Wie ist der Zugewinnausgleich einer nicht verkauften Immobilie bei Scheidung zu beachten wenn nur ein Eigentümer Eigentümer ist?

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4 Antworten

Zugewinngemeinschaft (Normalfall)

Auf die Eigentumsverhältnisse kommt es nicht an und auch nicht ob das Haus verkauft wird; entscheidend ist nur, ob das Endvermögen größer ist als das Anfangsvermögen. der Ehegatte muß auch die Schulden nicht mitbezahlt haben.

Das Haus gehört zum Anfangsvermögen und damit auch zum Endvermögen. Beide Vermögen sind grundsätzlich mit dem tatsächlichen Wert festzustellen; das geht aber meist nicht.

Als Bewertungsmaßstab wird daher meist vom Verkehrswert (vermindert/vermehrt um Schulden/Restschulden oder sonstige Beträge) ausgegangen.

Schulden, die während der Ehe getilgt werden, erhöhen das Vermögen (Beim Anfangsvermögen wird es zunächst abgezogen) und wären bei einer Scheidung im Rahmen des Zugewinns ggf. ausgleichspflichtig, wenn das Endvermögen entsprechend höher wäre.

Wenn das Endvermögen höher als das Anfangsvermögen ist, dann stehen dem Ehepartner 50% des Zugewinns als Geldleistung zu.

Es findet allerdings keine gesonderte Betrachtung der Immobilie statt sondern alle Vermögenswerte werden zusammengefaßt (d. h. auch der andere Partner kann ja auch Vermögenszuwächse haben, die ausgeglichen werden müssen ) - per Saldo bleibt dann ein Betrag über, der ausgeglichen werden muß.

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Guten Tag,

in Ihrem Fall sollten Sie Folgendes beachten:

  1. Sie sind Alleineigentümer der Immobilie, die nach der Heirat erworben wurde. Sie sind alleiniger Darlehnsnehmer der Immobilienkredite. Damit gehört die Immobilie bei Berechnung Ihres Zugewinns in Ihre Aktiva und die Kredite in Ihre Passiva. In den Zugewinnausgleich fällt damit der Immobilienwert abzüglich Darlehn.
  2. Für den Zugewinnausgleich kommt es aber auch darauf an, ob Sie weiteres Endvermögen haben; und ob Sie Vermögen bei Heirat besaßen (sog. Anfangsvermögen) und ob Sie das noch nachwiesen können.
  3. Mehr zum Zugewinnausgleich können Sie hier nachlesen: https://www.lattermann-anwaltsbuero.de/vermoegensteilung-artikel/zugewinnausgleich-scheidung/.
  4. Mehr zur gemeinsamen Immobilie nach Scheidung können Sie hier nachlesen: https://www.lattermann-anwaltsbuero.de/vermoegensteilung-artikel/scheidung-haus/.

Viel Erfolg.

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Kommentar von coloneltw
07.09.2017, 12:34

Einen zugewinn werde ich vermutlich nicht leisten müssen, dafür hat sie zu schlechte Karten.

Vor der Ehe ist sie in priv. Insolvenz gegangen, die wärend der Ehe ausgeglichen wurde. Damit hat sie ein Anfangsvermögen von -12.000 € und ich ein pos. Vermögen von vielleicht 2.000 € (sofern ich dafür noch Nachweise finde.

Am Ende hat sie ein Vermögen von 1.700 € (Kaution ihrer Wohnung) und ich ähnlich.

Die Wohnung hat einen Verkehrswert von ca. 115.000 €. 92.000 € sind noch Schulden. Dazu kommen übrigen ehebedinge Kredite von 17.000 € und Bausparer in Höhe von 12.000 €.

Sofern möglich würde ich nochnoch Vorfälligkeitsentschädigung aus den Krediten (3.500 € und 1.500 €) sowie eine Nichtabnahmeentschädigung für ein Forwarddarlehen von 2.600 € als Abzüge angeben. Wenn ein Verkauf der Bude angenommen wird, müssen ja auch die Kosten in Abzug gebracht werden.

Zudem kommen weitere Kredite im laufe des Jahres hinzu (ehebedingt wegen Anwalts und Gerichtskosten sowie Renovierung der Wohnung).

Mein Auto konnte ich glücklicherweise über den Hausrat abwickeln - das zählt nun nicht mehr zum Zugewinn.

Mein Konto fahre ich langsam leer. Mein Sparen hört auf bzw. wird in Bar angelegt. Ich spare jeden Monat für die Autovers, Steuer, Reparatur, Betriebskostennachzahlung etc. - dafür hat aber keiner Verständnis, dass ich 12 Monate lang auf die Januarzahlung spare und ich müsste das schon im Unterhalt ber. Geld nochmal über den Zugewinn ausgleichen. Daher nur Bares ist Wahres.

Wenn ich also was ausgleichen muss, dann in einem geringen Maße. Ihre ständigen Gänge zum Anwalt in den letzten Monaten führten zu hohen Anwaltskosten auf meiner Seite, die meine Eltern glücklicherweise über ein Privatkredit beglichen haben.

Eine Frage bleibt jetzt noch. Mir wird ein hoher Wohnvorteil angerechnet. Im Trennungsjahr ist er ja noch 50 % aber nach der Scheidung wird es ja kriminell.

Dafür benötige ich eine Lösung - gerade weil es realistisch gesehen keinen Wohnvorteil gibt.

Szenario:

Meine Wohnung könnte man für ca. 700 € Kaltmiete vermieten. Man würde die Zinsen von 250 € und die nicht umlegbaren NK von 200 € in Abzug bringen. Ergibt einen Wohnvorteil von 250 €.

Was kann ich tun?

A: ich vermiete die Wohnung zu 700 € kalt.
Ich muss in eine andere Wohnung ziehen. In HH heißt das mind. 700 € Warmmiete. Mein Selbstbehalt (1.200 € wo 435 € Warmmiete inkl. sind) wäre also um 265 € zu erhöhen - der Wohnvorteil wäre damit weg.

B: ich verkaufe die Hütte und muss umziehen. 700 € warm unter dem geht nichts, wieder Erhöhung Selbstbehalt nur ohne die Mieteinnahmen und damit ohne Wohnvorteil

C: meine Idee
Wohnung in eine Firma übertragen, vermieten an meinen Vater, der mich wiederum kostenfrei wohnen lässt. Da es sich um Gewerbe handelt kann ich alle Ausgaben geltend machen inkl. Tilgung. Damit lägen Einnahmen der Firma und Ausgaben gleich und die Firma erziehlt keinen Gewinn der Unterhaltsrelevant wäre. Der Selbstbehalt bleibt bei 1200 €. Ich umgehe das Risiko einen Mieter zu bekommen der mich am Ende in die Insolvenz treibt. Gegen die Umsatzsteuer würde ich das Auto als Firmenwagen mit absetzen.

Nur wie bekomme ich die Wohnung in eine Firma übertragen ohne Grunderwerbssteuer zahlen zu müssen?

Einfach realistisch gesehen ergibt sich kein Wohnvorteil, da jede Warmmiete in HH meinen Selbstbehalt erhöhen würde. Es wäre einfacher, wenn die Gegenseite das einsieht und die Wohnung aus der Berechnung raus lässt. Im Zweifel muss ich vermieten und nach HH ziehen - aber es bringt der Gegenseite ja nichts.

Wenn ich umziehen muss, haben die Kinder bei mir kein Kinderzimmer mehr. Also die Gegenseite erreicht damit nur, dass meinen Kindern geschadet wird. Warum lässt der (Un)Rechtsstaat in D dies zu?

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Wenn sie Leistungen von der ARGE bekommt muss sie auf den Zugewinnausgleich bestehen. Evtl. Ist sie dann nicht bedürftig. Ausserdem musst du ihr im Trennungsjahr Unterhalt zahlen, wenn du kannst.

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dir gehörte die Wohnung bereits vor der Ehe, die Wohnung bleibt dir, nur der Wertzuwachs fällt in den Zugewinn. 

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Kommentar von coloneltw
02.03.2017, 08:56

Die Wohnung haben wir während der Ehe gekauft aber halt ich allein.

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