Wie ist ein Polizeistudium aufgebaut? Welche Fachgebiete werden behandelt?

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3 Antworten

Ich habe das duale Studium für den Laufbahnzweig der Kriminalpolizei in Schleswig-Holstein gemacht. Praktische Anteile: Schwimmen, Laufen, Schießen, Selbstverteidigung, Einsatztrainingslagen und später das Hauptpraktikum (6 Monate Dienst auf einer Dienststelle). Studium: Man hat auch ein paar Vorlesungen in Verkehrsrecht und Verkehrslehre, aber nur die Grundlagen. Dann hat man viel Kriminalistik, Kriminaltechnik, Psychologie, Ethik, Kriminologie etc., das sind die Fächer, die Du wohl als "Laberfächer" bezeichnen würdest. Und dann hat man noch diverse Rechtsfächer wie Strafrecht, Verfassungsrecht/Eingriffsrecht, Versammlungsrecht, Öffentliches Dienstrecht, Strafnebenrecht (Jugenschutzgesetz, Betäubungsmittelgesetz, Waffengesetz, Ordnungswidrigkeitengesetz). Das sind die Fächer, wo nicht viel mit "labern" ist. Da gibts nur richtig oder falsch und man muss sich die verschiedenen Prüfungsschemata einprägen und anwenden können.

Zum Thema Rechtsmedizin: Die Kripo hat bei uns im 3. Semester (Schutzpolizei und WSP im 5. Semester) diverse Vorlesungen in Rechtsmedizin. Und jeder Schutzpolizist und WSP muss während des Studiums an mindestens einer Leichenschau teilnehmen, Kripo geht da noch weiter, die müssen an einer kompletten Obduktion teilnehmen

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Die Beschreibung von Roork ist ja schon sehr aussagekräftig.

Laberfächer sind die Dozentenfächer. Verkehrslehre/-recht, Grund- und Eingriffsrecht, Landespolizeirecht, Strafrecht, Strafprozessordnung, Waffenrecht, Ausländerrecht, Gewaltschutzrecht ... hab bestimmt eins vergessen ...

Außerdem Psychologie, Kriminalistik, Kriminologie ... hier waren Abdrücke auszugießen, Fingerabdrücke zu nehmen, man muss Spuren auslesen, Unfall- und Tathergänge rekonstruieren - schon interessant. Leichenschau gab es auch. Aber nur EINE.

Interessanter, weil praxisbezogener sind dann - für meine Anwärter - Waffenkunde, Sprengstoffzeug, Schießen, Fahren und Funken, Abwehr- und Zugrifftraining, Einsatz-Mehrzweck-Stock, allgemeine polizeilichen Einsatzlagen im praktischen Training, Sport - Sport - Sport.

Versuch doch mal, dir ein Modulhandbuch zu ergoogeln. Dabei sollte man in dem Bundesland gucken, was infrage kommt.

Ich könnte dir einen Link für NDS schicken, aber das PDF ist ellenlang und vielleicht interessiert dich NDS gar nicht.

Gruß S.

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Kommentar von Sirius66
01.02.2015, 11:27

PS:

Klausuren in NDS sehen in der Regel so aus, daß es Sachverhalte gibt, die dann nach einem vorgegebenen Schema in den richtigen Rechtsbereichen geprüft werden müssen. Dabei gibt es immer solche Bäume und Verweise. Gesetzbücher darf man mitnehmen, aber sie dürfen natürlich keine Anmerkungen enthalten.

Um richtig zu prüfen, muss man Definitionen büfflen. Man muss wissen, was genau vorliegt, welches Gesetzt greift, Vorrang hat, weitere Prüfungen nach sich zieht usw.

Das Problem ist: Deutest du den Sachverhalt falsch, weil du es nicht richtig definierst, das vorrangige Vergehen übersiehst, kann es sein, daß du falsch prüfst und die ganze Klausur um Eimer ist.

Gruß S.

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