Wie ist das einer Sekte beizutreten?

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3 Antworten

Es gibt natürlich Sekten, die schränken einen zwar sehr stark im Privatleben ein, lassen einen aber auch mit relativ wenig Widerstand aussteigen. Beispiele dafür wären z.B. die Mormonen. Hier wird man nach Austritt, oder wenn man nicht mehr (regelmäßig) zu den (meist täglichen) Versammlungen kommt, noch monatelang von beauftragen Mitgliedern besucht und angerufen, muss jedoch nicht um sein Leben oder Geld bangen.

Genauso gibt es aber auch solche, von denen man nicht mehr loskommen kann, oder höchstens mit utopisch hohen finanziellen Mitteln, wie Scientology. 

Mein Vater hatte kurze Zeit Kontakt zu den Freimaurern. Er erhielt monatelang Morddrohungen. Obwohl er der Gemeinschaft gar nicht beigetreten war.

Eine Freundin ist als Kind von Zeugen Jehovas aufgewachsen. In der “Sonntagsschule“ wurde die Kinder, je nach Häufigkeit und Schwere ihrer “Sünden“ der vergangenen Woche (durch die Eltern protokolliert) mit Stöcken “gezüchtigt“. Auch die körperliche Züchtigung durch die Eltern wurde begrüßt. Sie konnte sich von der Kirche lösen, weil sie selbst noch kein Mitglied war. Sie zog dafür aber auf Anraten in eine andere Stadt.

Ich selbst war Mitglied bei den Baptisten, die heute nicht mehr als Sekte gelten, sondern als Freikirche anerkannt sind. Dort wurde man aufgefordert, so viele Angebote und Aufgaben wahrzunehmen, dass man keine Zeit mehr hatte für ein Leben außerhalb der Gemeinschaft. Wer dennoch “weltlichen“ Hobbys nachging oder “ungläubige“ Freunde hatte, war dadurch Außenseiter. Trotz aller Nächstenliebe, die gepredigt wurde, reichte die nur bis zu den Kirchenmauern. Ich selbst wurde endgültig aus der Gemeinschaft verstoßen, als mit 17 Jahren meine Schwangerschaft deutlich sichtbar wurde.

Bevor man sich von einer Gemeinschaft einlullen lässt, sollte man dringend über sie recherchieren, Wikipedia ist hierfür meist ein guter Anfang. 

Absolut NICHT aussagekräftig sind die eigenen Webseiten der Sekten, diese sind immer sehr einladend gestaltet und vermitteln den Eindruck, dass es in dieser “Kirche“ vollkommen friedlich, fürsorglich und gerecht zugeht. Der Ku-Klux-Klan zum Beispiel ist sicherlich jedem ein Begriff. Die Gemeinschaft präsentiert sich engelsgleich, doch in Wahrheit quälen und morden die Anhänger Afroamerikaner, und zwar organisiert und unaufhaltsam.

Am besten lässt man es einfach von vornherein bleiben.

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Kommentar von MLPxLuna87
02.10.2016, 07:54

Danke, mal ein guter Beitrag. Erfahrungen wollte ich ja hören. Da gibt es also niemanden denen man beitreten kann ?

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Erstmals glaubst du ja nicht einer Sekte beizutreten. Du hältst - zumindest das was du bemerkst - für richtig und gut. Das böse Erwachen kommt erst später.

Dir wird sehr viel Aufmerksamkeit entgegengebracht, was deinen positiven Eindruck noch verstärkt. Dir wird oft auch wirklich geholfen und so gerätst du immer weiter in eine Spirale hinein. Die stattfindende Gehirnwäsche tut noch ein übriges dazu und schon bist du tiefer drinnen, als du anfänglich wolltest.

Austritt ist oft nicht so einfach, hängt aber von der Gruppe ab. Im besten Fall wirst du noch monatelang angerufen oder besucht. Im schlimmsten Fall wirst du ermordet. Das hat auch schon stattgefunden. Manchmal werden aber bei einem Austritt horrende Summen gefordert, die aber (zumindest bei uns) gerichtlich nicht durchsetzbar sind, sondern nur der Einschüchterung dienen.

Lies doch einmal das Buch 'Das eiskalte Paradies'. Das ist zwar ein Erfahrungsbericht von den Zeugen Jehovas, aber die Mechanismen spielen sich überall ähnlich ab. Über Scientology gibt es auch ähnliche Bücher, aber meist nur auf Englisch.

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Alles ist die Sekte

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Kommentar von MLPxLuna87
02.10.2016, 06:23

Aha. Bin jetzt schlauer. Nicht.

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