Wie Innere Kraft bekommen?

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3 Antworten

Hallo Glycie :)

Was mir immer wieder auffällt ist, dass "aktiv bleiben" ein sehr wichtiger "Anker" ist. Das heißt, Themen/Aktionen/Herausforderungen/Tagesabläufe finden, die Dir gut tun. Einen 'Sinn im Leben' verschaffen.

Was die Frage aufwirft, was denn der Sinn des Lebens ist. Einige sagen "sich fortzupflanzen". Andere "einfach zu leben" oder "es gibt keinen". Aber weißt Du.... jeder Mensch entwickelt sich. Ohne Leistungsorientierung. Sondern ganz persönlich, individuell.

Dass Du bereits früh den Gedanken gehabt hast, dass Du 'keine Zukunftsperspektive' hast, zeigt im Prinzip nur, dass Du entweder ohne Orientierung innerhalb des Lebens oder auch in Deinem Sein ausgesetzt wurdest. Andernfalls werden Träume, Hoffnungen, Ziele entwickelt. Ganz bestimmt gibt es auch noch andere Gründe, die dazu führen. Was ich mit dem Beispiel sagen mag: es kann sich ändern. Dein Leben kann sich ändern, wenn Du Dich auf dem Weg machen magst.

Schau was Dich so 'lähmt'.
Du schreibst, dass Du
[finanzielle Absicherung]
noch länger ALG beziehst. obwohl Du Dich gar nicht arbeitsfähig fühlst, bzw. eingeschätzt wirst (Du schreibst "noch lange beziehst Du das). Dies kann Druck erzeugen. Eventuell wäre es eine Überlegung wert, in die "Grundsicherung für Alter und Erwerbsminderung" zu beantragen, falls ein Rentenbezug ausgeschlossen ist. Damit Du aus der "Bewerberpflicht" und dem Druck dessen heraus kommst. Aber vorsicht, wenn der Antrag genehmigt wird, dann kann es erneut runterziehen, weil dann vielleicht Gedankengänge auftauchen würden, wie "gesellschaftlich unfähig" oder "abgschobensein" oder so. Daher ist Eigeninitiative umso wichtiger. Die ganze Situation als Chance sehen - und nutzen!

[innere Gleichgültigkeit]
Dich interessiert nichts... weder Dein Sein, Deine Existenz, Dein Beruf. Dennoch hast Du gleich am Anfang geschrieben, dass Du versuchst, den Depressionen entgegenzuwirken. Nun heißt es zu überprüfen, ob Du den Anfang so formuliert hast, um 'anderen' (uns) zu beweisen, dass Du an Deiner Lage etwas ändern magst oder ob Du es tatsächlich möchtest. Ich denke schon, dass Du etwas ändern magst. Auch, wenn Du es nicht so formuliert hättest. Schließlich fragst Du hier um Unterstützung..... und meistens, wenn die Antworten nicht umgesetzt werden, so heißt es nur, dass die "Schlüsselantworten" nicht dabei gewesen sind. Hier kann es hilfreich sein, eine eigene Antwort zu formulieren. Also die Frage nicht auf Dich beziehen, sondern was Du antworten würdest, wenn Du diese Anfrage hier liest.....

[vollkommene Energielosigkeit]
eventuell auch eine Form von Resignation!?
Hierbei kann eine Überforderung eine Rolle spielen. Das heißt: sich immer wieder zu etwas zwingen, obwohl der Körper nach etwas anderem sucht... obwohl dieser etwas anderes braucht, daraufhin entsteht enorm viel Verzweiflung.  Antriebslosigkeit, Hilflosigkeit, Wut, Müdigkeit,.... Willenlosigkeit. Schließlich werden die eigenen Bedürfnisse immer und immer wieder überhört.

Kennst Du Deine Bedürfnisse? Kennst Du Deine Vorlieben, das, was Dich glücklich macht. Durftest Du dies für Dich herausfinden? Die Suche kann auch jetzt noch stattfinden. Damit meine ich auch "kleine" Lichtschimmer... also zum Beispiel einen gespiegelten Regenbogen oder ohne Socken/Schuhe über die nasse Wiese laufen oder den Wind spüren dürfen, sich auf diesen einlassen können. [....] Ganz egal was.

[Beruflich]
hier gibt es die Möglichkeit eventuell eine Tagesstätte zu besuchen. Wo Du unter Menschen bist, auch Unterstützung mit sozialen Angelegenheiten erfahren darfst und mindestens 3 Mal/Woche mindestens 3 Stunden dort sein darfst.

Ebenso dann die Begegungsstätten, diese werden meist vom Sozialpsychiatrischen Dienst oder einer Beratungsstelle angeboten. Diese hält Angebote bereit, Richtung Kunst, Bewegung, Gedächtnistraining, kochen/backen z.T. Musik und Sprachen. Kostenlos und (meist) ohne Anmeldung.   Dort besteht auch die Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen (oder auch nicht).



[Abschließend]
weil bei Dir ganz viele Themen vorhanden sind (psychische Belastungen, Wohnungssuche, (Therapiesuche),  Ängste Zukunft und so weiter. Vielleicht magst Du diese Herausforderungen strukturieren. Schreiben, wie Du zum Ziel kommen kannst. Was Du Dir überhaupt vorstellst. Zeiten aufschreibst. Für Deine Sachen eintretest. Du darfst stolpern, hinfallen, es darf wehtun. Sehr viel wehtun. Und dann aber wieder aufstehen. Weil Du Dir wichtig bist. Weil in Dir die Kraft und Energie steckt, dass Du Deine Ziele verwirklichen kannst. Du hast Ziele... auch, wenn Du diese vielleicht nicht als solche annehmen/ansehen kannst.

Neue Wege wagen.

Schau mal bei Amazon unter Byron Katie in die Rezensionen. Vielleicht ist das was für Dich. Handeln und auch Nicht-Handeln folgt Gedanken. Die musst Du überprüfen, denn Du nicht-handelst automatisch. Gedanken, dann Worte, dann Handeln. Man kann sein Handeln nicht ändern, wenn man seine Gedanken nicht ändert. Aber seine Gedanken kann man nicht ändern. Man kann sie nur überprüfen. Das ist ein Weg dahin. 

Liebe Grüße

In deiner Verfassung kannst du dich nicht alleine aufbauen. Du brauchst einen Psychiater.

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