Wie ist das mit Frequenz und Leistung beim Kraftwerksverbund?

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6 Antworten

Warum sagst du, ein Kraftwerk beziehe Leistung? Es soll doch Leistung liefern.

Wenn der Leistungsbedarf auf Verbraucherseite steigt, ja, dann sinkt vorerst kurz die Netzfrequenz. Also "bei allen" Kraftwerken.
Dieses Absinken muss dann aber von allen ins Netz speisenden Kraftwerken sofort wieder ausgeregelt werden, indem sie eben mehr Leistung auf die Turbinen lassen und damit auch die angeforderte Leistung zusätzlich ins Netz geben.

Beim Zusammenschalten von Kraftwerken muss das neue Kraftwerk mit Spannung, Frequenz und Phasenlage exakt aufsynchronisiert werden, bevor es ans Netz geht.

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In einem Verbundnetz wird das Netz von vielen einzelnen Kraftwerken "gestützt". Daher muß die Netzfrequenz absolut synchron sein (50Hz). Wird ein Kraftwerk zu Revisionszwecken vom Netz genommen, muß es, wenn es wieder ans Netz gehen soll, aufsynchronisiert werden und darf erst dann an das Netz geschaltet werden, wenn die Frequenz von Kraftwerk und Netz absolut synchron sind... sonst zerlegt es die Turbine und Du kannst, wie in Holland passiert, Turbinenschaufeln noch nach 10km Entfernung finden.

Wird aus dem Netz Leistung entnommen, so sinkt erst mal theoretisch die Turbinendrehzahl... genauso wie beim Fahrrad- Dynamo: Hängt eine Birne dran, dreht er sich schwerer!. Auf das Kraftwerk bezogen heisst das, dass etwas mehr Dampf in die Turbine gelassen werden muß, dass sie wieder mehr Kraft hat und die Drehzahl ausgleicht. ... theoretisch... denn aufgrund des Verbundnetzes wirst Du sowas mit nur einem Verbraucher nicht schaffen.

Die Drehzahl der Turbinen werden also durch Regelung konstant gehalten... geht sie etwas runter, wird mehr "Gas gegeben" bzw. geht sie rauf, wird "Gas zurückgenommen". Sinkt die Netzfrequenz, wie schon von einem anderen User geschrieben, auf unter 48Hz, schaltet sich das Kraftwerk selbstständig vom Netz. Gleiches passiert bei einer Netzfrequenz von 50Hz + X .

Mfg

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Wenn bei einem einzelnen Generator ohne frequenzstützende Maßnahmen die Belastung steigt, sinkt natürlich die Frequenz.

Im Verbund dagegen müssen alle Generatoren vollkommen synchronisiert werden auf eine gemeinsame Frequenz, um ein technisches Chaos zu vermeiden. Die Einzelleistungen der Kraftwerke addieren sich im Verbundnetz selbstverständlich so ähnlich wie die Heizleistungen mehrerer Öfen.

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Kraftwerke liefern nur mehr oder weniger Leistung. Nur die Verbraucher beziehen Leistung. Je mehr sie beziehen, desto tiefer sinkt die Frequenz. Also müssen dann die Kraftwerke 'Gas geben', indem sie mehr Leistung liefern oder es müssen Kraftwerke zugeschaltet werden.

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korrekt. Wenn die Frequenz aufgrund Überlast einen bestimmten Wert unterschreitet (bei uns ca. 48,.. Hz), dann werden einzelne Kraftwerke vom Netz getrennt

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stell dir mal den kraftwerkverbund so ein wenig vor, wie das Tandem der sieben Zwerge.

jeder der Zwerge ist ein Kraftwerk, die Tretkurbeln sind die Generatoren  und die Kettenmimik unten ist der Leitungsverbund...

tritt einer der Zwerge kräftiger, also zu heftig, dann treibt er so zu sagen die anderen Zwerge mit an.

in geringem maße ist das generell so, so genau kann man garnicht syncron treten. selbst zu zweit nicht. ich weiß das, weil ich schon Tandem gefahren bin. ein befreundes zwillingspärchen hat eines.  nur wenn eben ein erzeuger aus dem ruder läuft, dann muss er abschalten um zu vermeiden, dass das Netz "überdreht" wird...

lg, Anna

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