Wie ist das Vorgehen bei Privatinsolvenz?

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4 Antworten

Wie die Vorredner empfehle ich die Schuldnerberatung bei der Caritas, weil die nichts kosten. Ihr könnt aber bzw. solltet vorarbeiten und dazu muss Dein Bruder absolut ehrlich sein. Stellt sämtliche Unterlagen über die Forderungen (Schriftverkehr etc.) ordentlich zusammen. Macht eine Liste über die Verbindlichkeiten. Stellt eine weitere Liste mit den monatlichen Ausgaben zusammen. Kündigt sämtliche Sachen, die nicht gebraucht werden. Dann rechnet aus, welcher Betrag für die Tilgung der Verbindlichkeiten noch bleibt. Diesen Betrag rechnet Ihr prozentual für jeden Gläubiger bzw. für jede Verbindlichkeit um und unterbreitet den Gläubigern, ab sofort Summe X zu überweisen mit Hinweis auf die gesamte Situation. (Die Schuldnerberatung macht nichts anderes.) In der Regel werden sich die Gläubiger kaum mit den angebotenen kleinen Raten zufrieden geben und so wird ein Mahnbescheid nach dem nächsten ins Haus flattern. Jeder will nun möglichst seine Forderung an erster Stelle stehen haben wollen und sich die Eintreibung der Forderung auf 30 Jahre sichern wollen (Verjährungsfrist). Über die Schuldnerberatung kann Privatinsolvenz beim zuständigen Amtsgericht angemeldet werden. Bei der Privatinsolvenz zahlst Du dann 7 Jahre lang alles bis zur Pfändungsgrenze und wenn Du nebenher arbeiten gehst ist das auch sofort weg. Das wird Dir die Schuldnerberatung sofort sagen. Wenn die Insolvenz bewilligt wird, werden das 7 lange harte Jahre - dann ist Dein Bruder aber schuldenfrei. Rechnet das für Euch mal aus, ob sich das rechnet. Das Unschöne an der Sache ist, dass viele Firmen mit Verschuldeten nicht gerade zimperlich umgehen. Oftmals werden sie aus irgendwelchen Gründen gekündigt. Vielleicht kann durch die Hausbank eine Umschuldung vorgenommen werden?!

Saus DonChaos(Mozartfan?) Geh zur Schuldenberatung, meist Carritas oder ähnliche, auch das Arbeitsamt unterhält mancherorts eigene Beratungsstellen. Die helfen dir auf jeden Fall weiter. Finger weg von privaten Schuldenberatern, kostet wirklich viel Geld und bringt absolut null, eine Schuldnerberatung kostet nichts!!! Hoffe dir oder deinem Bruder geholfen zu haben mfG Achim

Grüße - na, das kann jedem mal passieren. Erster und wohl komplikationslosester Schritt wäre der Besuch bei einer Schuldnerberatung in der Nähe. Wo sich die nächste befindet, kriegt man über die Verbraucherzentralen raus. Dann ist ein riesiger Wust von Papierkram zu bewältigen. Ein Anwalt oder Notar des Vertrauens ist Gold wert. Ein bischen Kohle für die Beamten (selbstverständlich laut staatlicher Gebührenordnung ;-) ist schon mal bereitzulegen...

Kleiner Tip: Eine Privatinsolvenz im benachbarten Frankreich (EU-Mitgliedsland!)ist wohl schon in einem Bruchteil der "Bewährungszeit" deutscher Privatinsolvenzen ausgestanden.

Ich sag' mal so: Wo nichts ist, kann Dir auch keiner was wegnehmen...

Claudia hat das sehr gut und vollständig beschrieben.

In einem Punkt ist sie allerdings nicht auf dem neuesten Stand: Die "Wohlverhaltensphase" beträgt inzwischen nur noch sechs Jahre.

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