Wie ist der Rotkohl als Indikator?

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er verfärbt sich (aber nur wenn er noch roh ist) rot bzw. blau, je nach pH-Wert. Deshalb sind sich die Leute auch nicht einig, ob das Teil Rotkohl oder Blaukraut heißt.

Doch: In frischem Zustand, auch schon in unbearbeitetem Zustand, auch im Salat, der ja meist sauer angemacht wird, ist er also rot und roh und wird daher Rotkohl genannt.

wenn er jedoch zerschnitten und gekocht ist, verdunsten wohl die sauren Bestandteile (oder es wird etwas Natron zugegeben, um es weicher zu machen) und das Produkt färbt sich blau, daher wird es in verarbeitetem Zustand Blaukraut genannt.

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@chemieprofi01

Hierzu möchte ich auch wikipedia zitieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Rotkohl#Rotkohl_als_pH-Indikator

Regionale sprachliche Besonderheiten

Das Rotkraut besitzt eine Farbe, die genau zwischen rot und blau liegt. Im Mittelalter existierte noch kein Begriff für diesen Zwischenton. „Lila“ – ein Wort arabischen Ursprungs – kennt die deutsche Sprache erst seit dem 18. Jahrhundert, es gab nur die Volltonadjektive „blau“ und „rot“. In den deutschen Regionen fielen die Entscheidungen für den Rotkohl unterschiedlich aus. Das deutsche Sprachgebiet kannte im Süden vornehmlich das Kraut, im Norden eher den Kohl.

Rotkohl oder Blaukraut

Einerseits hängt die Grundfärbung des Gemüses vom Boden ab, auf dem es gedeiht: es wird erst durch den wasserlöslichen Farbstoff Anthocyan (ein Stoffwechselprodukt) blau. Diese Farbe ändert sich je nach pH-Wert des Bodens. Gerade in alkalischen Böden bekommt das Blaukraut eine besonders bläuliche Farbe. Eine eher rötliche Farbe bekommt das Blaukraut dagegen in besonders sauren Ackerböden.

Des Weiteren kann die Farbe während der Zubereitung beeinflusst werden. Durch die Zugabe von sauren Bestandteilen, wie etwa Essig, färbt der Kohl sich rötlich. Dagegen färbt sich das Gemüse durch die Zugabe von basischen Bestandteilen wie Backpulver (Natriumbicarbonat) oder Haushalts-Natron bläulich. Hierzu gibt es anschauliche Versuche.

Bezeichnungsvielfalt

Eine einheitliche deutsche Bezeichnung des Gemüses existiert nicht. Folgende Benennungen sind gebräuchlich:

Rotkohl: Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, nördliches Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen), Schweiz

Rotkraut: Mittel- und Südwestdeutschland (Sachsen, Thüringen, Hessen, Baden, Pfalz), Ostösterreich (Niederösterreich, Wien, Burgenland, Oststeiermark), Schweiz

Blaukraut: Süddeutschland (Württemberg, Franken, Bayern), Österreich (oben nicht genannte Länder), Schweiz

(Rot-/Blau-)Kappes: Nordrhein-Westfalen, Rheinland

Berücksichtigt wird hier das deutsche Sprachgebiet um 1900, welches hinsichtlich der regionalen Varianten mit dem heutigen weitgehend identisch ist. Jedoch gibt es, beispielsweise durch die Wirkung der Medien, Vermischungen in den Sprachregionen, in diesem Falle insbesondere zugunsten des „Rotkohls“ (so etwa in weiten Teilen Hessens).

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aber nur wenn er noch roh ist) rot bzw. blau

Falsch, um die Farbstoffe (besser) zu extrahieren, habe ich den zerschnittenen Rotkohl in Wasser einige Minuten ausgekocht.

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