wie kam stalin zur Macht?

2 Antworten

Der über Leichen geht

1917 gelingt es Stalin, ins Zentralkomitee der Bolschewiki gewählt zu werden. Dort schließt er sich durch geschicktes Taktieren offenbar ganz den Ideen Lenins an und wird 1922 zum Generalsekretär der Partei ernannt. Obwohl Lenins in seinem Testament von 1924 die Absetzung des Emporkömmlings empfiehlt, verpflichten ihn seine Genossen, weiterzuarbeiten. Bis 1929 schaltet Stalin sämtliche Gegner innerhalb der Partei aus. Allen voran seinen Hauptkonkurrenten Trotzki. 1929 ist der Weg frei, seine Idee einer totalitären Diktatur mit ausgeprägtem Personenkult und einer gewaltorientierten Innen- und Außenpolitik durchzusetzen.

Säuberungsaktionen

In den darauffolgenden Jahren versucht Stalin sein Land in so genannten Fünf-Jahres-Plänen wirtschaftlich zu modernisieren und zu einem Industriestaat zu machen. Das geschieht vor allem durch brutal durchgeführte Zwangskollektivierung. Den Bauern wurde ihr Land weggenommen, die Landbevölkerung umgesiedelt. Anstelle des Privateigentums setzte Stalin die gemeinschaftliche Nutzung von Äckern und Industrieanlagen. Auch innenpolitisch räumte Stalin auf. Im Zuge einer umfassenden „Säuberungsaktion“ in Partei und Armee wurden vor allem zwischen 1935 und 1938 zahlreiche Politiker und fast alle Generäle exekutiert. (wasistwas.de)

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Unglaublich was hier für bodenlose Lügen verbreitet werden: "Das geschieht vor allem durch brutal durchgeführte Zwangskollektivierung. Den Bauern wurde ihr Land weggenommen, die Landbevölkerung umgesiedelt. "

Richtig ist, die Landarbeiter haben von den Kommunisten bzw. dem ARBEITER- UND BAUERN (!!!)-STAAT Land bekommen ! Das zuvor den Großgrundbesitzern, bei denen sie partisch als Sklaven arbeiten mußten weggenommen wurde. Später, weil eine Kollektivierung der Landwirtschaft unumgänglich war, weil durch die aufkommenden Traktoren nur große Felder wirtschaftlich bearbeitet werden konnten (was auch in den USA zu Hunger und Massenarmut führte und ungleich der UdSSR zur Vertreibung der Bauern führte !!! - da nicht geordnet und geplant vorgegangen wurde!). Jeder hatte aber wie auch Fabrikarbeiter ein gesichertes Einkommen, Urlaub, Kranken- und Rentenversicherung und kostenlose Bildung. Jeder hat dableiben können, sogar ein Großbauer wäre, wenn er ein anständiger Mensch war in Kollektiv mitmachen können.

Aber sie haben Geld undn Waffen aus dem kapitalistusichen Ausland bekommen, eine Armee aufgebaut, die freien Bauern ermordet, die Fewlder abgebrannt und Traktoren zerstört. Dafür sind sie NATÜRLICH ins Gefängnis bzw. zur Zwangsarbeit nach Sibirien gekommen. Die Millionen Toten und auch Hungerstoten haben die und nicht Stalin und der Arbeiter- und Bauernstaat zu verantworten !

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Statt Machtergreifung sollte man Herrschaftsergreifung sagen. Die häufige Verwendung der Gegenwartsform für Vergangenes gefällt mir nicht.

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Wie konnte Stalin an die Macht kommen? Ist er nicht der Beweis dafür, daß revolutionäre Führer am Ende so verdorben sind, wie die Regimes, die sie ersetzen?

In Wahrheit war Stalin nicht einmal einer der führenden Köpfe der Revolution von 1917. Er war ein ziemlich unbekannter, wenn auch arbeitsamer Haupt- amtlicher der Bolschewistischen Partei und spielte nur eine untergeordnete Rolle in der Revolution. Erst als Faktoren, die außerhalb der Kontrolle der Bolschewistischen Partei lagen, die Macht der Arbeiterräte aushöhlten, rückte er allmählich in den Vordergrund.

Die Arbeiterräte basierten auf den Betrieben. Aber kaum haften sie die Revolution erkämpft, da wurde Rußland von ausländischen Truppen überfallen, zuerst von Deutschland und, nach der Niederlage Deutschlands im Weltkrieg, von allen westlichen Mächten zusammen. Betriebe mußten mangels Rohstoffe und Energie für Jahre ihre Tore schließen, und über die Hälfte der Arbeiterschaft verließ die Städte.

Die Arbeiterklasse, die die Revolution gemacht hatte, löste sich buchstäblich auf, und die Arbeiterräte konnten nicht mehr richtig funktionieren. Die Bolschewiki fanden sich in der Lage wieder, angesichts des Fehlens einer wirklichen Arbeiterdemokratie die Macht festhalten zu müssen. Inmitten des Chaos und allgemeiner Verwüstung konnten sich viele Menschen, die genau entgegengesetzte Vorstellungen zu denen der Revolutionäre von 1917 hatten, in einflußreiche Stellungen im Staatsapparat und in der Bolschewistischen Partei einschleichen. Lenin warnte vor ihnen, als er 1923 schon im Sterben lag.

Stalin war aber schon dabei, diese Elemente zu einer Kraft zu vereinen, die seinen eigenen Machtanspruch unterstützen sollte. Er übernahm allmählich die Schlüsselstellungen in der Bolschewistischen Partei, wobei er gleichzeitig die Führer von 1917 hinausdrängte – zuerst Trotzkis »linke Opposition«, dann die »Leningrader Opposition« von Sinoview und Kamenew, und schließlich die »rechte Opposition« von Bucharin. Die Bürokraten, die Stalin unterstützten, wollten keine Opposition dulden. Sie bestanden mit zunehmenden Nachdruck darauf,, daß die verstaatlichte Industrie ihnen gehörte, und nicht den Arbeitern. Es gab keinen Raum mehr für Arbeiterkontrolle in den Fabriken oder für Diskussionen, egal von welcher Seite, über den Kurs, den der Staat verfolgte.

Die neuen Bürokraten fürchteten sich vor der ansteckenden Wirkung, die die Revolutionen im Ausland auf Rußland haben würden und gaben deshalb den Gedanken einer Weltrevolution auf. Aber sie wollten nach wie vor Rußland gegen militärische Drohungen seitens des Westens verteidigen. Deshalb begannen sie damit, in Rußland alle Mittel einzusetzen, die auch der Westen verwendet hatte, um die Industrie aufzubauen, nicht zuletzt die Kriegsindustrie: Lohnkürzungen, das Vertreiben der Bauern vom Land, Kinderarbeit, Sklavenlager trugen alle zum massiven Wachstum der russischen Industrie bei.

Stalin fürchtete immer, daß sich die Arbeiter an die Lehren von 1917 erinnern und sich gegen ihre neuen Ausbeuter und Unterdrücker auflehnen könnten. Er wandte immer härtere Formen der Repression an, um einer solchen Entwicklung zuvorzukommen. 1928 hatte es lediglich 30.000 Menschen in Arbeitslagern gegeben; 1930 waren es 20mal soviele, und 1940 200mal. Die noch überlebenden Führer der Oktoberrevolution wurden nach den Moskauer Prozessen Mitte der 30er Jahre im großen Stil abgeschlachtet. Sinoview, Kamenew, Radek, Bucharin, Rakovsky waren seine Opfer. Mörder wurden bis nach Mexiko geschickt, um dort Trotzki zu ermorden. Sogar diejenigen Altbolschewiki, die Stalin voll unterstützten, konnten seinem Zorn nicht entkommen. Zu Tausenden landeten sie in Hinrichtungskammern, Gefängniszellen und Arbeitslagern. Stalin konnte nicht Ruhe geben, bis er zwischen sich und der Revolution ein Blutbad geschaffen hatte.

http://www.marxists.de/statecap/harman/stalinde.htm

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