Wie ist Religion entstanden?

6 Antworten

Im Prinzip gilt für die Entwicklung der Menschheit, dass es eine Korrelation zwischen Glauben versus Wissen gibt. Vor tausenden Jahren gab es viele Dinge, die nicht erklärt werden konnten. So glaubte man, dass wenn es blitzt und donnert, ein höheres Wesen spricht. Naturkatastrophen wie Tsunamis waren Sintfluten, die man mangels Erkenntnis als Strafen definierte. Schon damals gab es Menschen, die erkannten, das mittels Religion Gemeinschaften geführt werden können,man muss allerdings andere Religionen ausschalten, so entstanden die Staatsreligionen, also die jahrtausende Verquickung von Staat/Gesetz und die Legitimierung über eine übergeordnete Macht. Dazu gehören Mose, Konfuzius, Mohammed, Konstantin der Grosse. Während Judentum und deren Abwandlungen Christen und Islam von einem Mensch-ähnlichem Gott/Allah/Jehova ausgehen, ist im asiatischen Raum eher das Bild von vielen Geistern/Göttern (Hinduismis) geprägt bzw. man sucht den Ausgleich der angeblich gegensätzlichen Mächte (Daoismus). Buddha war erster Linie der erste grosse Philosoph mit einem starken Drang zur Suche nach seiner spirituellen Vollendung. Mit der Zunahme von Erkenntnis und Wissen ging der Einfluss von Religionen zurück. Sehr radikal waren hier die Revolutionen in England und Frankreich, wo beide - Diktatorischer Adel und Klerus - abgeschafft wurden. Das heutige Problem der Religionen ist das sie sich zum Teil dem jetzigen Wissen anpassen müssten, was aber bedingt durch Dogmatismus und Fundamentalismus nicht möglich ist.

Ich denke, die Menschen in allen möglichen Kulturkreisen haben schon immer versucht, eine Erklärung auf die Dinge zu suchen, die sie nicht verstehen konnten. Wir wissen heute, wie z.B. ein Gewitter entsteht aber was hätten denn die Menschen in der Steinzeit denken sollen, wenn es plötzlich schlagartig hell wird und ein lautes Grollen zu hören ist. Sie konnten soetwas nur mit Geräuschen von großen, mächtigen Tieren vergleichen, die sie vielleicht schon mal gehört haben. Dementsprechend glaubte man an Götter oder Gottähnliche Figuren, die eine Übermacht haben.

Später gab es dann andere Erkenntnisse, aber immer noch viele Wunder uns so wandelten sich auch die Religionen.

Aber selbst heute, aus unserer aufgeklärten, rationellen Sicht gibt es noch jede Menge Dinge, die wir uns nicht erklären können und auch die Sinnsuche reisst nie ab, daher entstehen regelmässig neue "Religionen" und sei es, dass man einen Musiker, eine Fantasieserie oder eine Modemarke zu seiner "Ersatzreligion" macht.

Anthropologisch muss man zugeben, dass in den meisten Kulturen der Glaube an einen Gott sehr früh vorhanden war. Die Frage ist aber letztlich, ob Gott den Menschen oder der Mensch Gott erschaffen oder erdacht hat. Und das ist eine Glaubensfrage, weshalb ich fürchte, dass die Antworten auf deine (gute!) Frage das Potenzial eines erneuten virtuellen GF-Religionskrieges beinhalten (den wir hier - so wie gestern, mit der Tendenz zur Eskalation - vermeiden sollten).

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