Wie ist dieser Vers zu verstehen?

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5 Antworten

Hallo FAThemaGlaube,

Du begründest Deine Frage in einem zusätzlichen Kommentar mit den Worten „Habe eben absichtlich gesündigt darum . . .“

Das ist in der Tat eine sehr ernste Sache  -  und es spricht für Dich, dass Du Dich vergewissern möchtest, wie Dein zitierter Text zu verstehen ist.

Beachte daher bitte folgendes:  Nach Psalm 119:160 ist „die Summe deines Wortes Wahrheit“ (Schlachter Bibel)  und daher sollte man auch Deine Frage im Licht der gesamten Aussage des Wortes Gottes betrachten.

So sagte bspw. Jesus Christus einmal: „Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden“ (Matthäus 12:31).

(„Lästerung“  ist die Übersetzung des griechischen Wortes blasphēmía  und bedeutet u.a. lästerliches Reden und bezieht sich im Wesentlichen auf nachteiliges, verleumderisches Gerede, wie es bspw.  der Diábolos  bzw. „Teufel“ bzw. „Verleumder“ in die Welt hineingetragen hat.)

Schlussfolgerung aus Jesu zitierten Worten:  Einige und sogar schwere Sünden können durchaus vergeben werden, andere jedoch sind unvergebbar  -  und zwar sind es die „Lästerungen  gegen Gottes heiligen Geist oder Gottes wirksame Kraft.

Was bedeutet das?

Die Erklärung liefert der von Dir zitierte Text  -  wenn man genau hinschaut. Er macht nämlich deutlich, dass es von zwei Voraussetzungen abhängt, ob eine Sünde nicht mehr vergeben werden kann:

Zum einen heißt es ja einleitend:  „Wenn wir willentlich Sünde treiben . . .“ und zum anderen:  „nachdem wir die genaue Erkenntnis der Wahrheit  empfangen haben . . .

Die Bibel unterscheidet also „Sünde“ von  „Sünde treiben“!   Jemand, der willentlich etwas Böses  tut und nicht davon ablässt  handelt vorsätzlich. Er ist halsstarrig und oft verstockt und  eigensinnig  - er treibt Sünde.

Wer also (1.) solchermaßen willentlich und halsstarrig fortfährt, Sünde zu treiben und (2.) darin verharrt , nachdem er  eine gründliche Erkenntnis der biblischen Wahrheit erlangen durfte, dem wird nicht vergeben. 

Die Sünde an sich ist also nicht unbedingt ausschlaggebend dafür, ob sie vergebbar ist oder nicht, sondern ausschlaggebend ist der Herzenszustand oder das Maß der Vorsätzlichkeit.

Und nun gib bitte acht:  Wenn also ein Christ, der gesündigt hat, wegen seiner verkehrten Handlung tief beunruhigt ist, dann dürfte seine große Sorge darauf schließen lassen, dass er wohl eher keine unvergebbare Sünde begangen hat.

Zwei biblische Beispiele bestätigen dies  Verständnis:

Bestimmte geistliche Führer der Juden, die sich gegen Jesus stellten, begingen willentliche und somit unvergebbare Sünden, weil sie nämlich sowohl Gottes Wort und die Vorhersagen über den Messias kannten und auch immer wieder sehen konnten, dass Gottes heiliger Geist durch Jesus tätig war. Seine unzähligen guten Taten und die Wunder die er wirkte bezeugten, dass sein Vater im Himmel mit ihm war. Boshaft und trotzig schrieben diese Religionsvertreter seine Macht trotzdem und wider besseren Wissens dem Beelzebub oder Satan, dem Teufel, zu. Sie sündigten, obschon sie das unleugbare Wirken des Geistes Gottes mit eigenen Augen sahen. Daher begingen sie unvergebbare Sünden. Auf sie trafen also die schon zitierten  Worte Jesu  zu: „Wer immer . . . gegen den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, nein, weder in diesem System der Dinge noch in dem kommenden“ (Matthäus 12:22-32).

Das zweite Beispiel liefert uns David, denn an seinem Fall kann man deutlich ablesen, wie unser Schöpfer  über Sünde denkt und mit  welchem Unterscheidungsvermögen er differenziert.  So sichert er uns bspw. nach Psalm 103:14  zu,  dass er „. . . unser Gebilde sehr wohl kennt und eingedenk dessen ist, dass wir Staub sind . . .“.  Daher unterscheidet  er zwischen willentlichem Sünde treiben und den Fehlern und Schwächen,  die uns alle auf Schritt und Tritt begleiten   -  oder um es mit  Prediger 7:20 zu sagen:  „Denn da ist kein Mensch gerecht auf der Erde, der ständig Gutes tut und nicht sündigt.“

Im Fall Davids, des Königs von Israel,  wird das besonders deutlich: Er beging
Ehebruch mit Bathseba, der Frau Urias. Anschließend ließ er seinen Heerobersten Joab dafür sorgen, dass der Ehemann in einer Schlacht umkam (2. Samuel 11:1-27). 

Und das ist nur eine von einer ganzen Reihe von schweren Verfehlungen,
deren David sich schuldig machte. 

Warum bekundete Gott ihm gegenüber trotzdem Barmherzigkeit?

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Kommentar von Abundumzu
29.10.2016, 13:16

Warum  trotzdem Barmherzigkeit?

Hauptsächlich deshalb weil David seine Fehler stets einsah, sie tief bereute und alles in seiner Macht stehende tat, um seinem Schöpfer zu zeigen, dass er fest entschlossen war, künftig  auf Gottes Wegen wandeln

Echte Reue ist also unerlässlich, damit einem Christen, der auf Abwege geratenen ist,  Gottes Vergebung zuteil werden kann. Und Reue bedeutet „tiefes Bedauern über etwas, was man getan hat oder zu tun unterlassen hat und  von dem man wünschte, man könnte es ungeschehen machen, weil man es nachträglich als Unrecht, als falsch . . .empfindet“  (Duden, Deutsches Universalwörterbuch).

So also liest sich ein etwas vollständigeres Verständnis  „Deines“ Bibeltextes – und ich hoffe sehr, dass ich Dir damit etwas weiterhelfen konnte.

Alles Gute.

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Wenn man etwas absichtlich sündigt, hilft auch kein Opfer mehr, um zu sühnen. Das macht aber eigentlich der Vers bereits klar, wenn man den Kontext zur Bibel kennt.

Zudem bezieht es sich auf die Warnung in der Offenbarung des Johannes Kapitel 20, wonach beim Jüngsten Gericht jene, die nicht (mehr) im Buch des Lebens stehen, ein ziemlich krasses Urteil erwartet. 

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Kommentar von FAThemaGlaube
29.10.2016, 09:16

Habe eben absichtlich gesündigt darum

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Kommentar von FAThemaGlaube
29.10.2016, 09:17

wie meinst wider besseren wissens?

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Kommentar von FAThemaGlaube
29.10.2016, 09:21

Achso nein,also ich wusste das Gott nicht will das ich diese Sünde tue aber habe trotzdem gesündigt

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das ist nur etwas für alttestamentler

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Also ich versteh' das so: Die Wahrheitserkenntnis macht die Person nicht augenblicklich sündenfrei, sondern da ist noch eine Übergangszeit. Es gibt da noch eine Art "Restenergie", welche es ermöglicht willentlich weiter zu sündigen. Und so wie es scheint bewirkt die sündige Tat, die unter diesen Umständen begangen wird ein noch schelleres Voranschreiten des Umwandlungsprozesses.

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Habe es so verstanden:

Wenn du mit voller Absicht sündigst - obwohl du die Wahrheit kennst - dann werden dir am Tage des Jüngsten Gerichts, die größten Strafen auferlegt...

aber das ist ja eig. logisch aus religiöser Sicht :D

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