Wie hoch muss der Stundensatz sein?

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4 Antworten

Das kommt ja nun genau darauf an, welche Kosten einem Selbstständigen zusätzlich entstehen. Ein Angestellter bezahlt ja (verständlicherweise) nicht sein Telefon oder seinen Arbeitsplatz selbst.

Man muss also genau zusammentragen, welche Kosten zusätzlich entstehen: z.B.

    • voller Rentenversicherungsbeitrag (den bekommt man als Angestellter nämlich auch und als Selbstständiger sollte man diesen einzahlen, ob privat oder bei der RV ist ein anderes Thema, es gehört aber zur Preisbildung dazu)
    • voller Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeitrag (aus denselben genannten Gründen)
    • evt. Beitrag zur Berufsgenossenschaft (wenn so vorgeschrieben, hängt von der BG ab.)
    • Strom, Wasser, Heizung fürs Arbeitszimmer
    • Büromaterial
    • Telefon
    • Beiträge zu Berufsverbänden (z.B. IHK)
    • Porto
    • Nebenkosten Geldverkehr
    • Steuerberatungskosten
    • KFZ-Steuern, Versicherungen, Benzin, Reparaturen (wenn KFZ für Job benutzt werden muss)
    • Afa PC/Laptop
    • Haftpflicht- oder ggfs. Vermögensschadensversicherung (je nach Schadensrisiko, dem du mit deiner Tätigkeit ausgesetzt bist)
    • kalkulatorische Kosten f. für Rechtsstreitigkeiten mit Kunden (Zahlungsunwillige, Regress)
  • und was sonst noch an realen Kosten für deine Tätigkeit anfällt.

By the way...es ist unwahrscheinlich, dass als Selbstständiger dasselbe Stundenvolumen für die produktive Arbeit zur Verfügung steht. Bei den Selbstständigen geht das nicht, da müssen Zeiten für Marketing, Angebotserstellung, eigene Fortbildung, Steuern und Verwaltung etc. ebenfalls aus diesem Stundenvolumen herausgenommen werden, so dass nur ein Bruchteil von den 176 Stunden pro Monat (Angestellte) übrig bleiben.

Gesetzt den Fall, du hast hier als Angestellter 3000 Euro brutto pro Monat auf dem Gehaltszettel stehen, dann musst du als Selbstständiger per se erstmal rund 22 % mehr verdienen, um ein vergleichbares Einkommen zu haben. Das ist Anteil, den der Arbeitgeber bei den Arbeitnehmer noch dazu gibt, den aber Selbstständige selbst erwirtschaften und zahlen müssen.

Wenn man dann mal annimmt, dass noch rund 500 Euro weitere Kosten pro Monat entstehen für all die oben genannten Kosten, die der Selbstständige tragen und erwirtschaften muss, dann müsstest du ungefähr rund 4.200 Euro (grob überschlagen) als Gewinn haben, um vergleichbar mit einem AN zu sein.

Wenn man dann wiederum davon ausgeht, dass man nur ca. 80 % seiner Arbeitszeit auch verkaufen kann (80 % entspricht Vollauslastung), dann liegst du bei einem Mindeststundensatz von 30 Euro (4.200 Euro geteilt durch 140 verfügbare Stunden).

Und da ist dann noch kein Urlaub drin, keine Krankheitstage, keine bezahlten Feiertage, kein Risikozuschlag für deine unternehmerische Tätigkeit etc.

Du kommst nur auf einen reellen Stundensatz, wenn du wirklich alle!!! Kosten penibel zusammenträgst und dann auch mit dir selbst ehrlich bist bzgl. der produktiven Stunden, die dir für den Verkauf auch zur Verfügung stehen. Aus Erfahrung.....unter 50 Euro pro Stunde bei Dienstleistungen solcher Art zahlst du drauf oder verdienst weniger als ein Angestellter.

Viel Erfolg!

Grob überschlagen komme ich auf reichlich 4000 Euro Gewinn pro Monat. Bei der Kalkulation ist zu beachten, dass der Selbständige KV und RV komplett selbst zahlen muss, während der Angestellte nur ca.50% der Sozialabgaben vom Brutto zahlt. Weiterhin müssen unproduktive Zeiten wie Krankheit und Urlaub einkalkuliert werden, für die der Angestelle volle Lohnfortzahlung bekommt.

Also alle Beträge für ein Jahr addieren und durch die Anzahl der bezahlten Stunden teilen, die wie du richtig vermutest, nie bei 8 pro Tag liegen werden.

wenn mein Vater für andere arbeitet, dann berechtet er immer alles 3fach, da er angestellte hat, also 3 Mal die Zeit 3Mal die Martialen etc, weiß nicht ob dir das hilft.

Ich glaube nicht, dass das dein Vater so macht, denn dann wäre er ein Betrüger.

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die steuern sind genau gleich

es kommt nur auf deine sozialversicherungen an

wenn du 30,000 selbstständig verdienst oder 30.000 angestellt, ist kein unterschied bei der steuer

ich würd nicht ums verrecken für rente einzahlen, ich würde privat vorsorgen

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