Wie ist es zur Entstehung von Brexit gekommen?

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2 Antworten

Liebe MarieXD1234,

prima, dass Sie sich genauer über das Verhältnis Großbritanniens
mit der Europäischen Union informieren.

Hier die Gründe, die für Großbritannien eine Rolle spielen und die viele in
Großbritannien verbessert haben wollen.

Wettbewerbsfähigkeit. Hier denken viele in Großbritannien, dass viele EU-Verordnungen die Wirtschaft Englands behindern und die Wirtschaft nicht das erreichen kann, was ohne die übermäßig große Zahl von EU-Verordnungen möglich wäre.

Transparenz. Hier denken viele in England, dass die Wege der EU-Gesetzgebung für sie nicht durchschaubar sind. Insbesondere ärgern
sich viele britische Bürger darüber, dass sie nach ihrer Meinung von
„europäischen" Gesetzen reguliert werden. Da sind viele Gefühle im
Spiel.

Bürokratieabbau. Auch hier vermuten die Briten, dass es ohne EU-Verordnungen leichter wäre, Geschäfte zu betreiben.

Mehr dazu weiter unten in meiner Antwort.

Immer wieder wird gefragt, warum der frühere britische Premierminister Cameron „aus der EU austreten wolle?“.

Der britische damalige Premiermister Cameron wollte allerdings ganz und gar nicht, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austritt. Er hat vor zwei Jahren aber einigen einflussreichen Mitgliedern seiner Tory-Partei die Zusage gegeben, über den EU-Verbleib seines Landes eine Volksabstimmung durchzuführen; die jetzt stattfindet.

Diese Zusage gab er damals, um die "Brexit-Befürworter" erst einmal
"zu beruhigen".  Die Bewohner Großbritanniens konnten im Juni abstimmen, nachdem Cameron Anfang des Jahres vier "Verbesserungen" für die EU-Mitgliedschaft vereinbaren konnte.

Auf einem EU-Gipfel hatte Großbritannien mit den anderen EU-Staaten vereinbart, dass die EU etwas reformiert wird. Und die EU-Staaten haben damals zugesagt, dass Großbritannien an sog. „EU-Wanderarbeiter“ zwar weiterhin Kindergeld zahlen muss (auch dann, wenn deren Kinder gar nicht
in Großbritannien leben), aber diese Zahlungen setzen erst dann ein, wenn ein
„EU-Wanderarbeiter“ einen längeren Zeitraum in Großbritannien gearbeitet hat.
Auf diesen Punkt kam es dem britischen Premierminister Cameron besonders
an. Mit Flüchtlingen hat dies Thema „Sozialleistungen von nicht in Großbritannien lebenden Angehörigen“ nichts zu tun.

Es gab  noch drei weitere Punkte, die die britische Regierung geändert
haben wollte:

Es solle keine „feindliche“ EU-Gesetzgebung zwischen den Staaten mit EURO-Geld geben, die sich auf die britische Währung Pfund und auf den 
Finanzplatz London auswirken könne.

Es solle keine Verpflichtung geben, dass Großbritannien nach und nach in einen Europäische Unionsstaat aufgehen und seine eigene Gesetzgebung und die Souveränität seines Parlaments einer „EU-Gesetzgebung ohne nationale Souveränität“ aufzugeben hätte.

Es solle endlich aufhören mit einer unsinnigen EU-Bürokratie und einer Gängelung der Menschen durch EU-Verordnungen. Stichwort: Regelung, welchen Krümmungsgrad Bananen haben müssen. Mit derartigem Unfug solle Schluss ein.

Nun sieht es tatsächlich so aus, dass viele anderen Staatschefs das so ähnlich, wie Cameron, sahen. Auch unsere Bundeskanzlerin hat nach meinem Eindruck viel Verständnis für die Reformbestrebungen, die Cameron eingefordert hat. Die britischen Bürger stimmten dann Ende Juni 2016 darüber ab, ob sie jetzt weiter in der EU bleiben sollten – oder eben nicht. Das ist wahre Demokratie. Und das Ergebnis ist bekannt. Die Austrittsbefürworter erhielten eine hauchdünne Mehrheit.

Ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU könnte den verbleibenden EU-Länder schwer schaden. Nicht nur wirtschaftlich; sondern auch politisch. Denn Großbritannien ist ein politisches Schwergewicht in dieser Welt. Einen riesigen Schaden würde ein Ausscheiden Großbritanniens für das EU-Mitglied Irland bedeuten; denn mehr als die Hälfte der gesamten Exportkraft Irlands wird in Geschäften mit Großbritannien gemacht. Und zwar zollfrei; so wie es eben in der EU üblich ist.

Da diese "Schäden" inzwischen auch der neuen britische Regierung mit ihrer Premierministerin May deutlich werden, versucht die britische Regierung durch "kluge" Austrittsverhandlungen für alle Seiten sinnvolle Regelungen zu vereinbaren. Aber die EU-Länder sind noch "verschnupft" und haben keine große Lust, Großbritannien immer wieder "nachzugeben".

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Angefangen hat es damit, dass jemand die Inselaffen in die EU aufgenommen hat. Seit dem Zeitpunkt drohen sie damit, die EU zu verlassen, um mit dieser Erpressung für sie günstige Zusagen und Vorteile zu erzwingen. Dann sollte das Volk entscheiden, in der Annahme, das Volk wird sich sicher für den Verbleib aussprechen. Aber: Verrechnet. Das Volk hat anders entschieden. Und jetzt ist die Jammerei groß.

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