Wie ist das mit der ärztlichen Schweigepflicht?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Zur Frage wie weit Ärzte verpflichtet sind Auskunft an Eltern zu geben, gibt es immer wieder Fragen und Diskusionen. Um dazu bei zu tragen dieses Thema Eindeutig zu erklären, hier mein Hinweis.

Entscheidend dabei ist die Einsichtsfähigkeit des Jugendlichen. Nicht das Wunschdenken der Eltern.

Und wie man an einigen Antworten (hier auf gutefrage.net) sehen kann haben viele Eltern / Erziehungsberechtigte immer noch die Ansicht: "Wenn du Volljärig bist ...". Oder "Bis 18 bestimmen wir ...".

Das sie damit verstaubte Ansichten haben, die mehr als 10 bis 25 Jahre hinter der Gesetzgebung des Kinder- und Jugendrechts und vieler anderer Bestimmungen, hinterher hinken, ist Schade und traurig.

Aber das ist Deutschland 2011 aktuell.

Die Gesetzgebung und das Bundesverfassungsgericht sagen folgendes dazu:"Die noch vereinzelt vertretene Ansicht, bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen bestehe keine Schweigepflicht gegenüber Eltern bzw. gesetzlichen VertreterInnen oder Schweigepflichtsentbindungen gegenüber Dritten könnten nur von den Eltern erteilt werden (z.B. Berns 1998, S. 412) ist insoweit unzutreffend, als sie pauschal für Minderjährige formuliert wird.

Zwar besteht eine aus dem Erziehungsrecht der Eltern (vgl. Art 6 Grundgesetz, §§ 1626, 1631 Bürgerliches Gesetzbuch) abgeleitete Offenbarungspflicht der schweigepflichtigen Personen im Hinblick auf die ihnen von Minderjährigen anvertrauten Informationen, diese ist jedoch durch das Selbstbestimmungsrecht des Kindes – welches ab dem 14. Lebensjahr einsetzt – begrenzt (vgl. Pulverich 1996, S. 273; BverfG 1982, S. 387 ff).

Da die hierfür notwendige Einsichts- und Urteilsfähigkeit in diesem Alter in der Regel vorliegt, ist die Weitergabe von Informationen und Geheimnissen an Eltern oder dritte Personen nur mit ihrer ausdrücklichen oder konkludenten Einwilligung zulässig. Der verfassungsrechtlich geschützte Informationsanspruch der Eltern (abgeleitet aus Art. 6 Abs. 2 Satz 12 Grundgesetz) tritt hier mit der zunehmenden Fähigkeit des Kindes über die es betreffenden Angelegenheiten selbständig zu bestimmen zurück.

In Ausnahmefällen wird man dies auch für jüngere Kinder annehmen können, wenn durch die Information der Eltern oder eines Elternteils das Kindeswohl gefährdet ist. Dann "(...) kann es im Interesse des Kindes geboten sein, daß der Berater auch den Eltern gegenüber schweigt, um den Heilerfolg nicht zu gefährden und das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und dem Kinde nicht in Frage zu stellen" (BverfG 1982, S. 384)"

Auch ob der Patient überhaupt da war, darf der Arzt nicht sagen..... ;"

Ein schutzwürdiges Geheimhaltungsinteresse wird in Rechtsprechung(OLG Karlsruhe v. 11.08.2006, 14 U 45/04) und Literatur überwiegend auch schon für den Namen des Patienten sowie für die Tatsache angenommen, dass jemand überhaupt einen Arzt konsultiert hat."

Jeder Arzt, der gegen § 9 BO verstößt, kann vom Berufsgericht zu einer Warnung, einem Verweis, einer Geldbuße bis zu 50.000,-- € sowie der Aberkennung der Mitgliedschaft und des aktiven und passiven Wahlrechts in die Organe der Ärztekammer verurteilt werden.

Ich denke da kann nichts weiter interpretiert werden. Es belegt aber das diese vor mehr als 25 Jahren getroffene Rechtsprechung vielen Eltern bzw. gesetzlichen VertreterInnen nicht bekannt ist. Und das heist sie sind diesbezüglich auf einem Stand von vor ¼ Jahrhundert.

Du wirst um die Auskunftspflicht des Arztes gegenüber Deinen Eltern nicht herum kommen. Du bist erst 14 Jahre und Deine Eltern sind Dein Vormund, bzw. gesetzliche Vertreter.

§203 StGB macht bei Eltern keine Ausnahme. Der Arzt würde eine Straftat begehen.

0

Die Schweigepflicht nach §203 StGB ist schnell erklärt: Sie verbietet betroffenen Personen bestimmte Dinge zu verbreiten. Welche Personen trotzdem imformiert werden dürfen ist schnell gesagt: Keine.

Ein Arzt darf nichtmal einem anderen Arzt sagen was der Patient hat, selbst wenn z.B: ein Notarzt an der Krankenhaus übergibt.

Natürlich wird das in der realität gemacht, weil man davon ausgeht das der Patient einwilligen würde wenn er könnte. Denn es ist ja in seinem interesse.

Genauso würde man z.B: die ELtenr infoermieren wenn ihr Kind nach einem Unfall im KH liegt oder wnen es bei einem Arzt behandelt werden darf.

Kinder können das idR noch nicht überblicken, daher unterstellt man das die Eltern das entshceidne dürfen.

Je nach Raife des Kindes (Ab 14 ganz sicher) kann das aber seblst entscheiden und wenn es auch noch ausdrücklich darauf hinweißt darf der Arzt nichts sagen.

Ein Arzt hat die allgemeine Schweigepflicht, bei Minderjährigen jedoch muss(bei Verletzungen durch z.B. Gewalteinwirkung,etc.) er die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten informieren. Die Schweigepflicht ist so: Der arzt darf nicht sagen: Peter soundso aus der xy-Straße war bei mir und der hatte das und das. ER darf nur sagen: Ich hatte einen Patienten... ohen Namen halt. Aber bei den Eltern gilt das nicht wegen der oben genannten Gründe.

Nur wenn man davon ausgehen kann das es im SInne des Kindes it darf der Arzt etwas sagen. Also wenn es nicht entscheiden kann, sei es weil es mit 5 nicht kann oder weil es nach einem Unfall mit 17 bewusstlos ist.

0
@Aronphoenix

Genau, aber wenn du dem Arzt etwas persönliches anvertraust, darf er es deinen Eltern nicht sagen.

0

Wenns um persönliche Dinge geht, muss er schweigen. Aber wenn du z.B. nach einem Bluttest AIDS haben solltest MUSS er ja wohl deine Eltern informieren ^^

Was möchtest Du wissen?