Wie ist es bei denn Christen mit der Bedeckung und das Gebet?

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8 Antworten

In einigen christlichen Konfessionen, wie dem orthodoxen Glauben, müssen Frauen während des Gottesdienstes ein Kopftuch tragen und sich bedecken. 

Es ist aber zumindest in Deutschland bei katholischen und evangelischen Frauen unüblich.

Wenn man die Bibel wörtlich nehmen würde, müssten Frauen ein Kopftuch während des Gottesdienstes bzw. des Betens tragen, da im Korintherbrief folgender Satz steht:

"Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen."


Beim Beten gibt es im Gegensatz zum Islam nicht die Pflicht zu beten. Man betet, wenn man Gott dankt, um etwas bittet, ihn anbetet usw.


Natürlich gilt das alles nur für gläubige Christen. Die meisten Christen gehen sowieso nur noch zwei, drei mal im Jahr in die Kirchen und denken nicht im Traum daran ein Kopftuch zu tragen.


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Kommentar von Walum
09.04.2016, 20:36

Im Korintherbrief hat Paulus seine Meinung geäußert. Paulus ist nicht Jesus. Warum sollte man die Bibel wörtlich nehmen? Die Bibel ist nicht das Christentum.

"Die Frauen sollen wie auch sonst üblich in der Gemeindeversammlung schweigen und zu Hause ihre Ehemänner fragen." - LOL! Heutzutage?

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Vor ein paar Jahrhunderten war es bei den Christen auch üblich sich zu bedecken. Nicht das Gesicht, aber den Kopf. In der Bibel wird z.B. auch erwähnt, dass Christen beim Gottesdienst eine Kopfbedeckung tragen sollten. In einigen Gegenden ist es auch heute noch so, z.B. is Gospelkirchen in den USA tragen Frauen häufig Hüte, wenn sie in die Kirche gehen. In vielen osteuropäischen Staaten und auch in der russisch-orthodoxen Kirche tragen die Frauen in der Kirche Kopftücher (mit einer anderen Bindetechnik als in Islamischen Gemeinden, aber trotzdem).

In den reformierten Kirchen ist meistens mehr Fokus auf der Grundbotschaft des Glaubens (Gott liebt die Menschen und will sie retten) und weniger auf Details wie Kleidungs- oder Essensregeln, weil diese oft auf den Gegebenheiten beruhen, die heute nicht mehr so sind und dann als Rituale mit Glaubensgedanken verbunden wurden.

z.B.:vor 2000 Jahren war es hygienisch z.B. noch von Vorteil, sich wie die Juden koscher zu ernähren, weil sich so weniger Krankheiten verbreiteten, heute sind zumindest in den zivilisierten Ländern die Hygienevorschriften was Lebensmittel angeht so, dass verunreinigte Lebensmittel eher die Ausnahme als der Regelfall sind.

oder: in den Ursprungsländern der Glaubensrichtungen war das Klima schon immer sehr heiß, und wenn dann gemeinsam gebetet wurde, passierte das auch oft im Freien. Natürlich war es dort sinnvoll, eine Kopfbedeckung zu tragen, schon alleine, um keinen Sonnenstrich zu bekommen. Hierzulande beten die Menschen meist im Inneren von Gebäuden, da passiert gesundheitlich nichts, wenn man mal keine Kopfbedeckung trägt.

oder: Früher war es in vielen Gegenden für Frauen auch einfach sicherer, sich bedeckt zu halten, damit man ihnen keine Gewalt angetan hat. Frauenrechte sind ja auf der ganzen Welt noch nicht so alt. Heutzutage gibt es in zivilisierten Ländern Gesetze, die Frauen zumindest rechtlich sichern. Früher gab es sowas nicht.

Meine Großmutter hat, als sie noch lebte, wenn sie in die Kirche ging auch immer ein Kopftuch getragen. Einige in meiner Familie fasten auch, und wir beten auch. Aber es ist insgesamt freier, weil es die Entscheidung jedes einzelnen ist und nicht von der Kirche oder anderen Menschen in der Gemeinde vorgeschrieben wird.

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Kommentar von TheQueen345
09.04.2016, 21:01

Danke deine Antwort War sehr hilfreich und du hast es sehr ausführlich erklärt also wenn du das geschrieben hast für mich das beste Kommentar bisher Danke :)

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Kommentar von Pudelcolada
09.04.2016, 21:30

Sehr ausführlich! Nur eine kleine Ergänzung:
Die Kopfbedeckung von Frauen wird auch heute noch regional sehr unterschiedlich gehandhabt.
In manchen Gegenden Süditaliens oder Spaniens käme bis heute keine Frau im Traum darauf, ohne Kopftuch eine Kirche zu betreten.

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Für Christen ist der Kern des Glaubens eine lebendige höchstpersönliche vertrauliche Beziehung zu Gott. Beten ist dabei einfach "reden mit Gott", ganz formlos. Dabei geht es um alles was mich persönlich bewegt. Da kann ich danken, bitten, schimpfen, jammern, jubeln, ... und kein Mensch hört es, sondern nur Gott. ("Wenn du beten willst, dann geh in dein Zimmer, schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen" (Mt.6,6)).

Beten, also reden mit Gott, kann ich immer und überall, zu jeder Zeit und an jedem Ort.

Christen müssen keine Kleidervorschriften und keine Speisevorschriften beachten. Sie müssen auch nicht fasten.

Das Beachten von Kleider- und Speisevorschriften ergibt sich nur aus dem Gebot der Nächstenliebe. Man geht auf andere ein, um sie nicht zu verletzen.

Beispiel:

"Ihr sagt: »Alles ist erlaubt!« Mag sein, aber nicht alles ist deshalb auch schon gut. Alles ist erlaubt, aber nicht alles fördert die Gemeinde. Ihr könnt jedes Fleisch essen, das auf dem Markt verkauft wird. Es ist nicht nötig, dass ihr eine Gewissenssache daraus macht und nachforscht, woher das Fleisch kommt. Denn es heißt: »Dem Herrn gehört die ganze Erde mit allem, was darauf lebt.«. Auch wenn Ungläubige euch zum Essen einladen und ihr die Einladung annehmen wollt, könnt ihr essen, was euch angeboten wird. Es ist nicht nötig, dass ihr aus Gewissensgründen nachforscht, woher das Fleisch kommt. Nur wenn euch dort jemand sagt: »Das Fleisch ist von einem Opfer«, dann esst nicht davon. Unterlasst es mit Rücksicht auf die Person, die euch darauf hingewiesen hat, und mit Rücksicht auf das Gewissen. Ich meine nicht euer Gewissen, sondern das ihre. Ein fremdes Gewissen darf sich allerdings nicht zum Richter über meine Freiheit machen. Ich genieße das Opferfleisch mit Dank gegen Gott. Niemand hat das Recht, mich zu tadeln, wenn ich etwas esse, wofür ich Gott danke. Ich sage also: Ob ihr esst oder trinkt oder sonst etwas tut, so tut alles zur Ehre Gottes. Lebt so, dass ihr für niemand ein Glaubenshindernis seid, weder für Juden noch für Nichtjuden noch für die Gemeinde Gottes. Macht es so wie ich: Ich nehme in allem Rücksicht auf alle. Ich suche nicht meinen eigenen Vorteil, sondern den Vorteil aller anderen, damit sie gerettet werden".  (1.Kor.10, 23-33).

http://www.bibleserver.com/text/GNB/1.Korinther10

Fasten soll als Hilfsmittel dazu dienen, sich besser auf Gott konzentrieren zu können; und dazu, bestimmte Dinge (z.B. Fernsehen oder Smartphone) nicht unangemessen wichtig werden zu lassen.

Beispiel:

"Ihr sagt: »Mir ist alles erlaubt!« Mag sein, aber nicht alles ist gut für euch. Alles ist mir erlaubt; aber das darf nicht dazu führen, dass ich meine Freiheit an irgendetwas verliere." (1.Kor. 6,12). (z.B. an das Rauchen, das Trinken, das Fernsehen, das Smartphone, usw.).

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Kommentar von TheQueen345
09.04.2016, 23:50

Das War gar nicht meine frage zu deiner Antwort aber ist jetzt egal

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Nein, wir "müssen" das alles gar nicht :-)

Manches wird aber eingehalten, meist weil es sich traditionell so entwickelt hat und (leider) nicht hinterfragt wird. Manchmal tut es einem auch selber gut, wenn man sich an gewisse Dinge hält. Ich faste z. B. indem ich kaum fernsehe.

Wenn in der Bibel von der Kopfbedeckung für Frauen als Pflicht die Rede ist, bezieht sich das auf damalige kulturelle Eigenheiten und ist heute nicht mehr verpflichtend - ausser für manche spezielle christliche Gemeinschaften die das eben etwas genauer nehmen - warum auch immer.

Ich bete z. B. gerne, weil ich auf diese Weise Gott Danke sagen kann für alles, weil ich dies der übliche Weg ist um als Christ mit Gott zu reden, die Gemeinschaft mit ihm zu pflegen. Dies habe ich am Morgen und am Abend eingeplant, mit Bibellesen und tagsüber tue ich es nach Gelegenheit oder je nach dem wie ich es "grad nötig habe".

Wer opfert, tut dies normalerweise ebenso freiwillig, um z. B. jemand anderem etwas Gutes zu tun, weil man selber genügend hat um etwas abgeben zu können.

Als Christ bin ich davon überzeugt dass ich durch den Glauben (= Vertrauen) in Gott gut genug für IHN bin. Werke entstehen daraus aus Dankbarkeit - aber diese allein erretten mich nicht!

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Kommentar von TheQueen345
09.04.2016, 21:24

Hab noch eine andere frage gibt's bei euch nach dem Tod eine Auferstehung bzw ein 2 leben im Paradies oder Hölle?

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also in nem Paulusbrief steht, die Frau soll sich beim Kirchenbesuch das Haupt verhüllen, und der Mann soll seinen Hut oder sowas abnehmen.

In sehr altmodischen katholischen Gegenden ist das immer noch so, und auch in USA bei sehr altmodischen Evangelischen, wie den Amischen. Aber so ne kleinlichen zig Vorschriften gibt es im Christentum nicht, es gibt halt sehr altmodische Christen, aber nicht wegen Religion.

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Es gibt christliche Gemeinden in denen sich Männer und Frauen nach einer Kleiderordnung im Gottesdienst in die Kirche begeben. 

Frauen ziehen/legen dabei ein Stofftüchlein über den Kopf.

Wir haben selbstverständlich auch Fastenzeiten.

Diese Fastenzeiten sind nicht mit dem Islam vergleichbar. Während der Islam auf nichts verzichtet, sondern lediglich die Zeiten ändert (tagsüber nichts, nachts alles), fasten Christen durch tatsächlichen Verzicht. 

In der orthodoxen Kirche wird zum Beispiel vegan gefastet. Dies bedeutet, man nimmt über einen Zeitraum von 40 Tagen keine tierische Nahrung zu sich. Das fängt bei der Butter an, und hört bei der Milch und dem Fleisch auf.

Verpflichtend ist im Christentum außer den 10 Geboten gar nichts. Du kannst es tun, Du musst es aber nicht.

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Da wir den gleichen Gott anbeten, könnte man davon ausgehen dass wir auch die selben Gesetze haben. Aber wie bei den Muslimen gibt es auch bei den Christen eine Menge Unterschiede.

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Kommentar von TheQueen345
09.04.2016, 20:17

Ungenaue Antwort 

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In "Gottes Kirche" tragen die Frauen "langes Haar", weil es für Frauen schön ist (1.Kor.11,5-6).

Die Männer sollten es "kurz" tragen, weil es sonst "weiblich" wirkt (1.Kor.11,7-15).

Von "Kopftuch" steht da nichts.

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