Wie ist der Kommunismus entstanden?

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5 Antworten

Es gab recht viele Vordenker, z.B. Thomas Morus mit Utopia. Normalerweise bezieht man das auf Marx und sein Werk "das Kapital". Marx hat in England gelebt und dort das Leid der Arbeiter in der damaligen freien Marktwirtschaft mitbekommen. Und deswegen hat er versucht, ein theoretisches Konzept zu entwickeln, wie die Arbeiterschaft nicht ausgenutzt werden kann. Bei Engels weiß ich es nicht - sry.

Ich habe das Kapital selber nicht gelesen, aber es soll ganz und gar nicht eingängig sein. Deswegen zitieren die Meisten gar nicht aus dem Kapital selbst, sondern lesen Lenin, der Marx Thesen angeblich (wie gesagt, ich kenne die Primärquelle nicht) nicht unbedingt objektiv ausgelegt hat, aber wesentlich lesbarer geschrieben hat. Das hat ja auch Maos rotes Buch so bekannt gemacht: der Laie kann es lesen & verstehen.

Und im Prinzip gab es Kommunismus wesentlich früher, nämlich in allen Gesellschaften, die den Eigentumsbegriff nicht kennen (die Letzten heute sind glaube ich die San aus der Serengeti, die ihre Wasservorräte verstecken müssen, weil wer's findet darf's auch trinken). Allerdings funktionieren die Idealherrschaftssysteme (zu denen auch eine "unverfälschte Demokratie" gehört) mir nach nur in Kleingesellschaften, wo jeder jeden kennt und verwandschaftliche Verflechtungen existieren. Also so 50-Leute-Inseln. In den heutigen Großgesellschaften, wo nicht jeder jeden kennt kann das nicht funktionieren (Schau Dir mal Enemy at the Gates an, das ist 1. n super Film, und 2. stellt da der Politkommissar selber fest, dass Realkommunismus unmöglich ist). - Vgl. dazu PolluxHH's Kommentar.

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Kommentar von PolluxHH
04.02.2017, 16:36

[...] nicht unbedingt objektiv ausgelegt [...]

Ein herrlicher Euphemismus ... übrigens sehr lobenswert, hier zu benennen, die Originalquellen nicht zu kennen, das hebt sich äußerst positiv von den "modernen" Gepflogenheiten ab, die eher transitiv schließen gemäß "was ich meine, ist für mich subjektiv wahr, was für mich subjektiv wahr ist, ist auch objektiv wahr, damit ist die von mir gehaltene Meinung wahr und braucht nicht hinterfragt oder relativiert zu werden".

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Hier mußt Du unterscheiden zwischen der ideologischen Ableitung des Kommunismusses, die wirklich auf Marx und Engels zurückgeht, und Gesellschaftsformen, welche der letztlich sich nach Marx und Engels ergebenden Gemeinschaft auf sozialer und ethischer Ebene morphologisch entsprachen. Die Aussage, daß der Kommunismus schon vorher bestanden habe, ist sachlich falsch, da diesen damit angesprochenen Gesellschaften der intellektuelle Unterbau fehlte. Nicht selten waren es Gesellschaften auf steinzeitlichem Entwicklungsniveau. Die dort entstehenden Gefüge setzten aber eine geringe (überschaubare) Personenzahl voraus und fand im Sippenverbund statt und gesellschaftsprägend waren die direkte Abhängigkeit, die direkten sozialen Kontakte aller Mitglieder der Gesellschaft und die geringen Transaktionskosten bei der Entscheidungsfindung im Kollektiv. Dabei verliert sich diese Parallele regelmäßig, wenn man den Bezug zwischen zwei aufeinanderstoßende Sippen betrachtete.

Kommunismus aber abstrahiert von sozialen Kontakten und freundschaftlich- verwandtschaftlichen Bezügen, er wird zu einem System ausgeformt, in dem das Verhalten gegenüber anderen und der Gemeinschaft gerade nicht mehr über den konkreten Bezug oder subjektive Bezüge geprägt wird, sondern das Kollektiv bildet sich über das Bestreben des Einzelnen, sich zum Wohle der Gemeinschaft unterzuordnen.

Wenn Du dir die evangelische Freiheit der Christen betrachtest, stellt diese, da insbesondere auch auf eine abstrahierende Liebe abstellend, ein System dar, welches final morphologisch zu einem vergleichbaren Endzustand wie der Kommunismus führte, allerdings, da auf anderen ideologischen Grundlagen beruhend sowie einer anderen dialektischen Entwicklung (im Christentum wird stets auf eine Wandlung des Individuums abgehoben, Marx erörtert einen Wandel im Äußeren, der letztlich eine innere Wandlung in den Individuen auslöst), nicht als identisch zum Kommunismus zu bezeichnen wäre.

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Marx und Engels haben das Kommunistische Manifest geschrieben, wodurch der Kommunismus v.A. in der Arbeiterschicht des 19. Jahrhunderts populär wurde. Die Idee gab es schon im Ansatz in Thomas Morus' Utopie aus dem 16. Jahrhundert.

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Man kann nicht wirklich sagen dass der Kommunismus irgendwann "entstanden" ist. Tim Beispiel waren die Inkas um das Jahr tausend die kommunistischste Gesellschaft die wir heute kennen. Dieser Kommunismus ging sogar so weit dass es weder Geld noch sonstigen Besitz gab. Jeder bekam seine Ration essen und Entscheidungen wurden von Staat getroffen. Informiere dich auf Wikipedia oder in deinem Geschichte Schulbuch weiter darüber wenn du willst.

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Kommentar von PolluxHH
04.02.2017, 14:02

Echter Kommunismus aber kennt keine Obrigkeit, also auch keine Staatsgewalt ;)

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Kommentar von BaalAkharaz
04.02.2017, 15:14

Hatten die Inka nicht eine Art Kastenherrschaft mit der hegemonialen Dominanz über die Ethnien unter ihrer Fuchtel?

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Wo ist Dein Problem? Der Wikipedia-Artikel über Kommunismus ist doch klar strukturiert und sehr ausführlich, besser geht es ja wohl gar nicht?

https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus

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Kommentar von PolluxHH
04.02.2017, 14:13

Ein Grundproblem des Aufsatzes bei Wiki ist m.E., daß hier der Begriff Kommunismus retrograd morphologisch verstanden wird, wobei dann immer die Frage ist, was denn als strukturbildend für den Begriff des Kommunismusses zu betrachten sei. Letztlich wird alles in einen Topf geworfen, was nach "Kollektivbesitz" aussieht und unter Kommunismus zusammengefaßt. Dies wird nicht kritisch hinterfragt.

Weit besser wäre ein solcher Ansatz unter dem Begriff "Anarchismus" anzusiedeln, denn der "echte" Kommunismus kennt keine Staatsgewalt und ist damit eine Sonderform der Anarchie.

Es ist eine Definitionsfrage, zugegeben, aber genau diese Definitionsfrage ist bei der Fragestellung erheblich und wird bei Wikipedia komplett ausgeblendet (dabei auch nicht die Frage betrachten, bis zu welchem Grad einer morphologischen Ähnlichkeit man wirklich noch von Kommunismus sprechen dürfe).

Ich bin ein Verfechter der definitorischen Dominanz des den Begriff zuerst prägenden, hier Marx und Engels, was dann aber über die Morphologie auch Axiomatik und die die Gesellschaft zusammenhaltenden Bildungsprinzipien erfaßt. Auis dieser Perspektive aber ist der Artikel unter Wikipedia eher wenig brauchbar bis irreführend.

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