl seit den 90ern bekannt, war das im Mittelalter gar nicht die gängige Meinung sondern bestenfalls unter ein paar Hinterweltlern die nie darüber nachdachten... Das war mir auch neu!

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Hallo,

außer ein paar Spinnern hat das auch im Mittelalter niemand geglaubt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Flache_Erde

Herzliche Grüße,

Willy

Zahnschisser 24.10.2016, 21:24

Oha, irgendwie bin ich da etwas auf den Leim gegangen??

Aber wenn ich mich richtig erinnere, habe ich das sogar in der Schule so gelernt, ganz sicher bin ich mir aber jetzt nicht.

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Willy1729 24.10.2016, 21:26
@Zahnschisser

Das Bild mit der Scheibe hatten wir alle in den Schulbüchern. Das macht die Sache aber auch nicht wahrer.

Geschichtsunterricht in der Schule ist ein Witz.

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Zahnschisser 24.10.2016, 21:32
@Willy1729

Ich müßte mal ein paar jüngere Leute fragen, ob sie das auch so lernen, oder ob man es damals vielleicht selber nicht besser wußte?

Gut ich ging in den 90er Jahren zur Schule. Wenn man es damals grade rausgefunden hat, daß es ein Märchen ist, hat sich das vielleicht noch nicht schnell genug rumgesprochen?

Aber abgesehen davon ist der Geschichtsunterricht i.d.R. stures Auswendiglernen von irgendwelchen Fürsten und Schlachtfeldern gewesen, die man danach wieder schneller vergessen hat als man es "lernte" - Zusammenhänge wurden eigentlich nie wirklich vermittelt, das stört mich am Deutschen Bildungssystem.

Ob es jetzt besser ist, kann ich nicht beurteilen.

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Willy1729 24.10.2016, 21:58
@Willy1729

Ein alter Schulfreund von mir - seit seiner frühen Jugend von Geschichte begeistert, er hat das Fach auch später studiert und darin einen Doktortitel erworben - hatte Geschichte in der Schule abgewählt, weil er den Unterricht einfach nur öde und grausig fand.

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Zahnschisser 24.10.2016, 22:06
@Willy1729

Die Sache ist ja, die meisten Menschen interessieren sich ja sehr wohl für Geschichte, ihres Landes, ihrer Heimat, ihrer Stadt. Aber das Interesse wird in der Schule nicht bedient. Da heißt es wirklich, nur Sachen ohne Zusammenhang auswendigzulernen.

So war es damals bei mir. Meine Geschichtskenntnisse habe ich sicher nicht aus der Schule. Ein Glück, daß es heutzutage das Internet gibt, wo man schnell und unbürokratisch an Quellen kommt, auch wenn manche natürlich nicht zu gebrauchen sind.

Auch wenn teilweise Schwachsinn in Wikipedia steht und auch nur die Hälfte der youtube Videos ansatzweise ernstzunehmen sind, ohne das wüßte ich nicht so viel oder hätte eben mühsam in Bibliotheken gehen müssen.

Ganz interessant finde ich z.B. Weltkarten aus verschiedenen Epochen, wie waren die Länder im Jahre 1500, 1600, 1700 usw verteilt.

Sowas sollte in den Unterricht, man muß doch eine Relation zur damaligen Zeit bilden können. Irgendwie, ich verstehe es nicht. Und unser Bildungssystem soll noch zu den besten gehören, wie dämlich sind die dann erst in anderen Ländern?

Damals war ich der beste in Geographie, das weiß ich noch. Da war ich immer Klassenbester. Dabei konnte ich mir einfach nur merken, was die Hauptstädte der wichtigsten Länder sind, den ungefähren Grundriß bedeutender Länder und grob hat mich sogar die Geschichte dann interessiert (Warum ist Rußland riesig und Portugal so klein).

Dann fing ich selber an zu recherchieren und DADURCH habe ich mein Wissen, aber ganz sicher nicht durch die Schulbildung.

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Zahnschisser 24.10.2016, 22:18
@Zahnschisser

Was ich echt nicht verstehe (das wäre fast schon ne neue Frage wert), warum trotz der heutigen Möglichkeiten die Leute tendenziell eher sich für weniger interessieren.

Wenn in den Nachrichten, nehmen wir ein Beispiel, von neuen Kriegen die Rede ist, dann interessiert es doch, wie es dazu kam. 

Man braucht nur den Gockel anzuwerfen, findet man verschiedenste Berichte, man findet Seiten über die Geschichte der Länder, man kann sich in ausländischen Medien informieren, Dank Übersetzungsfunktion im Browser sogar in Sprachen, die man nicht beherrscht und wenn man es ganz spannend machen will, weil man glaubt, daß bei uns etwas verborgen wird, sucht man über einen Proxy der einen über die Malediven leitet.

Warum nutzen das so wenige? Das verstehe ich nicht? Interessieren sich die Leute nicht mehr für Zusammenhänge (die durchaus im schlimmsten Fall auch uns betreffen können)?

Aber an flache Erdscheiben wird geglaubt...wo sind wir?

Wir haben unsere Demokratie über Jahrhunderte nach und nach erkämpft, teils mit bitteren Rückschlägen - in anderen Ländern wären sie froh um unsere Möglichkeiten!

Nee, bei uns gehen viele nichtmal zur Wahl, aus lauter Bequemlichkeit. Manchmal zweifle ich echt an unserer Gesellschaft.

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Willy1729 24.10.2016, 22:22
@Zahnschisser

Das ist es ja. So geht es mir auch. In der Schule hat mich Geschichte nie interessiert, jetzt übersetze ich mittelalterliche Quellen aus dem Lateinischen und eigne mir Geschichtskenntnisse von der Antike bis zur Neuzeit an. 

Geschichte in der Schule?

Ganz wenig Antike, ein wenig Französische Revolution und sehr viel Drittes Reich. Etwas 19. Jahrhundert, Napoleon, Kolonialismus, das war's. Alles so vermittelt, daß man sich entweder zu Tode langweilte oder einem die ganze Geschichte zum Halse heraushing (Drittes Reich).

Daß unsere Europäische Union allmählich zu einer Witzgestalt verkommt, liegt wohl auch daran, daß die Menschen viel zu wenig über dieses Europa wissen und daß es viel mehr zu bieten hätte als nur ein globaler Marktplatz zu sein (nicht mal das funktioniert ja).

Hier werden hohe Ideale der Borniertheit und Engstirnigkeit und der zunehmenden Verblödung geopfert. Dieser Entwicklung sollte ein guter Geschichtsunterricht entgegenwirken.

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earnest 25.10.2016, 08:09
@Willy1729

@Willy:

Deine generelle Verdammung ist, pardon, Unfug.

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Die Auffassung, im Mittelalter hätten die Menschen geglaubt, die Erde sei eine Scheibe, ist eine Mär.

Kolumbus hatte keine Angst, am Scheibenrand runterzupurzeln.

Gruß, earnest

Das hatte mit der Wissenschaft nichts zu tun, sondern war nur ein Aberglaube der von der Kirche verbreitet wurde.

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