Wie ist Religion entstanden?

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7 Antworten

Im Prinzip gilt für die Entwicklung der Menschheit, dass es eine Korrelation zwischen Glauben versus Wissen gibt. Vor tausenden Jahren gab es viele Dinge, die nicht erklärt werden konnten. So glaubte man, dass wenn es blitzt und donnert, ein höheres Wesen spricht. Naturkatastrophen wie Tsunamis waren Sintfluten, die man mangels Erkenntnis als Strafen definierte. Schon damals gab es Menschen, die erkannten, das mittels Religion Gemeinschaften geführt werden können,man muss allerdings andere Religionen ausschalten, so entstanden die Staatsreligionen, also die jahrtausende Verquickung von Staat/Gesetz und die Legitimierung über eine übergeordnete Macht. Dazu gehören Mose, Konfuzius, Mohammed, Konstantin der Grosse. Während Judentum und deren Abwandlungen Christen und Islam von einem Mensch-ähnlichem Gott/Allah/Jehova ausgehen, ist im asiatischen Raum eher das Bild von vielen Geistern/Göttern (Hinduismis) geprägt bzw. man sucht den Ausgleich der angeblich gegensätzlichen Mächte (Daoismus). Buddha war erster Linie der erste grosse Philosoph mit einem starken Drang zur Suche nach seiner spirituellen Vollendung. Mit der Zunahme von Erkenntnis und Wissen ging der Einfluss von Religionen zurück. Sehr radikal waren hier die Revolutionen in England und Frankreich, wo beide - Diktatorischer Adel und Klerus - abgeschafft wurden. Das heutige Problem der Religionen ist das sie sich zum Teil dem jetzigen Wissen anpassen müssten, was aber bedingt durch Dogmatismus und Fundamentalismus nicht möglich ist.

Ich denke, die Menschen in allen möglichen Kulturkreisen haben schon immer versucht, eine Erklärung auf die Dinge zu suchen, die sie nicht verstehen konnten. Wir wissen heute, wie z.B. ein Gewitter entsteht aber was hätten denn die Menschen in der Steinzeit denken sollen, wenn es plötzlich schlagartig hell wird und ein lautes Grollen zu hören ist. Sie konnten soetwas nur mit Geräuschen von großen, mächtigen Tieren vergleichen, die sie vielleicht schon mal gehört haben. Dementsprechend glaubte man an Götter oder Gottähnliche Figuren, die eine Übermacht haben.

Später gab es dann andere Erkenntnisse, aber immer noch viele Wunder uns so wandelten sich auch die Religionen.

Aber selbst heute, aus unserer aufgeklärten, rationellen Sicht gibt es noch jede Menge Dinge, die wir uns nicht erklären können und auch die Sinnsuche reisst nie ab, daher entstehen regelmässig neue "Religionen" und sei es, dass man einen Musiker, eine Fantasieserie oder eine Modemarke zu seiner "Ersatzreligion" macht.

Viele der ersten Menschen haben selbst Erfahrungen mit Gott gemacht, z.B.: Adam&Eva - Gott gab ihnen persönlich Anweisungen, was sie tun und nicht tun sollten ("Seid fruchtbar und füllt die Erde", "Esst nicht vom Baum des Lebens"), nach dem Sündenfall sprach er das Urteil über sie und ließ sie aus dem Garten Eden vertreiben.

Moses - Gott beauftragte ihn persönlich, das Volk Israel aus Ägypten hinauszuführen, gab ihm Anweisungen für das Volk (u.a. die 10 Gebote), und wirkte durch Moses viele Wunder.

Das gleiche gilt für andere bekannte Patriarchen und Propheten.

Nicht zu vergessen, was Jesus auf der Erde mit der Hilfe seines Vaters tat (Wunder/Heilungen...) und lehrte.

Seitdem spricht Gott zwar nicht mehr persönlich zu den Menschen, doch diese Erlebnisse dieser Personen sind bis heute nicht in Vergessenheit geraten, trotz der vielen Irrlehren, die sich im Laufe der Jahrtausende verbreitet haben.

Diese Antwort ist nur eine kurzfassung der Religionsenstehung bei den Juden. Von daher erklärt es nicht, wie das ganze nun entstanden ist. Ich erkläre das mal seperat.

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Anthropologisch muss man zugeben, dass in den meisten Kulturen der Glaube an einen Gott sehr früh vorhanden war. Die Frage ist aber letztlich, ob Gott den Menschen oder der Mensch Gott erschaffen oder erdacht hat. Und das ist eine Glaubensfrage, weshalb ich fürchte, dass die Antworten auf deine (gute!) Frage das Potenzial eines erneuten virtuellen GF-Religionskrieges beinhalten (den wir hier - so wie gestern, mit der Tendenz zur Eskalation - vermeiden sollten).

Sobald der Mensch existierte, hat er nach dem letzten - transzendenten - Grund und Ziel der geschaffenen, gewirkten, geordneten, kontingenten Wirklichkeit gefragt und damit den Namen "Gott" verbunden. Religion ist also der Bezug des Menschen auf den Wesens-, Existenz- und Sinngrund seiner selbst. Dieser Bezug umfasst ein Erkennen und Anerkennen, ein totales, existentielles Sich-Einlassen und sieht diesen Grund als "unwelthaft" und "heilig" an. Die Frage "Wann ist die Religion entstanden?" ist also so zu beantworten: Als der Mensch "entstanden" ist. In der Erläuterung zur Frage ist davon die Rede, dass es "abwegig (sei,) an irgendetwas Übersinnliches wie Gott zu glauben". Das halte ich für eine vertretbare, aber nicht zu belegende Behauptung. Religion gehört zum Menschsein, ist davon nicht zu lösen; sie ist eine ursprüngliche Wesensrelation, ein Existential des Menschen und stellt dessen höchste Möglichkeit dar, kann also nicht Selbstentfremdung sein.

Wenn ich mir Leute anschaue, welche ihr Horoskop lesen etc. muss ich sagen, verwundert es mich nicht. Aber es erschüttert mein Bild des "intelligenten" Wesen Mensch!

Ja, der Mensch ist offenbar eher bereit, etwas Falsches zu glauben, als sich damit abzufinden, für etwas keine Erklärung zu haben.

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...von wievielen Menschengruppen weltweit hat nicht jede in ihrer Zeit ihren eigenen Gott ?

Alle und ihre Vorfahren haben daran gearbeitet und glauben daran.

Jede und Jeder behaupten an den Richtigen zu glauben...,

Haben nicht alle Recht ?

Ganz nach dem Grundsatz, egal wie wir es nennen, es ist ein und dasselbe - gute Aussage. Solange jeder mit seinem Glauben glücklich sein kann und nicht versucht ihn anderen aufzudrücken, stimme ich Dir voll zu.

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