Wie ist die Mykenische Kultur entstanden?

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2 Antworten

Für diese Frühzeit gibt es nicht viele Quellen, die Erzählungen in Mythen und Sagen sind hinsichtlich historischer Authentizität nicht sehr zuverlässig und enthalten keine genauen Datierungen.

Es hat in Griechenland eine vorgriechische Bevölkerung gegeben. Die zugewanderten Griechen haben sich mit dieser auch vermischt. Datierungen hängen stark mit der Deutung archäologischer Befunde zusammen. Die Zuwanderung hat wohl um etwa 2000 v. Chr. begonnen.

Nach einer älteren Auffassung geschah eine Einwanderung von Indogermanen nach Griechenland in festgefügten Stämmen und in großen Wellen, etwa 2000 v. Chr. die Vorfahren der Ionier, um 1600 v. Chr. die Vorfahren der Achaier und Aioler, um 1200 v. Chr. die Vorfahren der Dor(i)er. Neuere Auffassungen nehmen eine Zuwanderung in vielen kleineren Gruppen und über größere Zeiträume hinweg an, wobei die geschichtlichen griechischen Dialekte erst in Griechenland selbst entstanden. Die Einwanderer haben ihre Siedlungsgebiete danach eher nur begrenzt verlegt.

Die ansässige Bveölkerung ist mit den Zuwanderern anscheinend verschmolzen bzw. in ihnen aufgegangen.

Als Beginn der mykenischen Kultur wird gewöhnlich etwa 1700 v. Chr. oder etwa 1600 v. Chr. angegeben. Sie liegt in der späten Bronzezeit.

Wirtschaftliche Produktion, Handel und Verkehr haben sich ausgeweitet. Der Handel erstreckte sich vom Vorderen Orient bis ins westliche Mittelmeer. Vermittler in diesem Austausch waren Phöniker, Ägypter, Minoer, Seefahrer aus Griechenland, der Ägäis und Kypros. Es gab regionale Machtzentren. Der Titel der Herrscher (Könige), die vor allem Heerführer und Priester waren, lautete wohl wa-na-ka, ϝάναξ (daher kommt bei Homer der Titel ἄναξ). Es gab Arbeitsteilung und gesellschaftliche Schichtung, z. B. Unterscheidung in Krieger, Handwerker und Bauern. Die Menschen sprachen eine frühgriechische Sprache.

Es hat Kontakt mit der minoischen Kultur von Kreta, der ersten europäischen Hochkultur, gegebene und von dorther kamen Einflüsse. So wurde von der minoischen Kultur die Linear-B-Schrift übernommen (Texte auf Tontäfelchen sind gefunden worden).

Bücher enthalten Informationen, z. B.:

Detlef Lotze, Griechische Geschichte : von den Anfängen bis zum Hellenismus. Originalausgabe. 7., überarbeitete und erweiterte Auflage. München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe : Wissen ; 2014), S. 7 – 14

Wolfgang Schuller, Griechische Geschichte. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. München : Oldenbourg, 2002 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte ; Band 1), S. 4 – 5 und S. 101- 102

Karl-Wilhelm Welwei, Die griechische Frühzeit : 2000 bis 500 v. Chr. Originalausgabe. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2185), S. 7 – 28

Gerhard Hiesel, Mykemische Kultur und Archäologie. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Band 6: Mer – Op. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2000, Spalte 577 – 587 (Die mykenische Kultur wird als Kultur der späten Bronzezeit (16. – 11. Jahrhundert v. Chr.) auf dem griechischen Festland bezeichnet, die zugleich die Fortsetzung der minoischen Kultur im ganzen Bereich der Ägais ist.)

Also die Griechen sind der Herkunft nach Indoeuropäer, die um 1900 v.Chr. aus den baltischen oder kaspischen Regionen kamen. Die 1. Welle der Einwanderer umfasste die mit Thrakern vermischten Ionier und die nördl.(?) angrenzenten sprachlich ähnlichen Achäer. SIe haben ihre Herkunft nicht verleugnet, trotzdem verschmolzen sie mit den frühhelladischen Bewohnern zu einem Volk.

Die Unterworfenen nahmen dann die griech. Sprache an, die Eroberer bäuerl. oder städt. Lebensweise. Die kult. und polit. Vorherrschaft in der Ägäis lag damals aber bei Kreta, die Achäer (Aioler) waren dem zeitweise tributpflichtig. Ab ca. 1600 scheint Kreta (durch Erdbeben, Flutwellen?) in Kriesen geraten zu sein. 1500/1400 schüttelten die Achäer dann ihre Tributpflicht ab. Dann kam die Epoche der Vorherrschaft Mykenes in Kultur und Politik die durch starke Synthese griech. und kretischen war. Dennoch blieb Mykenes (noch sehr kriegerische -hohe Waffenschmiedekunst, strateg. Staßen, befestigte Paläste, Grabgewölbe). Ägypt. Einflüsse führten dann zur Übernahme von Streitwagen etc.

Die Staaten der Achäer, also die Kultur der Mykene, erstreckten sich dann irgendwann von Sizilien bis Zypern von Thessalie bis Anatolien. Um 800 v.Chr. war dann die diorische Einwanderung abgeschlossen. Siedlungs.-und Dialektgebiete hatten sich konsoldiert und bildeten ab da 4 Streife, die durch Kultur und Staaten der Achäer, Ionier und Dorer sowie den Nordwest- Griechen, die ihren indogerm. Charakter am meisten bewahrten geprägt wurden.

Wenn du mehr wissen willst: Stichpunkt : ägäische Kultur.

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