Wie ist Paul Tillichs "Sein wollen wie Gott" als Sünde zu verstehen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich kenne keinen Paul Tillich , ist auch egal , aber das Sein-Wollen -Wie-Gott ist der UR-HOCHMUT des Menschen . Wir sind uns nicht bewußt , wie oft wir sein wollen , wie Gott . Beispiel :

1.Ich will , daß Gott sich vor mir beweist . Also , wenn ich Gott beweisen kann habe ich ihn in der Tasche , denn dann ist er durchschaut und ist berechenbar .

  1. "Gott , erkläre mir sofort , warum du das Leid zulässt ! " Noch schlimmer die Anklagen ---Also ist Gott vor mir rechenschaftspflichtig

  2. Ich kann ohne Gott leben , komme gut ohne ihn aus - damit stelle ich ihn als unnötig hin - Hochmut sondersgleichen .

  3. Spott gegen Gott ist Hochmut

  4. "Wegen mir hätte Jesus am Kreuz nicht sterben müssen . Ich bin ein guter Mensch ." Verblendung , Selbstüberschätzung , Hochmut ist das

  5. Ich kann mir meinen Gott aussuchen , also mir gefällt der Gott von ......xy-Religion eigentlich besser , nehmen wir mal den .... Da ist Gott ausgestellt wie ein Schaufenster und wartet , ob der Mensch so gnädig ist und ihn wählt ---- unbeschreiblicher Hochmut

7."Gott muß mir meine Wünsche erfüllen , sonst wende ich mich ab. " Ich befehle , was Gott zu tun hat - also bin ich der Herr und er mein Diener !

Das sind nur einige Hochmutssünden .

Hier in Gutefrage.net gibt es von jeder Sorte welche . Heute ist Ostern . Jesus Christus ist auferstanden und lebt und sieht jedes echt fragende Herz in dieser GF- Seite und er sieht auch auf alle anderen .

Also 3. geh ich ja mit. Aber alles Andere ist durchaus nachvollziehbar. Daran ändert auch nichts die agressive Schreibweise. Beispiel 1. Wieso ist es Hochmut Fragen zu stellen? Oder Beispiel 4. Wieso ist es Hochmut zufrieden zu sein? Das sich das Sühnopfer und dessen Sinn einem erschliesst, das ist Gott zu verdanken.

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@Maik2

Beispiel 1: Fragen ist erlaubt , wenn es Gott gegenüber in der weise ist , wie ein Schüler seinen Lehrer fragt .

Beispiel 4 : Die Zufriedenheit mit sich selbst , daß es ausreichend sei , um vor Gott zu bestehen , ist ein sanftes Ruhekissen . So jemand wird eines Tages jäh aus seiner Sicherheit gerissen .

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Genau, das hast du richtig erfasst.

Ich kenne zwar Paul Tillich nicht (hast du ein Zitat aufgeführt oder ist das ein Buchtitel?). Aber ja, die Menschen aktzeptieren im Alllgemeinen nicht, dass es einen Gott über uns gibt und er schlichtweg besser weiss was für uns gut ist und was nicht.

Das geht in der Bibel schon ganz am Anfang los, dass Adam und Eva vom verbotenen Baum essen. Sie hörten auf das Böse und widersetzen sich Gottes Willen. Weiter geht es mit dem Turmbau von Babel - auch das ist im Grunde nichts anderes (Siehe Gen 11,6).

Und da hat sich bis heute nichts daran geändert. Der Mensch im Allgemeinen möchte seinen Stolz einfach nicht aufgeben und möchte sein Leben alleine leben. Deshalb wird er auch die Ewigkeit alleine verbringen.

Die Entfremdung besteht im Vertrauensverlust zu Gott, würde ich mal sagen. Durch die Aussage der Schlange, dass Adam und Eva wie Gott sein würden wenn sie diese Frucht essen würden die Gott verboten hatte wird ja Mißtrauen gesäht: "Die Frucht macht schlau, aber Gott will nicht, dass ich sie esse. Er will mir offensichtlich etwas Gutes vorenthalten. Also meint er es nicht so gut mit mir wie er immer tut, und ich kann ihm nicht glauben. Ich muss selbst gucken dass ich zu meinem Recht komme. Auf Gott ist kein Verlass. Ich solllte mich im eigenen Interesse gegen Gott stellen und mich nicht von ihm bevormunden lassen. Eigentlich kann ich auch sehr gut alleine für mich selber sorgen. Ich brauche Gott gar nicht. Wer braucht ihn überhaupt? Er ist überflüssig. Es ginge uns sogar besser wenn es ihn nicht gäbe. Wir können seinen Job viel besser erledigen. etc. ..." Der Mensch wird unabhängig, setzt Gott ab, tritt an seine Stelle. Die Unabhängigkeit ist allerdings nur scheinbar, denn anstatt auf Gott zu hören, folgt der Mensch nun dem was die Schlange sagt. Was der Mensch im weiteren Verlauf anrichtet, sind eigentlich nur noch Folgen dieser prinzipiellen Trennung von Gott (Sünde = Zielverfehlung im griechischen).

Der Philosoph J.P.Sartre schrieb: "Menschsein ist im Grunde die Begierde, Gott zu sein."

Manchen Menschen merkst Du das regelrecht an, wie eingebildet sie von sich sind. Sie halten sich wirklich für etwas besseres, für Götter. Du merkst es auch daran, dass manche Leute ihre eigenen Versagen herunterspielen, aber wenn jemand anderes das gleiche tut, dann regen sie sich total auf. Wenn man sie aber kritisiert, vertragen sie das gar nicht.

Noch ein Aspekt: Wir Menschen streben in nahezu allen Bereichen nach der Vollendung: nach der heilen Welt, dem idealen Menschenleben, Unsterblichkeit - nach einer Art Göttlichkeit. Unsere Pläne und Ideen drehen sich immer wieder um dieses Thema.

Aus christlicher Sicht ist die Beziehung zu Gott zerrüttet, und aus dieser Störung wird alles andere krumm und schief. Aber es scheint, die Sehnsucht nach dem Paradies ist geglieben.

LG Walter

Aber es scheint, die Sehnsucht nach dem Paradies ist geglieben.

Sonst wäre er umsonst gestorben.

Du merkst es auch daran, dass manche Leute ihre eigenen Versagen herunterspielen, aber wenn jemand anderes das gleiche tut, dann regen sie sich total auf. Wenn man sie aber kritisiert, vertragen sie das gar nicht.

Sich selber kennt man besser. Oder man glaubt zumindest zu wisen wieso man etwas tut oder unterlässt.In Anderen steckste nicht drin.

die Gott verboten hatte

Im Grunde hat er ja nur gesagt das sie sterben würden. Und so kams ja auch.

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@Maik2

Sonst wäre er umsonst gestorben.

Adam?

Sich selber kennt man besser. Oder man glaubt zumindest zu wisen wieso man etwas tut oder unterlässt.In Anderen steckste nicht drin.

Obwohl es wär ja irgendwie fair genauso zu urteilen, wenn man das gleiche tut was man beim anderen kritisiert. Unser Gerechtigkeitssinn schlägt nur dann mit Sicherheit an, wenn wir uns benachteiligt sehen, in anderen Fällen funktioniert er weniger zuverlässig. So samma.

Im Grunde hat er ja nur gesagt das sie sterben würden. Und so kams ja auch.

Nee, steht es war schon ausdrücklich verboten. Sonst wäre es auch kein Vergehen sondern einfach eine Option gewesen.

LG Walter

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@Zitronenwalter

Adam?

Nein Jesus.

Nee, steht es war schon ausdrücklich verboten. Sonst wäre es auch kein Vergehen sondern einfach eine Option gewesen.

Es war eine Option. Anders macht es keinen Sinn. Aus dem Grund den du schon genannt hast. Die ganze Geschichte beschreibt die Entwicklung des Menschen vom Kind zum Erwachsenen. Das Verbot besagte ja mit anderen Worten: Hör auf mich oder du verlierst mich. Aber warum hört man nicht mehr auf die Eltern? Weil man mehr will. Und am Ende ist man wie die Eltern.

Obwohl es wär ja irgendwie fair genauso zu urteilen, wenn man das gleiche tut was man beim anderen kritisiert

Ja wär besser.

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@Maik2

Es war eine Option

Schon, die getroffene Wahl zieht allerdings Strafe und Fluch nach sich.

Die ganze Geschichte beschreibt die Entwicklung des Menschen vom Kind zum Erwachsenen.

Für mich sieht diese Geschichte eher aus wie eine stetige Pendelbewegung zwischen Kleinkindalter und Pubertät. :-( Nur wenige kamen bisher durch Gottes Gnade darüber hinaus... LG Walter

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