Wie ist das Zusammenleben der Religionen in China?


11.02.2020, 12:51

Und die Muslime

10 Antworten

Das ist heute im Prinzip immer noch so geregelt, wie es sich seit über 2000 Jahren bestens bewährt hat, also seit das chinesische Reich existiert und das orientiert sich am Konfuzianismus.

Demnach ist der Staat an sich atheistisch organisiert und orientiert. Religionen werden solange geduldet, wie sie reine Privatsache sind und keinerlei politischen Anspruch erheben. Sobald religiöse Gemeinschaften allerdings anfangen politisch aktiv zu werden, werden diese mit allen Mitteln unterdrückt. Die Gläubigen, die sich daran halten, haben naturgemäß auch keine Probleme im Umgang miteinander, da ihre Religion ja Privatsache ist und keinerlei Auswirkungen auf das politische bzw. gesellschaftliche Leben haben soll/darf. Dazu gehört eben auch der Verzicht auf Versuche der gegenseitigen Abgrenzung und Diskrimierung aus religiösen Gründen.

solange geduldet, wie sie reine Privatsache sind und keinerlei politischen Anspruch erheben

Da Zeugen Jehovas in jedem Land dieser Erde unpolitisch sind, niemals an Aufständen, Kriegen oder Umstürzen teilnehmen oder protestieren gehen, dürfte deiner Aussage nach, China kein Problem mit ihnen haben. Interessanterweise ist genau das Gegenteil der Fall!

https://de.bitterwinter.org/jehovas-zeugen-gejagt-und-ausgewiesen/

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@usercity

In dem verlinkten Artikel kommt klar heraus, dass die Aktionen insbesondere gegen ausländische Missionare gerichtet sind und offensichtlich auch überall, wo die Polizei einschritt, ausländische Missionare zugange waren. Es ist in der Tat so, dass China in religiösen Dingen keinerlei Einmischung durch Ausländer duldet. Damit wäre dann schon der Grundsatz "Religion ist Privatsache" durchbrochen.

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Religion spielt in der Gesellschaft kaum eine Rolle, da 95% der Chinesen keiner Religion angehoeren.

Wer einer Religion angehoert, der lebt diese im Stillen aus und stellt sicher, dass der Glaube nicht mit der Linie der Politik in Konflikt geraet.

Glaubensrichtungen, die oeffentlich ausgelebt werden und Einfluss auf das oeffentliche Leben nehmen wollen - wie vermehrt der Islam - werden vom Staat in die Schranken verwiesen.

Terrorismus wie religioes motivierte Anschlaege und auch Separationsversuche wie bei den Uiguren werden zu Recht auf das Schaerfste bestraft.

Hier liest du:

https://blog.chinatours.de/2018/11/25/religion-in-china-eine-bunte-vielfalt-uber-buddhismus-taoismus-oder-islam/

Wichtig ist zu verstehen, dass sich aus der chinesischen Kultur und Zivilisation heraus (beide bestanden schon und waren schon hochentwickelt, da hat noch kein Mensch an Jesus und die anderen Götter der heutigen Glaubensvielfalt gedacht) kein Gottesglaube wie hier im Abendland entwickelt hat und als Nonplusultra des menschlichen Miteinanders und als alleinige moralische Wegweiserinstanz sowie des Intellekts betrachtet wird.

Es gab einen entwickelten Volksglauben, die entsprechenden Götter wurden auch zur Verantwortung gezogen, wenn sie die Gebete nicht erhörten (und ihre Nachbildungen auch schon mal aus Enttäuschung ins Feuer geschmissen) - nicht wie in den monotheistischen Religionen, in denen der Gott nur und ausschließlich schön geredet werden darf und Kritik an ihm als Sakrileg und "Sünde" gilt.

Da sich Christen, Buddhisten, Juden usw. als "Fremdlinge" breitgemacht haben und sehr oft sich dort genau so miserabel wie überall in der Welt benahmen, wurden und werden sie eben auch heute noch, mehr oder minder stark, als "Fremdkörper" behandelt.

So, so, dann sind die christlichen Chinesen also selber schuld, wenn in diesem Unrechtsstaat ihre Kirchen verboten und zerstört werden und sie für viele Jahre im Gefängnis oder Lager landen?

Wegen ihres schlechten Benehmens also?

Dein Beitrag ist menschenverachtend. Aber egal, Hauptsache, Du kannst auf Christen und andere religiöse Menschen verbal einprügeln. So kennen wir Dich. Hast Du schon mal unser Grundgesetz aufgeschlagen? Oder wünschst Du Dir auch chinesische Verhältnisse?

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@AdamundEvi
  • chinesische Verhältnisse?

Ich sage es nochmal und kannst es nochmal löschen lassen:

rede nicht über Dinge, von denen du keine Ahnung hast!

Da ist niemand "schuld". Das genau ist wieder eine typisch christliche Terminologie! Das Christentum, der Buddhismus, Lamaismus und Hinduismus haben für die Entwicklung der chinesischen Gesellschaft keinen bzw. nur einen graduellen Fortschritt gebracht. Letztere war schon hochentwickelt, da hatten sich die entsprechenden Gottesfanatiker noch nicht ein bisschen ihre "Heiligen" und jeweiligen Religionsstifter ausgedacht!

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Taoisten, Konfuzianer und Buddhisten leben seit Jahrhunderten friedlich nebeneinander. Sie ähneln sich in einigen wesentlichen Punkten. Der Islam ist als monotheistische Gesetzesreligion mit politischem Herrschaftsanspruch ganz anders. Er lehnt die drei anderen polytheistischen Religionen (z. T. auch Religionen ohne Gott) strikt als "Götzendiener" oder "Atheisten" ab. "Götzendiener" haben nach islamischer Lehre eigentlich kein Lebensrecht und stehen noch weit unter Juden und Christen, den anderen Ungläubigen. Eine Heirat zwischen Muslim und "Polytheistin" ist verboten, andersherum ohnehin. Der Islam hat keinen Zugang gefunden zum Haupstrom chinesischen Denkens und ist eine Sache von zentralasiatischen Völkern wie den Uiguren.

Dein erkennbarer Zugang zu chinesischem Denken eröffnet Verständnis dafür, dass in den Umerziehungslagern zahlreiche Uiguren gefangen gehalten werden und ein Klima der Denunziation und Verdächtigung herrscht, Uiguren bei Demonstrationen erschossen und andere hingerichtet werden.

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