Wie jemanden überzeugen, Antidepressiva zu nehmen?

6 Antworten

Das Problem dürfte sein, daß sie sich mit den Nebenwirkungen auseinandersetzt, nicht die positiven Effekte berücksichtigt und dann auch noch einen depressionstypischen Fatalismus an den Tag legt. Hinzu kommt, daß "Depressionen" immer noch gesellschaftlich als Krankheit "belächelt" und nicht ernst genommen werden, was noch psychisch verstärkend wirkte gemäß "Ich bin nicht krank/depressiv, nur überfordert, weil ich nicht weiß, wie ich die Probleme anpacken soll, doch dabei können mir auch Pillen nicht helfen, im Gegenteil". Da sie noch ansprechbar ist und antwortet, nehme ich höchstens eine mittelschwere Depression an, was Du leider vergessen hast zu nennen, da der Grad der Depression entscheidend wäre, um hier zu antworten. Wenn die Depression schon selber so ausgeprägt sein sollte, daß sie selbst das Einnehmen der Tabletten überforderte, dann wäre ein vollständig anderes Vorgehen erforderlich.

Sollte ich damit Recht haben, wären vier Punkte zu durchlaufen:

  1. Emotionale Akzeptanz des Umstandes, krank / depressiv zu sein (auch daß Depressionen eine physische Komponente besitzen wie mangelnde Verfügbarkeit von Neurotransmittern).
  2. Erkenntnis, wohin dies, auch für Familienmitglieder, führen kann.
  3. Einsicht darin, daß hier Antidepressiva wirklich gute Hilfe leisten können.

Dies kannst Du aber nicht leiten, sondern hier wäre der Psychiater gefragt. Günstig wäre, wenn er Gruppentherapien anböte. Aber vielleicht kann er Dir noch andere Wege aufzeigen, die er bei Deiner Mutter für sinnvoll halten könnte.

Stimmt, es tut mir leid, das habe ich vergessen, zu erwähnen. Es ist nur eine leichte Depression, das bedeutet, sie steht morgens auf, ist den Tag über (verhältnismäßig) aktiv und geht abends schlafen. Sie KANN die Tabletten nehmen, sie WILL allerdings nicht.

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@AsiaFlower

Bei einer leichten Depression ist eine medikamentöse Behandlung oft nicht angezeigt, sondern hier reichte eine Therapie. Zeige ihr auf, wie es sich entwickeln könnte, aber frage zuerst den Psy nach Möglichkeiten einer Therapie ohne Antidepressiva. Dann kannst Du Deine Mutter vor die Wahl stellen: entweder Therapie oder Tabletten, denn wenn es so weiterginge wie jetzt, litte darunter die gesamte Familie und die Probleme würden nicht gelöst, sondern nur zusätzlich verstärkt werden.

Manchmal ist das Problem auch einfach, daß man die Entwicklungen im Bereich der Antidepressiva der letzten Jahre nicht realisiert und von schweren Nebenwirkungen ausgeht, die keinesfalls mehr mit den Tabletten in dem Maße verbunden sein müssen wie noch vor 20 Jahren. Doch auch das kann der Psychiater weit besser erläutern als Du, insbesondere die Wirkungsweise des speziellen Präparats und weshalb er genau das verordnet hat.

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@AsiaFlower

Bei leichten Depressinen haben die AD in der Regel null Effekt, abgesehen vom Placebo-Effekt, der ja wahrscheinloch bei Deiner Mutter auch nicht da sein wird, da sie die Tabletten ja ablehnt.

Hier wäre tatsächlich eine Psychotherapie hilfreich und nebenwirkungsfrei...denn , auch die "neuen" AD wie SSRI usw haben massive Nebenwrikungen...nicht bei jedem, aber bei sehr vielen!

Das geht von Suizidgedanken bis zu Herzproblemen...

Behaltet sie gut im Auge, wenn sie die Tabletten weterhin nimmt...

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@Midlife16

Das meinte ich mit "nicht angezeigt", auch abhängig von den verabreichten ADs. Herz- und Kreislaufprobleme sind mir vornehmlich von trizyklischen AD bekannt, bei SSRI sind mir eher Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen, besonders zu Beginn der Verabreichung, geläufig.

Insgesamt aber stimme ich dahingehend zu: bei einer leichten Depression sollte tunlichst auf eine Medikation verzichtet werden. Wenn nicht ein Psychiater hier die ADs verschrieben hätte, sondern der Hausarzt o.ä., hätte ich es wohl etwas schärfer formuliert, aber bei einem Psychiater gehe ich davon aus, daß die Verschreibung wohlüberlegt erfolgt sein dürfte.

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@PolluxHH

Leider musste ich selbst erfahren, dass auch erfahrene Fachärzte wenig Ahnung haben...und die möglixhen Absetzsymptome weiterhin nicht wahrhaben wollen...Leider!

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@Midlife16

Das stimmt mit meinen Beobachtungen überein, aber auf einer Plattform wie dieser und bei minimalsten Infos ist es eher angezeigt, auf die Versiertheit zu vertrauen, als ggf. unnötig zu verunsichern. Ich bin nicht Psychologe und selbst wenn ich einer wäre, könnte ich keine Ferndiagnose stellen. Auch weiß ich nicht um das Grundwissen des Fragenden und was ich mit einer deutlichen Formulierung anrichte.

Deshalb belasse ich es gerne auf der Ebene, zwar die mutmaßlich richtigen Fragen in den Mund zu legen, aber nicht unnötig Pferde scheu zu machen.

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Ich bin selbst gegen antidepressiva es macht deine Mutter nicht glücklicher sondern macht sie zu einem Roboter. Sie hat immer noch ihre beweg Gründe weswegen es ihr so geht xd antidepressiva stoppt einfach for Produktion eines Hormons....angesehen davon kenne ich genug die antidepressiva abgesetzt haben. Bei den meisten ist dadurch alles schlimmer geworden. Warum sollte man einen Menschen slso dazu zwingen es ist ihr körper.... das menschen sowss nich verstehen

du kannst sie nicht gegen ihren Willen zur Einnahme zwingen, auch wenn es ihr hilft und gut für sie ist. Sag ihr, wenn sie die Medis nicht regelmäßig und pünktlich nimmt, muß sie in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie. Das hilft meistens,

Erwachsene sind nicht dumm.. ohne Gerichts Beschluss muss sie da nich rein und das wird sie sicher wissen. abgesehen davon muss man nich wegen sowss in die klapse.... erst wenn man eine Gefährdung für andere oder sich selbst darstellen

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@psychosocial666

Bitte lies meine Antwort, Wort für Wort. Wenn du sie nicht verstehst dann melde dich! 

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