Wie ist ein Medieninformatikstudium? Könnte ich es schaffen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eines muss dir bei dieser Studienrichtung auf jeden Fall bewusst sein: Sie setzt sich im Namen nicht ohne Grund aus den Begriffen Medien und Informatik zusammen. So ist auch die Verteilung (man sagt gern 70-70), wobei Programmierung und Mathe im Grundkurs die Prüfungen mit der höchsten Durchfallquote stellen. Wenn du dich nicht genügend für die Programmierung interessierst (HTML ist noch lange keine Programmierung), dann überleg es dir noch einmal genau.

Nach dem Grundstudium hast du mehr Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, worin du dich vertiefen möchtest. Die Themen sind zwar auch sehr von den Professoren abhängig, werden dann aber (endlich) unterschieden zwischen medien- oder informatikorientiert. Gänzlich abwählen kannst du jedoch keines von beidem.

Typische Themen in diesem Studium sind:

  • Filmtechnik und Fotografie
  • Audiotechnik
  • Grafikdesign (Corporate Design, Typografie, u.ä.)
  • Projektmanagement
  • Theoretische Informatik
  • Mathematik und Englisch (gehören zum Grundstudium)
  • Programmierung
  • Webdesign und -programmierung
  • Software-Engineering
  • 3D-Modellierung
  • evt. werden Themen wie AI, Spieleprogrammierung, Motion Capturing, o.ä. angeboten

Hinsichtlich der Schuleinrichtung würde ich dir zu einer Fachhochschule raten, da diese meist praxisorientierter ist. Achte darauf, dass sie aktuell akkreditiert ist, denn davon hängt auch ab, wie viel dein Abschluss wert ist (auch wenn du dich später mehr über praktische Arbeiten bewirbst).

Generell besteht diese Fachrichtung aber weniger aus schriftlichen/mündlichen Prüfungen, sondern mehr praktischen Aufgaben (auch Einzel-/Gruppenabgaben, für die Teamarbeit notwendig ist). Wenn du dein Studium ernst nimmst, bleibt dir womöglich weniger Freizeit als in anderen Studiengängen.

Das ein Studium viel mehr Eigenverantwortung und Selbstständigkeit fordert, als die Schule, sollte dir übrigens ebenso bewusst sein. Immer mehr Neustudenten gehen mit der Erwartungshaltung heran, der Professor habe ihnen vorzudiktieren, wie sie lernen sollen, doch dem ist nicht mehr so. 

In Mathe bin ich nicht gut, aber auch nicht schlecht... (...) aber ich bin unsicher ob ich es schaffe.

Ich denke, das reicht aus. Schau, ob die FH/Uni, die du auswählst, einen NC verlangt und ob du den erfüllen kannst. Die Zweifel, ob man in diesem und jenem Fach gut genug ist, haben viele, dabei kommt es m. E. viel mehr darauf an, wie viel man bereit ist, hinein zu investieren. Jemand mit einem 3er-Schnitt in Mathe kann es genauso gut schaffen, wie jemand mit 1 oder 2,0. Also probiere es aus.

Danke für die ganzen Informationen :) ja ich wollte wenn ich Medieninformatik studiere an die TH Köln. Ja Mathe ist bei mir stark vom Thema abhängig, weshalb meine Noten vor allem in Mathe sehr stark schwanken...meist habe ich 8/9 Punkte schriftlich, ist aber keine Regel...hatte auch schon 14 bzw. 6 Punkte. Auf welchen Bereich der Mathematik liegt denn der Schwerpunkt?

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@LuliaMarshall

Du wirst mindestens alle Themen benötigen, die du in der Abiturprüfung ebenso lernen musst.

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Also den Vorschlag rein Informatik zu studieren kann ich nicht nachvollziehen. Um Informatik zu schaffen musst du gut in Mathe sein, da führt kein Weg vorbei. Vorallem in den ersten Semestern wirst du das Gefühl haben es gäbe nichts anderes als Mathematik. Wenn du nicht gut darin bist ist das kein Grund deine Pläne über Bord zu werfen, du musst jedoch wissen, dass da viel Arbeit auf dich zukommt und du dich ranhalten musst, dann schaffst du das auch. Deine Aussichtschancen nach einem Informatikstudium sind dafür aber gut. Viel glück auf deinem Weg

Danke :) ja wie gesagt Mathe ist eigentlich ein Fach, das mir sogar Spaß macht (wenn ich nicht total am verzweifeln bin). Ich mag das logische denken daran. Aber meine Noten in Mathe schwanken sehr...ich hatte schon alles von der Note 1 bis Note 4. Auf welchem Teilbereich der Mathematik liegt den der Schwerpunkt?

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@LuliaMarshall

Es geht nicht so sehr um einen Teilbereich der Mathematik, sondern primär um ein ausgeprägtes analytisches Denken. Das hat man entweder im Blut oder man ackert und eignet es sich an und ackert eben härter für die Prüfungen. Wenn du das wirklich willst, dann packst du das ! Dir sei aber gesagt, das dann angewandte Mathematik vllt besser ist als an einer Universität rein Informatik zu studieren. Soweit ich weiß fällt vielen das erstere leichter wenn Sie mit Mathe nicht ganz so gut klarkommen, eben weil es in einer Universität eben viel theoretischer vorgeht und das angewandte Mathematik an FH´s praktischer abläuft. 

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Studiere lieber allgemeine Informatik an einer Fh zB und versuche durch Werkstudijobs/Praktika in den gewünschten Bereich zu kommen.

Medieninformatik klingt für Schüler sehr attraktiv, bietet aber keinen Mehrwert sondern nur Nachteile.

Das stimmt so nicht. Die Breite an Möglichkeiten, in welche Themenrichtung man sich letztendlich vertiefen möchte, ist sogar größer.

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@regex9

Ja, bei normaler Informatik steht einem alles offen, und man kann sich sicher sein, dass keine für den Traumberuf wichtigen Inhalte herausgekürzt wurden, während man bei Medieninformatik schon spezialisiert ist, was einem nur Nachteile einbringt, vorrausgesetzt, man macht neben dem Studium Praktika und Werkstudijobs.

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@Manikia

Allgemeine Informatik ist eher nicht das, was ich suche. Ich bin mir schon 100% sicher, dass wenn ich Informatik studiere ich eher in den mehr "kreativen" Bereich gehen möchte, deshalb kann ich auch gleich Medieninformatik studieren.

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@LuliaMarshall

Nochmal: "Kreativität" beweist du nicht mit den paar Modulen, die du dann anstelle der harten Fächer hast, sondern mit Praktika&Berufserfarhung.

Gerade in der "Gameentwicklung" findest du hauptsächlich normale Informatike/E-techniker&Co. (auch gibt es solche in Jobs in D kaum, und dort werden eben normale Softwareings/informatiker vorgezogen)

Medieninformatik klingt zwar schön, es gibt allerdings keine realexistierenden Beruf, den du damit spezifisch ausführen kannst/du konkurriest mit Grafikdesignern&Co, die dann logischerweise vorgezogen werden, während du in anderen Jobs mit den normalen Informatikern konkurrierst.

Suche ABSEITS VON UNIWEBSITES (die wollen nämlich Studenten ködern), nach Jobperspektiven, Gehalt, und tatsächlichen Berufen (nicht, dass du in einigen Jahren miesbezahlt in einer Klitsche hängst und "Socialmedia" machen musst, wo auch gut und gerne mal germanisten&co unterkommen, also jobs, für die es nie und nimmer ein Studium gebraucht hätte&entsprechend langweilig&unsicher sind.

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@Manikia

Du darfst die beiden Fachbereiche nicht in einen Topf werfen. Mit jedem Studiengang öffnen sich neue, andere Zweige. Ein Medieninformatiker kann aufgrund seiner Ausbildung später durchaus (z.B.) Fotograf werden, ein Informatiker nicht.

(...) "Kreativität" beweist du nicht mit den paar Modulen (...)

Es geht erst einmal darum, sich damit zu befassen, wie man kreativ sein kann, welche Regeln es gibt, welche man brechen kann. Wenn er die richtige FH/Uni findet, wird er genügend Möglichkeiten bekommen, das Gelernte praktisch unter Beweis zu stellen. Während seines Studiums wird er mit seinen praktischen Arbeiten sein eigenes Portfolio für die spätere Karriere anfertigen können.

Gerade in der "Gameentwicklung" (....)

Die Master-Studiengänge für Medieninformatik beschäftigen sich sehr gern mit dem Thema Game-Entwicklung. Er ist dort also nach wie vor nicht verkehrt.

Medieninformatik klingt zwar schön, es gibt allerdings keine realexistierenden Beruf (...)

Es ist Vermittlerberuf, wie bei dem Wirtschaftsinformatiker. Der Sinn hinter diesem Studiengang ist eigentlich auch die Entwicklung von Projektmanager-Qualitäten, um Informatiker und Grafikdesigner im Beruf später anzuweisen.

(...) die dann logischerweise vorgezogen werden, (...)

Das ist Unsinn. Das Portfolio entscheidet.

(...) und tatsächlichen Berufen (nicht, dass du in einigen Jahren miesbezahlt in einer Klitsche hängst (...)

Insgesamt kommt bei mir eher das Gefühl auf, dass du den Medieninformatik-Studiengang nur mies machen möchtest. Mit Medieninformatik ist man aber keinesfalls schlechter gestellt als mit einem reinen Design- oder einem reinen Informatikstudium.

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@regex9

Ich möchte es nicht miesmachen, versuche aber nunmal aufzuzeigen, dass einem mit einem reinem Informatik alle Türen offenstehen, während das bei Medieninformatik nicht der Fall ist.

Sie hat schon Erfahrung mit Bildverareitung etc, kann also ganz normal bodenständig das klassische Studium machen und durch Praktika/Werkstudijobs direkt in den Bereich gehen, mir würde kein Bereich (außer sowas wie "Socialemedia", oder eben um das Gehalt zu drücken) einfallen, in dem der Medieninformatiker einem normalen Informatiker+entsprechenden Praktika nen Vorteil hat.

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@Manikia

Du scheinst nach wie vor nicht zu wissen, welche Möglichkeiten dieser Studiengang überhaupt ermöglicht. Nur weil es keine Berufsbezeichnung "Medieninformatiker" gibt, heißt es nicht, dass sich die Karrierechancen verschlechtern.

Der Studiengang Medieninformatik ist für sie optimal, denn man konzentriert sich dort auf den Bereich, für den sie sich interessiert. Bei einem reinen Informatikstudium wäre dies nicht der Fall.

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