Wie ist in der chinesischen Religion die Beziehung zu Gott?

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7 Antworten

China ist offiziell ein „laizistischer Staat“. Die VR China hat in allen ihren Verfassungen, von der ersten bis zur heute gültigen immer das Recht auf Religionsfreiheit verankert. Der Glaubensausübung sind jedoch nach wie vor Grenzen gesetzt, auch wenn die einschlägigen Regelungen liberaler gehandhabt werden als noch in den frühen 1980er Jahren. Für den chinesischen Staat gilt Religion als Privatsache. Es steht jedem frei, alleine oder in der Gemeinschaft mit anderen, zu beten, Schriften zu rezitieren, Gottesdienste abzuhalten, zu taufen oder Messen zu lesen.Verbreitete Religionen sind Buddhismus (vgl. Buddhismus in China, Buddhismus in Tibet), Daoismus, Islam und Christentum (vgl. Christentum in China, darunter die Römisch-katholische Kirche in China und der Protestantismus in China), daneben ist alter chinesischer Volksglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eher Sozialethik als Religion ist, beeinflusst die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen.

  • Buddhisten : 102 Millionen Menschen. Das entspricht etwa 1 Viertel allter Buddhisten weltweit.

  • Muslime : 7 - 12%

  • Christen : 5-7%

  • Daoismus : ?

Quelle : Wikipedia

In China gibt es Buddhisten und Christen. Die sehen schon von Hause Hause ihre Beziehung zu "Gott" unterschiedlich. Im Buddhismus gibt es keinen "Schöpfer", wie ihn die anderen Religionen verstehen. Dort liegt die Allmacht in jedem Einzelnen...

"Die chinesische Religion" gibt es nicht. Es gab im alten China nie eine ähnliche Vorstellung über Gott wie z. B. in den drei monotheistischen Religionen oder wie bei den Hindus, Buddhisten o.ä. (die kamen alle erst viel später nach China).

Im alten China gab es eine nebulöse Vorstellung über den Himmel, von dem alles abstamme. Die Inkarnation war traditionell der zwar "Gott - gleiche", aber sehr fleischliche und stoffliche "Himmelssohn", nämlich der Kaiser.
Daneben gab es noch massig, mehr als Götzen verehrte Götter und Göttinnen (Fruchtbarkeit, Ernte, usw.), deren figürliche Darstellungen aber auch mal ins Feuer wanderten, wenn sie die Gebete nicht erhörten. Man stelle sich das im christlichen Abendland vor: man betet zu Gott um einen Sohn und schmiss dann das Kreuz mit der Jesusfigur ins Feuer, wenn es doch eine Tochter wurde!!

Ansonsten sind die manchmal als chinesische oder fernöstliche Religionen genannten Verhaltens- und Weltsichtenkonstrukte, wie Konfuzianismau, Daoismus u. ä. doch eher Philosophien als Religionen.

Mao Tse Tung kommt dem heute recht nah. Seine Revolution war atheistisch. Es gab vorher drei Hauptreligionen. Im Buddhismus gibt es keinen Schöpfergott, und Buddha war ein Mensch, der durch sein eigenes Streben göttliche Eigenschaften annahm. Im Taoismus geht es um die Erkenntnis und Harmonisierung der Naturgesetze. Im Konfuzianismus geht es um die Stellung des Menschen in einer harmonischen Gesellschaft, um Pflichten und Aufgaben. Ein allmächtiger Gott ist in allen dreien nicht vorgesehen, es gibt aber Götter, die verschiedene Aufgaben haben.

Eine Idee von Gott, wie wir sie kennen, wurde durch die christlichen Missionare ins Land gebracht und auch durch die Muslime, vor allem in Singkiang in Westchina, vertreten.

Mixia 24.06.2011, 00:26

Gute Antwort!

In den traditionellen chinesischen Religionen fojiao, daojiao, rujia sixiang gibt es keinen Gott und keine Götter wie im Christentum, Islam, Judentum oder Hinduismus.

Allerdings sind sowohl Christentum, Judaismus und hinduismus seit über tausend Jahren in China bekannt, wie auch später der Islam. Eine nennenswerte Verbreitung hatten über lange Zeiten der Islam und das Christentum, mit großen Turbulenzen wegen äußerer Einflußnahme. In den letzten Jahrzehnten scheint das Christentum zur vorherrschenden Religion zu werden - neben dem Atheismus.

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TeeEi 24.06.2011, 00:43

Der ersten zwei Sätze gefallen mir nicht, ansonsten gute Antwort.

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Grusgrus 24.06.2011, 12:43
@TeeEi

Na, wenn überall Mao-Bilder hängen und kein Schatten von Kritik auf ihn fallen darf und außerdem kein anderer Glaube anerkannt oder unterstützt wird -- wie nennt man das dann wohl??

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Die Chinesen wollen Gott neu kennenlernen, weil es in China keine Gottes Bezug hat.Aber es gibt schon eine Menge, die es echt glauben.

Da Chinesen sowohl Christ, Budhist, Hinduist und Moslem sein können, kann dir diese Frage niemand beantworten.

Asienseminare 24.06.2011, 04:54

Die Aufzählung ist nich komplett: Viele Chinesen sind gar nichts!

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Wie kommst du auf den merkwürdigen Gedanken, Länder hätten eine Religion?

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