Wie ist die Rechtslage bei Brennen von CD´s?

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2 Antworten

Was darf ich brennen? Viele denken in Verbindung mit CD-Brennern sofort an Raubkopien, Software- und Musikpiraten. Nicht zu unrecht, denn der Musik- und Softwareindustrie entsteht durch illegale Kopien großer finanzieller Schaden. Aber was ist überhaupt erlaubt?

Ganz klar: Sachen, die du selbst erstellt hast - z.B. selbstgeschriebene Texte, die Eigenkompositionen deiner Band oder selbsterstellte Websites - darfst du natürlich brennen. Aber wie ist es mit Software, die du gekauft hast oder mit Musik-CDs?

Software Von gekaufter Software darfst du nur eine Sicherheitskopie erstellen, es sei denn, der Lizenzvertrag erlaubt mehr. Das bedeutet, dass du diese Kopie dazu einsetzen darfst, das gekaufte Programm auch weiter benutzen zu können, sollte die Original-CD beschädigt werden. Die Kopie darf jedoch nicht weitergegeben oder auf einem Zweitcomputer genutzt werden.

Anders ist es mit sogenannter Free- und Shareware. Hierbei handelt es sich um Programme, bei denen der Autor der Software ausdrücklich erlaubt, dass seine Software weiter verbreitet wird.

Musik Bei Musik hingegen ist mehr erlaubt. Du darfst von deinen gekauften CDs maximal 7 Kopien für den persönlichen Gebrauch machen. Ob du die Musik auf eine Kassette überspielst, auf eine CD brennst oder MP3s daraus machst, ist dabei ganz egal. Auch das Verschenken einer Kopie an Freunde fällt unter private Nutzung. Wenn du also deiner Freundin einen Sampler mit ihren Lieblinssongs mixt oder dein Freund sich deine frisch erstandene CD eurer Lieblingsband auf den MP3-Player überspielt, ist das OK. Nicht erlaubt sind hingegen größere Anzahl von Kopien oder gar das Verkaufen von kopierten CDs. Auch das Kopieren von Kopien ist verboten - deine Freundin darf also keine Kopien ihres neuen Samplers machen.

MP3 Auf dieser rechtlichen Grundlage basiert übrigens auch der Streit um MP3-Tauschbörsen im Internet. Da in solchen Tauschbörsen MP3-Dateien nicht nur in begrenzter Anzahl an die besten Freunde weitergegeben werden, sondern alle Nutzer Zugriff auf die MP3-Dateien haben, ist der Tausch von durch das Urheberrecht geschützter Musik illegal.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder Song, den ihr euch als MP3 aus dem Netz zieht, eine Raubkopie ist. Auf vielen MP3-Plattformen steht Musik zur Verfügung, die legal heruntergeladen werden darf; z.B. von Bands, die noch nicht so bekannt sind legst sie in das CD-Laufwerk deines Computers, drehst die Boxen auf -und nichts passiert. Ist der PC etwa kaputt, oder ist die CD nicht in Ordnung? Nein, das CD-ROM-Laufwerk deines Rechners kommt mit dem Kopierschutz der CD nicht zurecht.

Bisher gab es kopiergeschützte CDs nur im Softwarebereich. Doch weil die Musikindustrie meint, dass ihr Umsatz dank CD-Brennern und MP3-Tauschbörsen im Internet zu stark zurückgeht, beginnen nun auch die ersten großen Plattenkonzerne damit, ihre Produkte gegen Raubkopierer zu schützen. Leider verärgern sie damit vor allem dich als ehrlichen Käufer der CD. Nicht nur, dass du auch die Kopien für den Eigengebrauch, die rechtlich erlaubt sind, nicht mehr am Computer erstellen kannst - der Kopierschutz erweist sich gleichzeitig auch als ein "Abspielschutz": Er verhindert das Abspielen der Audio-CD mit den meisten CD- und CD-ROM-Laufwerken in PCs. Pech für alle, die ihren Rechner mit tollen Boxen ausgestattet haben, statt eine Stereoanlage zu kaufen! Aber auch manche tragbaren CD-Player, CD-Player im Autoradio oder DVD-Player kommen mit dem Kopierschutz nicht zurecht.

Und wie "schützt" der überhaupt? Fast alle verbreiteten Kopierschutzmechanismen funktionieren entweder, indem das Inhaltsverzeichnis der CD oder die darauf befindlichen Audiodateien verändert werden. Das CD-ROM-Laufwerk deines PCs entnimmt dem Inhaltsverzeichnis die Information, welche Art von Daten auf der CD sind (Audio- oder Computerdateien), und wo diese auf der CD zu finden sind. Wenn das Inhaltsverzeichnis aus Sicht des PCs nur unsinnige Informationen enthält, kann er die Dateien nicht abspielen. Bei der zweiten Variante wird direkt in die Audiodateien "Datenmüll" geschrieben, der das CD-ROM-Laufwerk so verwirrt, dass das Abspielen scheitert. Die meisten CD-Player kommen hingegen mit diesen CDs zurecht: Sie interessieren sich nicht für PC-Daten und können die kleinen "vermüllten" Stellen durch die Fehlerkorrektur ausgleichen. Ein DVD-Player, der ja neben Audio-Dateien auch andere Formate lesen können muss, oder ein Discman, der auch MP3-Dateien lesen kann, aber auch einige herkömmliche CD-Player können dabei Probleme bekommen.

Mangelhaftes Produkt Aber was kannst du tun, wenn du eine kopiergeschützte CD gekauft hast, mit der du nichts anfangen kannst, weil dein PC sie nicht schlucken will? Solange nicht von außen deutlich sichtbar auf der CD-Hülle darauf hingewiesen wird, dass ein Kopierschutz das Abspielen der CD z.B. im Computer verhindert, hast du gegenüber dem Verkäufer einen Gewährleistungsanspruch: Er hat dir ein mangelhaftes Produkt verkauft und muss es dir entweder durch ein fehlerfreies ersetzen (was ihm nicht gelingen wird, da ja eine CD nicht mal mit und mal ohne Kopierschutz verkauft wird) oder du bekommst dein Geld zurück. Steht jedoch ein eindeutiger Hinweis auf den Kopierschutz und seine Folgen gut sichtbar auf der Hülle, hast du keinen Anspruch auf Rückgabe, weil du die Warnung schon vor dem Kauf hättest lesen können.

Übrigens: Wenn es dir gelingt, eine CD zu kopieren, weil dein CD-ROM-Brenner in Kombination mit dem richtigen Brennprogramm den Schutz umgehen kann, ist das völlig legal - solange du die Kopien privat in dem Rahmen nutzt, der rechtlich erlaubt ist.

Super! Besser hätte nicht es auch nicht erklären können ;-)

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Also, ich finde die Erklärung nicht besonders, da sie ja ohne Urheber-Angabe geklaut ist.

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