Wie ist dieses Zitat zu deuten?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In dieser Rede Zarathustras vom "letzten Menschen" geht es um die Schreckensvision des durch Selbstkonditionierung und gesellschaftlichen Zwang gleichgeschalteten Menschen. Dann gibt es nur noch eine gleichgeschaltete Herde, aus der niemand mehr durch besondere Gaben heraussticht und den Hirten, den Anführer machen könnte. Alles ist gedämpft und auf funktionieren programmiert. Gefühle als Ausdruck unkontrollierten Verhaltens passen nicht zu diesen gleichförmigen Massenwesen. Wer sich Sondergefühle erlaubt, wird ausgegrenzt, geht entsprechend seiner auf Anpassung ausgerichteten Selbstkonditionierung freiwillig ins Irrenhaus.

Das ist eine Horrorvision. So fragt denn auch "der letzte Mensch": ""Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern?" Dabei steht Liebe für Emotion, Schöpfung für Kreativität und Schaffensgeist, Sehnsucht für Entwürfe über das Jetzt hinaus und Stern für Wissensdurst. Dem setzt Zarathustra entgegen: "Ich sage euch: man muß noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können." Das Chaos, Schopenhauers ungebändigte Lebensglut droht zu verlöschen. Der "letzte Mensch" ist der ausgeglühte, der erkaltete Mensch.

Interessant ist an dieser Horrorvision, wie weit sie sich von anderen Horrorvisonen abhebt, bei denen es eine Teilung gibt in einen Führer und seine Kaste und die Masse der Dienenden, z.B. Animalfarm von Orwell oder eine andere Version in MATRIX oder in Fritz Langes Film Metropolis. In der Beschreibung kommt Nietzsches Vision interessanter Weise den Vorstellungen des Kommunismus nahe, nur ist für ihn Gleichheit mit Gleichschaltung verbunden, weil er anders als Marx, den Menschen nicht von Natur aus "gleich angelegt" sieht. Gleichheit muss hergestellt werden. Einige Praktien im realen Sozialismus legen nahe, dass Nietzsche hier den "besseren Riecher" hatte.

Sie geben sehr gute Antworten! Haben Sie Philosophie studiert?

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@Xstar

@Xstar

Nicht studiert - nur Hobby, aber schon seit über 45 Jahren. Danke für den Stern.

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"Also sprach Zarathustra" kenn ich zwar nur musikalisch und nicht unbedingt inhaltlich, aber ich denke, dass mit diesem Zitat gemeint ist, dass alles und jeder gleich ist, also eine "graue Einheitsmasse" und jeder der versucht sich darüber hinwegzusetzen, der anfängt zu zweifeln oder über bestimmte Dinge nachzudenken und sich dessen zu entziehen, wird dann als Einzelgänger da stehen. Also handelt er sich Probleme ein und geht so "freiwillig ins Irrenhaus", weil er mehr verliert als gewinnt, wenn er sich der "Herde" widersetzt.

Ich glaube das niemand wichtiger als der andere ist und wir alle insgesamt doch das gleiche wollen und das gleiche sind aber wenn man doch eine andere Meinung hat oder anders ist heißt es man ist verrückt

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Stammt dieses Zitat wirklich von Nietzsche? Im Web finde ich nichts wirklich. Kann auch sein, dass ich was übersehen habe.

Ich habe nur gelesen, dass dieses Zitat von Rechtsradikalen erfunden wurde. Nun bin ich keiner von den Menschen, die gleich alles Glauben, was sie lesen. Ich brauch mehrere Meinungen!

Ich möchte einfach nur Gewissheit, ob es halt von Nietzsche kommt? Ich brauch nämlich keine Zitate, die von Rechtsradikalen kommt! Darauf kann ich gern verzichten!

Kann mir einer meine Frage beantworten? Stammt es wirklich von Nietzsche, oder nicht?

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